Mittwoch 16.11.11, 17:43 Uhr

Der DGB zum Bildungsstreik

Die DGB-Jugend unterstützt die Forderungen des Bündnisses zum Bildungsstreik und ruft zur Teilnahme an der Demonstration in Bochum auf. Trotz regelmäßiger Proteste seit 2008 sowie Mahnungen der OECD sei das deutsche Bildungssystem noch immer chronisch unterfinanziert und stark sozial selektiv. Die Demonstration beginnt am 17 November 2011 um 9:30 Uhr an Bochumer Hauptbahnhof.
„Auch wenn Studiengebühren und Kopfnoten in NRW wieder abgeschafft wurden, gibt es im Bildungsbereich noch einen erheblichen Reformbedarf“, so Michael Hermund, DGB Regionsvorsitzender.
1,5 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren haben keine abgeschlossene Ausbildung, das sind 15 Prozent dieser Altersgruppe. Mehr als 65.000 junge Menschen verlassen die Schule jährlich ohne einen Abschluss. Mehr als 400.000 Jugendliche landen jährlich in Warteschleifen – im Übergangssystem ohne Chance auf eine voll qualifizierende Ausbildung. Die Hochschulen sind noch immer chronisch unterfinanziert – und Arbeiterkinder in den Hörsälen drastisch unterrepräsentiert.
Tim Ackermann, DGB-Jugendbildungsreferent in Bochum: „Die DGB-Jugend fordert mehr Investitionen in das öffentliche Bildungssystem, mehr Zeit für Bildung und die Abschaffung aller Bildungsgebühren, vom Kindergarten bis zur Hochschule“.

Gute Ganztagsschulen und bessere Kindertagesstätten, eine bessere Finanzausstattung der Hochschulen und der Ausbau des BAföGs sowie eine bessere Weiterbildung benötigen eine bessere Finanzausstattung, so der DGB.
„Gute Bildung braucht auch Zeit. Die verkürzte Schulzeit (G8), der sechssemestrige Turbo-Bachelor und zweijährige Berufsausbildungen sind die bekanntesten Auswüchse einer Bildungspolitik nach der Stechuhr, “ meint Hermund.
Bildung dürfe nicht als Dienstleistung verstanden werden, die nur in Anspruch nimmt, wer es sich leisten könne. Dazu Ackermann: „Die soziale Spaltung in unseren Kindertagesstätten, Schulen und Hochschulen, in der beruflichen Bildung und der Weiterbildung ist und bleibt ein gesellschaftlicher Skandal!“.
Die Missstände im Bildungssystem betreffen Lehrende wie Lernende gleichermaßen.
Schülerinnen und Schüler, Studierende, Auszubildende, Lehrerinnen und Lehrer, Dozierende und alle, die sich für Bildung einsetzen gemeinsam für gute Bildung, gute Ausbildung, gute Arbeit und ein gutes Leben fordert der DGB.

 

 
 
 
 


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