Donnerstag 24.11.11, 19:13 Uhr
Soziale Liste kritisiert Pietätlosigkeit während des Weihnachtsmarktes

Schutzzonen für Denkmäler

Auf einen “erschreckenden pietätlosen Umgang mit den Denkmälern und den Erinnerungszeichen gegen Krieg und Faschismus während des Weihnachtsmarktes” macht die Soziale Liste aufmerksam und schreibt: »Die „Trauernde Mutter“ und die Gedenktafel zur Erinnerung an die Bombenopfer vom 4. November 1944 wurden von einem Stand einschließlich Sitzgruppe umbaut, die dort liegenden Kränze den Füßen preisgegeben. Das Mosaik etwas westlich von dem Denkmal wurde mit einer Bude völlig überbaut und zum Bestandteil des Verkaufsraumes umfunktioniert. Diese künstlerische Arbeit einer Bochumer Kindergruppe, anlässlich des evangelischen Kirchentages 1991 gefertigt, droht die Zerstörung. Ebenso sind die Gedenkstätten an die Pogromnacht und die Verfolgung der Juden schutzlos dem Besucheransturm in der Glühweingasse ausgesetzt. Das gleiche Bild an der Gedenktafel am Gebäude der früheren BfG Bank und in der Mitte des Dr. Ruer Platzes.Mit einer Anfrage zur Ratssitzung am 24. November will die Soziale Liste wissen, ob der Verwaltung dieser Zustand bekannt ist und wie sie diesen Umgang bewertet. Weiterhin fragt die Soziale Liste:
•    Welche kurzfristigen Maßnahmen können ergriffen werden, um die Kunstwerke und Erinnerungstafeln zu schützen?
•    Welche langfristigen Schutzmaßnahmen können ergriffen werden?
•    Wie stellt sich die Verwaltung zu dem Vorschlag „Schutzzonen“ um diese Denkmäler und Erinnerungstafeln zu schaffen?
Die Soziale Liste betont, dass sie sich nicht grundsätzlich gegen den Weihnachtsmarkt wendet, sondern gegen die Art und Weise, wie mit Denkmälern und Erinnerungskultur umgegangen wird. Am Platzmangel kann dieser Umgang nicht liegen, da es weite Bereiche im Innenstadtbereich gibt, die mit Weihnachtsbuden bebaut werden könnten.«

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27. Nov. 2011, 17:43 Uhr

LeserInnenbrief von ulrike nefferdorf:

Es wäre sehr schön, wenn sich die Verantwortlichen der Stadt diesbezüglich ein wenig mehr Mühe geben würden. Mir ist z.B. sehr unangenehm aufgestoßen, was während der Feierlichkeiten anläßlich des
9. November auf dem Dr. Ruer-Platz passierte: lautes, pietätloses Musikgedudel aus den rundum liegenden Verkaufsbuden während einer doch eher ernsten und feierlichen Gedenkstunde. Gibt es bei der Stadt niemanden, der sich dafür verantwortlich fühlt, dass so eine Feier mit dem gebührenden Respekt und Seriosität durchgeführt werden kann, Ordnungsamt, Kulturamt, Presseamt, Bürgermeisteramt oder wer auch immer?

Bei sonstigen noch so trivialen Anlässen werden Straßen gesperrt, warum sollte es nicht möglich sein, im Umgang mit diesen Orten die gebotene Achtung und Sensibilität einzufordern?


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