Freitag 30.09.11, 21:26 Uhr
Die Stadtverwaltung probt schon mal die Streichung von 1000 Stellen:

Polizeieinsatz im Ausländerbüro

Radio Bochum berichtete heute früh über “tumultartige Szenen, die sich derzeit auf dem Flur vor dem Ausländerbüro abspielen. Am Donnerstag hatte es einen Polizeieinsatz gegeben, vor den meist verschlossenen Türen des Ausländerbüros warten manchmal schon seit sechs Uhr morgens viele Menschen.” In einer Presseerklärung bestätigte dies dann das Presseamt der Stadt: “Am Donnerstag (29. September) war es zu einer Eskalation gekommen. Gegen 8 Uhr warteten bereits rund 140 Personen vor dem Ausländerbüro auf Einlass. Mit aktuell lediglich acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konnten aber nur maximal 80 bis 100 Kunden bedient werden. Einige der aufgebrachten Wartenden konnten durch die Präsenz der herbeigerufenen Polizei aber wieder beruhigt werden.” Als Ursache für das Problem gibt die Stadt an: “Durch die Einführung des elektronischen Aufenthaltstitels (eAT) hat sich die Bearbeitungszeit verdoppelt. Außerdem muss jeder nicht EU-Ausländer persönlich im Ausländerbüro seinen eAT beantragen.” Das alles ist seit längerer Zeit bekannt. Die Stadtverwaltung weiß, welche Ängste Menschen ohne EU-Pass habe, nicht die richtigen Aufenthaltsdokumente zu haben. Wenn die “tumultartigen Szenen” die Verwaltungsspitze überrascht haben, stellt sie sich ein Armutszeugnis aus. Gleichzeitig wird ernsthaft überlegt, 1.000 Stellen in der Stadtverwaltung zu streichen. Wird hier getestet, wie viele zusätzliche Stellen dann bei der Polizei eingerichtet werden müssen, um in Zukunft die Bevölkerung “zu beruhigen”, die vergeblich um dringend benötigte Leistungen nachsucht?

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4. Okt. 2011, 18:42 Uhr

LeserInnenbrief von Sebastian Michaelis:

Die Pressemitteilung der Stadt Bochum ist scheinheilig.Darüberhinaus ist die Mitteilung Zeugnis der Überforderung die in der Praxis absehbar nicht besser werden wird.Nebenbei bemerkt sind Probleme mit dem “Ausländerbüro” Bochum nicht erst seit gestern, sondern mittlerweile bereits seit Jahren!Durch die Behauptung das wegen “der Einführung des elektronischen Aufenthaltstitels (eAT) sich die Bearbeitungszeit verdoppelt hat” wird unterstellt “die Ausländer” sein selber Schuld… .Schließlich gab und gibt es auch im Bürgerbüro wegen dem neuen Perso ebenfalls lange Wartezeiten… .Na wenigstens hat die Stadtverwaltung im nächsten Satz ihrer Mitteilung die weise Erkenntnis vorgetragen “das nicht jeder seinen eAT beantragt”…(vielleicht weil ihn auch nicht jeder oder jede bekommt??).Wieviel Personal ist nötig um dies zu erkennen?


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