Sonntag 02.10.11, 08:43 Uhr
Antifaschistische Bochumer Blätter

Braune Westen in Politikerbiographien

Die VVN – Bund der AntifaschistInnen Bochum informiert in der neuen Ausgabe ihrer Antifaschistischen Bochumer Blätter über aktuelle Themen, antifaschistische Arbeit und geschichtliche Hintergründe. So wird über neonazistische Übergriffe in Hamme und Langendreer berichtet und die Ehrung von WiderstandskämpferInnen und Opfern des Hitlerfaschismus durch Stolpersteine und die Schaffung des Gedenkortes „Saure Wiesen“ informiert. Schwerpunktthema ist die verdrängte Nazivergangenheit in Politikerbiographien am Beispiel der FDP. Anhand von vier Politikerbiographien mit regionalem Bezug, wird deren Beteiligung am NS-System ebenso gezeigt, wie deren politische Karriere in der frühen Bundesrepublik. Die nächste Ausgabe der ABB will sich mit CDU-Politikern beschäftigen.
Zum politischen Hintergrund wird geschrieben: „ Bis heute verdrängt wird die braune Vergangenheit von vielen Politikern, die auf allen Ebenen der Politik in den ersten zwei Jahrzehnten der Bundesrepublik aktiv waren. Viele, die bis 1945 Mitglieder der NSDAP, SS, SA oder anderer NS-Organisationen waren, gehörten zu den prägenden Gestalten der westdeutschen Nachkriegszeit. In Handbüchern und offiziellen Biografien wurde die Zeit von 1933 bis 1945 meist ausgeklammert, in Entnazifizierungs-Verfahren vielfach falsche Angaben gemacht. Schon 1949 erfolgte eine weitgehende Amnestie für Naziverbrecher, 1951 ermöglichte die Adenauerregierung eine Rückkehr von belasteten Angehörigen des Öffentlichen Dienstes aus der Nazizeit. “

 
 
 
 


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