Freitag 03.02.12, 12:38 Uhr
IHK und Einzelhandel schreiben Drohbrief an die Stadt

“…die Luft zum Atmen genommen”

Die örtliche Industrie- und Handelskammer und der lokale Einzelhandelsverband haben nach dem gestrigen Ratsbeschluss gegen verkaufsoffene Sonntage in Bochum ihre bedeutendsten Lyriker beauftragt, einen geharnischten Brief an die  Oberbürgermeisterin zu formulieren. Auszüge: “Der Rat hat gestern Bochum von der Karte der attraktiven Einzelhandelsstandorte in unserem Land gestrichen.” “Der Rat hat mit diesem Votum unseren Stadtteilzentren die Luft zum Atmen genommen.” Die Abteilung Machtpolitik der Wirtschaftslobby hat auch noch einen Beitrag in den Brief eingefügt, der die ganze Dramatik deutlich machen soll: “Es mag in diesem Kontext nicht verwundern, dass namhafte Persönlichkeiten ihr Engagement für ‘Bochum Marketing’ nach diesem Beschluss ernsthaft in Frage stellen.”  Jürgen Fiege und Stefan Lenk haben den Brief unterzeichnet und mitgeteilt, dass sie “mit Fassungslosigkeit” die Ratsentscheidung zur Kenntnis genommen haben. Sie geben dem Rat aber noch eine Chance und teilen mit: “Wir kündigen schon zu diesem Zeitpunkt an, mit einem neuerlichen Antrag zur Ladenöffnung an Sonntagen auf Sie zuzukommen.” Damit sie nicht ganz ihre Fassung verlieren, sollte ihnen vielleicht schon einmal jemand mitteilen, dass das gleiche Thema nach der Geschäftsordnung des Rates frühestens in einem halben Jahr wieder in die Tagesordnung aufgenommen werden darf. Der Drohbrief im Original.

3 LeserInnenbriefe zu "“…die Luft zum Atmen genommen”" vorhanden:

LeserInnenbrief(e) zu "“…die Luft zum Atmen genommen”" als RSS


 

3. Feb. 2012, 14:30 Uhr

LeserInnenbrief von snoff:

Ich würde mich freuen, wenn die “Leistungsträger” aus der IHK Sonntags für einen Hungerlohn arbeiten müssten und die Zeit nicht bei ihrer Familie verbringen könnten. Dann können wir nochmal darüber reden…


 

4. Feb. 2012, 20:01 Uhr

LeserInnenbrief von ubu:

Ich hab ne prima Idee, wie die Stadt Bochum die sauren Einzelhandelsvertreter beruhigen kann, wo die doch Angst haben, daß die Bochumer an den verkaufsoffenen Sonntagen der Nachbarorte ihr Geld dort ausgeben. Meine super-duper-Ubu-Idee ist : wir machen genau immer dann autofreie Sonntage !


 

5. Feb. 2012, 12:45 Uhr

LeserInnenbrief von brockfrau:

Menschen mit grosser Kaufkraft – vor allen Dingen, wenn sie 40 Jahre und jünger sind – gehen doch überhaupt gar nicht mehr shoppen, weder sonntags noch in der Woche. Bei ihnen klingelt jeden Tag der Paketbote und bringt Speis und Trank und Kleid und Schrank ins Haus.
Wenn in Bochum zukünftig sonntags nie die Läden offen sind(was ich sehr begrüsse!),könnten aber doch die Zustelldienste dafür sonntags arbeiten dürfen ;-)


Terminmitteilungen bitte an
redaktion@bo-alternativ.de