Mittwoch 11.01.12, 09:22 Uhr
DGB: 1.100 Ausbildungsplätze fehlen

Ausbilden statt jammern

Heute wird  in Bochum von der Arbeitsagentur und der Industrie- und Handelskammer das Netzwerk „Fachkräftesicherung Region Mittleres Ruhrgebiet“ vorgestellt. Mit dem Programm unterstützt das Land NRW Aktivitäten zur Qualifizierung von Arbeitskräften. Der DGB lenkt in diesem Zusammenhang den Blick auf die desolate Situation beim Angebot für Ausbildungsplätze. „Wer über Fachkräftesicherung redet, muss in erster Linie ausreichend Ausbildungsplätze bereit stellen und hier ist die Wirtschaft gefordert“, mahnt DGB Regionsvorsitzender Michael Hermund. Mit Besorgnis sieht der DGB den Rückgang an Ausbildungsverträgen in Bochum und Herne. Um 3,1% ist im letzten Jahr die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe zurückgegangen. Damit sinken die Perspektiven der Jugendlichen und die Region koppelte sich vom Landestrend ab. Hier war ein Anstieg der Ausbildungsverhältnisse um 3,5 % zu verzeichnen.
„Jetzt muss dringend nachgelegt werden,“ so DGB Regionsvorsitzender Michael Hermund. „Immer noch fehlen rund 1.100 Plätze. Vor allem brauchen wir erheblich mehr betriebliche Ausbildungsplätze. Viele Unternehmen scheinen lieber öffentlich über einen Fachkräftemangel zu jammern, als in den Betrieben die notwendigen Lehrstellen einzurichten.“
So werden alleine durch die Arbeitsagentur in Bochum für über 900 Jugendliche Maßnahmen zur Förderung der Berufsbildung finanziert.
Insgesamt gab es nach den Zahlen der Agentur für Arbeit im letzten Ausbildungsjahr in Bochum und Herne 2.829 gemeldete Ausbildungsplätze. Von den 3.881 Jugendlichen, die sich auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz beworben haben, gingen also knapp 1.100 Jugendliche leer aus.
„Reparaturmaßnahmen, wie jetzt im Programm Fachkräftesicherung der Landesregierung finanziert werden, sind nur die zweitbeste Lösung. Wir müssen allen Jugendlichen zeigen, dass wir sie brauchen. Und das geht nur mit einen ordentlichen Ausbildungsplatz,“ so der DGB Vorsitzende abschließend.

 
 
 
 


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