Freitag 24.02.12, 14:59 Uhr
attac verschenkt Aktien: Unser Anteil am Waffenhandel!

Aktionstag gegen Waffenhandel

Mit einem besonders interessanten Angebot will attac Bochum auf den Aktionstag gegen Waffenhandel am 26. Februar 2012 aufmerksam machen und kündigt an: »attac verschenkt auf seiner Webseite Anteilsscheine eines Waffenkonzerns. Die Security Innovations Europe (SIE) hat glänzende Aussichten und ist eine krisensichere Anlage. Kampfpanzer und -jets für Saudi-Arabien, Eurofigther, U-Boote, Leoparden und Fregatten für die Pleite-Staaten Griechenland und Portugal, Heckler & Koch-Gewehre und -Pistolen für die kleinen Konflikte der Welt, Rüstungsmulti Rheinmetall mit dem größten Gewinn seiner Geschichte: Deutschland, beziehungsweise die beteiligten Unternehmen, profitieren vom Waffenhandel.
Um deutlich zu machen, dass wir alle daran teilhaben, weil wir es nicht schaffen, den Waffenhandel aus Deutschland endlich zu unterbinden, gibt attac Bochum jetzt kostenlose Anteilsscheine aus. “Der Aktienprospekt ist informativ, weist auf alle Gewinnmöglichkeiten und Risiken hin und die Aktien sind wahnsinnig günstig”, freut sich ein Analyst einer Bank, der ungenannt bleiben möchte. “SIE ist eine zukunftssichere Anlage, die wir auch selbst in großen Teilen ordern werden.”
Im Informationstext der Aktie wirbt attac mit den Gewinnaussichten für Kapitalanlagen, die gegenwärtig mit dem Verkauf von Waffen und Rüstungstechnik verbunden sind. Die militärische Aufrüstung und Kriegsführung rechtfertigt sich darin mit der Notwendigkeit, die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse, also die extreme soziale Ungleichheit auf der Welt mit allen Mitteln aufrechtzuerhalten.
Die vorgebrachten Argumente stützen sich auf Zahlen, die leider keine Fiktion sind. In einer ausführlichen Aufstellung mit Quellenangaben zeigt attac Bochum, wie die Sicherheitsversprechen der Rüstungs- und Sicherheitsindustrie den Irrsinn militärischer Überrüstung, gesellschaftlicher Eigentums- und Machtkonkurrenz sowie Kriegshetze spiegeln, der die noch verbliebenen sozialen und materiellen Ressourcen für eine friedliche Veränderung der Welt endgültig zu vernichten droht.
attac Bochum fordert dazu auf, sich dem “entwaffenden” Zynismus der Waffenindustrie zu stellen: “Wer die bestehenden Verhältnisse nicht mit allen Mitteln verteidigen will, muss sie jetzt mit friedlichen Mitteln grundlegend verändern!”
Die Aktie gibt es heute zum kostenlosen Download auf der Webseite von attac Bochum unter http://www.attac-netzwerk.de/fileadmin/user_upload/Gruppen/Bochum/aktie-sie-waffenhandel_0224.pdf«

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24. Feb. 2012, 18:09 Uhr

LeserInnenbrief von ubu:

“Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen”

“Jeder Kommunist muss diese Wahrheit begreifen: Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen. … Vom Standpunkt der marxistischen Lehre vom Staat ist die Armee die Hauptkomponente der Staatsmacht. Wer die Staatsmacht ergreifen und behaupten will, der muss eine starke Armee haben. Manche Leute bezeichnen uns höhnisch als Anhänger der “Theorie von der Allmacht des Krieges”; jawohl, wir sind Anhänger der Theorie von der Allmacht des revolutionären Krieges, und das ist nicht schlecht, sondern gut, das ist marxistisch. Die Gewehre der Kommunistischen Partei Russlands haben den Sozialismus geschaffen. Wir wollen eine demkokratische Republik schaffen. Die Erfahrungen des Klassenkampfes im Zeitalter des Imperialismus lehren uns: Die Arbeiterklasse und die übrigen werktätigen Massen können nur mit der Macht der Gewehre die bewaffneten Bourgeois und Grundherren besiegen; in diesem Sinne können wir sagen, daß die ganze Welt nur mit Hilfe der Gewehre umgestaltet werden kann.” (Mao Tse-tung, 1938, Ausgewählte Werke 2, S. 261)
Das Problem dabei ist , daß sie dann immer wieder Gründe finden, warum die Bewaffnung, die Rüstung weiterhin notwendig ist. Wer verzoichtet freiwillig auf seine Macht ? Braucht Griechenland die von Deutschland teuer gekauften Waffen gegen äußere Feinde ? Brauchten die Supermächte nach 1990 weiterhin ihre Atomwaffen ? etc etc
Aber – hat die ägyptische Revolution nicht nur Politiker ausgewechselt ? Sind die wahren Herren nicht immer noch an der Macht ? Oder – selbst wenn der Thronfolger Nordkoreas noch so ein friedliebender braver Mann wäre – er hätte nicht die geringste Chance gegen das Militär . Manches Land gebärdet sich als Demokratie . Doch das ist äußerlich . Denn ebenso hätte kein Präsident der USA, kein Premier Israels, usw usw eine Chance ernsthaft abzurüsten . Militärdiktaturen gibts nicht nur in Afrika oder Lateinamerika. Das Bild von den westlichen Demokratien ist zu korrigieren. Der Karneval ist vorbei, die Masken runter. Westliche Diktaturen muß es heißen.


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