Mittwoch 12.10.11, 21:40 Uhr

Dortmunder Verhältnisse in Bochum?

In einer Pressemitteilung schreibt die Bochumer VVN-BdA: »Mit Erschrecken nimmt die VVN-BdA Bochum wahr, dass die unerträglichen neofaschistischen Provokationen im Raum Dortmund seit einiger Zeit sich auf Bochum ausdehnen. Neofaschistische Verbrechen reichen von Schändungen der Holocaust-Erinnerungsstätte in Wattenscheid bis zur Besudelung der Gedenkstele und Gräber der ermordeten antifaschistischen Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime auf dem Hauptfriedhof Bochum mit Hakenkreuzen und SS-Runen. Zunehmend werden sowohl in der Bochumer Innenstadt als auch in Langendreer Menschen physisch und psychisch verletzt. Nazis stießen antifaschistische Jugendliche im Bhf. Langendreer auf die S-Bahn-Gleise.
In Langendreer zogen auch neofaschistische Parolen grölende NeofaschistInnen umher. Andere AntifaschistInnen wurden durch Telefon-Terror in Angst und Schrecken versetzt. Scheiben des Büros der prinzipiell antifaschistischen Partei Die Linke wurden jüngst mit Nazi-Aufklebern beklebt oder eingeschlagen.
Offensichtlich sind polizeiliche Ermittlungen und Gerichtsurteile keineswegs konsequent genug. AntifaschistInnen geraten eher in die Mühlen der Polizeiarbeit und der Gerichte als Nazis.
Die VVN-BdA Bochum fordert, endlich mit den tatsächlich zur Verfügung stehenden Mitteln gegen NeofaschistInnen vorzugehen. Es handelt sich keineswegs um irgendwelche „dumme Jungenstreiche“, sondern um politische Kriminalität.«

2 LeserInnenbriefe zu "Dortmunder Verhältnisse in Bochum?" vorhanden:

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13. Okt. 2011, 03:50 Uhr

LeserInnenbrief von discipulussenecae:

Ich habe nie verstanden, warum der deutsche Nationalsozialismus so oft mit dem Faschismus gleichgesetzt wurde und wird. Die faschistischen Systeme in (z. B.) Italien, Kroatien, Portugal und Spanien mögen sich in der Struktur des ‘Führerprinzips’ mit der Ideologie des deutschen Nationalsozialismus überschnitten haben. Aber es gab in diesen Ländern niemals Völkermorde oder eine rassistisch begründete, politisch gewollte und systematisch-technisch geplante Vernichtung, Auslöschung und Ermordung von ‘ethnischen’ Minderheiten, politischen Gegnern, sexuellen Gegenwelten und religiösen sowie weltanschaulich Andersdenkenden.
Zudem sind auch die italienischen Angriffskriege in Afrika mit den damaligen deutschen Phantasien einer ‘völkischen’ Lebensraumeroberung und eines Endsieges nicht zu vergleichen.
In Bochum sollte einmal darüber nachgedacht werden, ob nicht auch der Widerstandskämpferinnen offiziell gedacht werden müsste. Es gab sicherlich viele.
Und ob der aktuelle Naziterror mit ‘dumme Jungenstreiche’ richtig beschrieben wird, in einer Zeit, in der die NPD aktuell offensichtlich recht erfolgreich ihren Fokus gerade auf die Anwerbung junger Frauen richtet, glaube ich auch nicht.
Der Kampf gegen Nazis ist klassen-, geschlechts- und weltanschaulich neutral. Immer. Gestern, heute, morgen und übermorgen!


 

17. Okt. 2011, 00:44 Uhr

LeserInnenbrief von diskordischerJungspund:

Um auf den vorangegangenen Leserbrief einzugehen:

Der deutsche Nationalsozialismus ist ein Faschismus gewesen. Ein in seiner Form radikalster und konsequentester Faschismus eben.

Um dir ein wenig Lektüre mit auf den Weg zu geben, die von dem führenden Faschismus-Forscher Stanley Payne verfasst wurde, hier eine Anregung:

“Geschichte des Faschismus – Aufstieg und Fall einer europäischen Bewegung”, S. Payne, Propyläen Verlag.

Dort beschreibt der Autor die “3 Gesichter des Autoritären Nationalismus”: Den Faschismus, die Radikale Rechte und die konservative Rechte.
Die Faschisten in Deutschland sind die NSDAP, wie in Italien die PNF und in Spanien die Falange.

Ich hoffe, dass mit diesen Lektüre-Hinweis, der wissenschaftlich absolut “up-to-date” ist, eine Hilfestellung für dein weiteres Verständnis zum Thema gegeben werden konnte


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