Montag 09.01.12, 14:06 Uhr

DGB: Nein zur Rente mit 67 Jahren

Die schrittweise Einführung der Rente mit 67 Jahren stößt weiterhin auf deutliche Kritik bei den Gewerkschaften. In Bochum, so der DGB, sind fast 30 % der Erwerbslosen zwischen 50 und 65 Jahre alt. Bundesweit sind gerade einmal ein Viertel der Beschäftigten zwischen 60 und 64 Jahren in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Allein vor diesem Hintergrund mutet die Einführung längerer Lebensarbeitszeit an, wie absurdes Theater, meint der DGB. „Wir bleiben bei unserer Ablehnung. Hier wird ein gigantisches Rentenkürzungsprogramm installiert und künftig wachsende Altersarmut manifestiert“, so DGB Regionsvorsitzender Michael Hermund.
Anstatt sich den tatsächlichen Herausforderungen der demografischen Veränderungen zu stellen und Wege zu guter Arbeit für alle Beschäftigungsgruppen zu schaffen, beschreite die schwarz-gelbe Regierung weiterhin einen katastrophalen Pfad. Die Versuche von SPD-Generalsekretärin Nahles ein Aussetzen dieser Regelung zu bewerkstelligen, nehmen die Gewerkschaften positiv zur Kenntnis. Dies könnte zumindest dazu beitragen den aktuellen Kurs zu stoppen.
„Allerdings”, so Hermund, „bin ich nicht sicher, ob die Position von allen Funktionsträgern der SPD getragen wird. Insgesamt brauchen wir eine andere Ausrichtung in der Debatte um zukunftssichere Beschäftigung. Anstatt solange wie denkbar zu arbeiten, muss alles daran gesetzt werden, Jugendlichen eine Ausbildung nach ihren Wünschen zu ermöglichen. Nach wie vor fehlen Ausbildungsplätze und viele Jugendliche bleiben auf der Strecke,“ mahnt Hermund.
Für die Gewerkschaften gilt es auch in den Betrieben gute Arbeitsbedingungen zu schaffen, damit die Menschen überhaupt bis zum 65. Lebensjahr arbeiten können.

 
 
 
 


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