Samstag 08.10.11, 08:05 Uhr

Nazi-Schläger identifiziert?

Die Ruhr Nachrichten (RN) berichten, dass die Polizei einen Nazi identifiziert haben soll, der am Überfall in der Nacht auf Sonntag, den 25. September an der S-Bahn Haltestelle Bochum-Langendreer beteiligt war. Siehe Meldung vom 27. 9. 2011.  In den RN heißt es: »„Die Person stammt aus der rechten Szene der Stadt Essen“, erklärte Andreas Dickel, leitender Kriminaldirektor in Bochum, am Freitag. Details verriet er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht. Die Vermutung, dass auch der Neonazi Daniel E. am 25. September auf dem Bahnsteig zugeschlagen hat, bestätigte die Polizei nicht. Zuletzt war der vermeintliche Anführer der örtlichen rechten Szene auf Plakaten angeprangert worden«.  Die Bochumer Polizei berichtet hierüber auf ihrem Presseportal nicht. Berichtenswert ist für die Polizei: »Am 07. Oktober, gegen 01.30 Uhr stellten Polizeibeamte im Bereich des Denkmals am Langendreer Markt in Bochum, Graffitis an Sicherungskästen fest. Bislang unbekannte Täter hatten dort das Symbol eines durch eine Faust zerschlagenen Hakenkreuzes mit schwarzer Farbe aufgesprüht. Zudem waren die Worte “Gegen Nazis” und “Im Kiez” aufgebracht. Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.«

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8. Okt. 2011, 13:16 Uhr

LeserInnenbrief von Das Gespenst aus der Alten Bahnhofstraße:

Daniel E. war selbst vermutlich nicht an dem Überfall beteiligt. Die Nazigruppe, die am S-Bahnhof Menschen zusammengetreten und – wenige Minuten vor Einfahrt der S-Bahn – auf die Gleise geworfen hat soll aber von einer Party aus seiner Wohnung gekommen sein. Dort wurden gegen 0 Uhr rechte Parolen skandiert und Feuerwerkskörper gezündet. Daniel E. veranstaltet regelmäßig am Wochenende Nazipartys mit regionaler Beteiligung von denen bereits mehrfach Übergriffe auf AnwohnerInnen und vermeintliche Linke ausgingen. Auch der im Juni zu 22 Monaten auf Bewährung verurteilte, ehemalige NPD-Jugendbeautragte, Andre Zimmer war bei ihm regelmäßig Gast. Daniel E. ist also wichtiger Dreh- und Angelpunkt der Langendreer Naziszene.

Nicht nachvollziehbar ist das Verhalten von Bezirksbürgermeister Norbert Busche und den Ruhr-Nachrichten, einen Konflikt zwischen “Extremisten beider Lager” herbeizuhaluzinieren. Die Gleichsetzung von ein paar Graffitis oder Plakaten mit versuchten Totschlag durch die Nazibande ist einfach nur widerlich und menschenverachtend.

Wenn “der Kripo-Chef davor warnt, der rechten Szene in Langendreer, die aus weniger als einer Handvoll Tätern bestehe, ein zu großes Forum zu geben” ist das ein Aufruf an die Lokalpolitik sich nicht mit dem Naziproblem auseinanderzusetzen. Dann haben wir bald Zustände wie in Dortmund. Wollen wir das?


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