Freitag 16.03.12, 15:01 Uhr

Mittwoch: Zweiter ver.di Warnstreik

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, ver.di, ruft ihre Mitglieder in den öffentlichen Betrieben und Verwaltungen von Bund und Kommune am Mittwoch, 21. März erneut zum ganztägigen Warnstreik auf. „Mit ihrer Weigerung, in den Tarifverhandlungen ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, provozieren die Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes eine deutliche Antwort aus den Betrieben“, erklärt Gudrun Müller, Geschäftsführerin im ver.di Bezirk Bochum-Herne. „Das bislang vorliegende Angebot der Arbeitgeber ist eine Mogelpackung“, entrüstet sich Müller. „Nur scheinbar bieten die Arbeitgeber 3,3 Prozent. Fakt ist aber: 2,1 Prozent ab Mai 2012 bedeuten 1,75 Prozent auf 12 Monate gerechnet. Die 1,2 Prozent für 2013 sind eine Unverschämtheit.“ In der Pressemitteilung von ver.di heißt es weiter: »Bei einer jährlichen Inflation von 2,3 Prozent bedeutet das vorliegende Angebot für die Beschäftigten weitere zwei Jahre Einkommenseinbußen.
„Dieses Angebot kommt bei unseren Kolleginnen und Kollegen im Öffentlichen Dienst gar nicht gut an. Das werden sie am Mittwoch zum Ausdruck bringen.“ weiß Müller. Zum ganztägigen Warnstreik werden aufgerufen alle Tarifbeschäftigten bei Bogestra, USB, Stadtverwaltung incl. städt. Kita´s, Schauspielhaus, Stadtwerke, Sparkasse, AKAFÖ (Studentenwerk), Knappschaft-Bahn-See (KBS), Agentur für Arbeit sowie Jobcenter. Auch Beschäftigte des Knappschaftskrankenhauses Langendreer (KKL) sowie der LWL Klinik Bochum werden sich wieder an dem Arbeitskampf beteiligen.
„Wir rechnen damit, dass der ÖPNV in Bochum erneut komplett zum Erliegen kommt. Außerdem werden nach aktuellem Stand mindestens die Hälfte der städt. Kita´s in Bochum geschlossen bleiben. Damit die Eltern sich auf diese Situation einstellen können, werden sie rechtzeitig von ver.di informiert. Im Übrigen muss damit gerechnet werden, dass es in allen Streikbetrieben zu erheblichen Störungen kommen wird.
Am Mittwoch werden sich die Streikenden zu einer regionalen Kundgebung in Dortmund (Südwall) versammeln. Zum Teil bleiben die Kolleginnen und Kollegen aber auch mit Streikposten vor Ort.
Ver.di fordert für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen eine Einkommenserhöhung von 6,5 Prozent. Als soziale Komponente soll die Erhöhung mindestens 200 Euro monatlich betragen. Außerdem sollen Auszubildende unbefristet übernommen werden und die Ausbildungsvergütung um 100 Euro erhöht werden.
„Unsere Kolleginnen und Kollegen in den öffentlichen Betrieben und Dienststellen leisten für unsere Gesellschaft wertvolle Arbeit – egal ob im Winterdienst oder in der Pflege im Krankenhaus und Altenheim, als Busfahrer, Müllwerker oder in den Bürgerbüros.“ macht Müller klar. Deshalb müssen engagierte Beschäftigte auch anständig bezahlt werden.“ Dafür gehen wir auf die Straße und machen Druck auf die Arbeitgeber.
Wir bitten alle Bochumer Bürgerinnen und Bürger um Verständnis und Solidarität! Es lässt sich nicht vermeiden, dass es zu gravierenden Einschränkungen in den Angeboten und Dienstleistungen am Streiktag kommen wird. „Wie wollen nicht sie treffen, sondern die Arbeitgeberseite.“ erklärt Gudrun Müller. Aus Sicht des ver.di Bezirks Bochum-Herne hätte die Bevölkerung von der Tarifauseinandersetzung verschont bleiben können, wenn die Verantwortlichen im Arbeitgeberlager ein angemessenes Tarifergebnis am Verhandlungstisch ermöglichen würden.
Die nächste Verhandlungsrunde findet am 28. und 29. März 2012 in Potsdam statt.«

 
 
 
 


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