Freitag 02.03.12, 13:11 Uhr

Nazi-Blätter in der Bahnhofsbuchhandlung

Die Soziale Liste im Rat “ist empört, dass in der Buchhandlung im Bochumer Hauptbahnhof mehrere rechtslastige Zeitungen verkauft werden” und schreibt in einer Presseerklärung: »Durch Hinweise empörter Bürger wurde das kommunale Wahlbündnis auf diesen Skandal aufmerksam gemacht. So finden sich in einer Auslage, direkt der Kasse gegenüber, die Zeitung der sogenannten neuen Rechten „Junge Freiheit“, die geschichtsrevisionistischen Blätter „Der Schlesier“ und die „Preußische Allgemeine Zeitung“. Die Spitze des Eisberges ist allerdings die zur Schaustellung und das Angebot, die NPD-Monatszeitung „Deutsche Stimme“ zu kaufen.

Während erst kürzlich der Mordopfer des rechten Terrors in einem Staatsakt gedacht wurde, kann die NPD sozusagen im Eingang von Bochum, dem Hauptbahnhof, diesen Terror relativieren. So hält das NPD-Blatt den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) „für eine Mär der Medien“, wirbt für Musik und Videos der Gruppen „Preußenstolz“, „Division voran“ sowie „Torstein“ und empfiehlt NPD Anhängern aus taktischen Gründen ein Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung. Außerdem wird in Anzeigen für Firmen und NPD-Materialien geworben. Natürlich werden auch Bücher beworben, die die „soldatischen Großtaten“ der Wehrmacht im letzten Krieg verherrlichen.
Der Sozialen Liste ist es völlig unverständlich, das offensichtlich Grossisten und Buchhandelsketten Blätter wie diese in ihr Angebot aufnehmen und somit zur Verbreitung des rechtsextremen Gedankengutes beitragen. Demokratisches Bürgerengagement, das sich gegen die Naziaktivitäten in Bochum, Wattenscheid und besonders in Langendreer und Werne richtet, wird so konterkariert.
Die demokratischen und antifaschistischen Kräfte in Bochum sind gefordert durch geeignete Aktivitäten (Protest, Boykott) deutlich zu machen, dass in unserer Stadt kein Platz für neofaschistische Hetze ist.«

3 LeserInnenbriefe zu "Nazi-Blätter in der Bahnhofsbuchhandlung" vorhanden:

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2. Mrz. 2012, 17:03 Uhr

LeserInnenbrief von mpunkt:

Ach, Leute!

Leider wurde in dieser Meldung ein bischen rumgeferbert — derartig falsche Einbettungen von Formulierungen wie ‘Die Spitze des Eisberges ist allerdings [...]‘ kennt man doch sonst nur von Juso-Flyern!

Nochmal: Die Spitze eines Eisbergs ist eine Metapher fuer etwas sichtbares, was aber garnicht das EIGENTLICHE Problem ist. Ihr meint den ‘Gipfel’ oder die ‘Hoehe’ — aber nicht eines Eisberges!! :-D

lg,
m.


 

3. Mrz. 2012, 10:02 Uhr

LeserInnenbrief von Michael:

Der eigentliche Hammer ist nicht die Deutsche Stimme, sondern die “Nationalzeitung”, die zumindest vor dem Wechsel der Geschäftsführung unter dem Ladentisch verkauft wurde, und sicherlich noch immer wird. Nachfragen lohnt sich!


 

7. Mrz. 2012, 16:36 Uhr

LeserInnenbrief von Rebecca Bellano, Redakteurin PAZ:

Es wäre ganz entzückend, wenn einige Leute aufhören würden, die Preußische Allgemeine Zeitung immer wieder in eine rechtsextreme Ecke zu stellen. Ich empfehle allen einen Blick auf die Internetseite http://www.preussische-allgemeine.de oder gar den Kauf eines Exemplars am Kiosk, um sich einen eigenen Eindruck zu machen. Lesen bildet! Ansonsten, die PAZ ist nicht fremdenfeindlich oder ähnliches, sondern steht in gut preußisch-konservativer-aufklärerischer Tradition. Hierfür stehe ich mit meinem Namen :-) Rebecca Bellano, Chefin vom Dienst, Preußische Allgemeine Zeitung


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