Dienstag 27.09.11, 20:28 Uhr
Ein Sozialticket darf höchstens 15 Euro kosten, deshalb:

Soziale Liste: Nein zu diesem Un-Sozialticket !

Die Soziale Liste im Rat erklärt: »Die Soziale Liste wird der vorgesehenen Beschlussvorlage zum Sozialticket in der Ratssitzung am 29. September nicht zustimmen. Schon der Name Sozialticket ist in diesem Fall mehr als eine Mogelpackung. Der jetzt vorgesehene Preis von 29,90 Euro hat wenig mit den ursprünglichen Forderungen und dem, was bisher im Bochumer Rat zu diesem Thema diskutiert worden ist, zu tun. Das jetzt geplante Sozialticket ist ein Un-Sozialticket. Es soll ein Feigenblatt sein und diskreditiert die Grundgedanken eines Sozialtickets, wie es seit über 10 Jahren diskutiert und gefordert wird. Fast alle Kennzeichen für ein wirkliches Sozialticket fehlen:

  1. Es müsste sich zunächst an dem orientieren, was z. B. im ALG II-Regelsatz an Geld für Mobilität vorgesehen ist. Das sind derzeit 22,78 Euro. Hiervon soll alles beglichen werden, was mit Verkehr zu tun hat. Die Inanspruchnahme von Verkehrsdienstleistungen in der eigenen Stadt, Besorgungen, Arbeitssuche in umliegenden Ortschaften, Besuche von Verwandten, Freunden oder Bekannten auch über den Nahbereich hinaus und z. B. die Reparatur des Fahrrades oder Mofas. Alles für monatlich 22,78 Euro!
    Die Wohlfahrtsverbände und Gewerkschaften rechnen deshalb mit einem vertretbaren Fahrkartenpreis von 15 Euro für den Nahbereich und nicht, wie jetzt von der Landesregierung vorgesehen, mit dem Doppelten.
  2. Eine der Grundideen des Sozialtickets ist es auch, durch ein attraktives Angebot neue Kunden für den ÖPNV zu gewinnen. Je attraktiver der Preis ist, desto mehr neue Kunden können gewonnen werden und Geld in den ÖPNV bringen. Bei den jetzt vorgesehenen 30 Euro ist zu erwarten, dass der Kreis derjenigen, die zusätzlich ein Sozialticket kaufen, gering sein wird. Die Folge sind finanzielle Einbußen für den ÖPNV. Das Sozialticket für 15 Euro in Dortmund hat dies nachdrücklich gezeigt. Dessen Erhöhung von 15 auf 30 Euro hatte ein Sinken der Sozialticket-Abonnementen von 24.000 auf 8.000 zur Folge.
  3. Eine längere Sicherheit fehlt. Die vorgesehene Testphase bis zum Ende 2012 öffnet schon jetzt den Weg in eine weitere Erhöhung des Tickets oder, wahrscheinlicher, in den gänzlichen Ausstieg.

Die Soziale Liste Bochum hat sich seit ihrem Bestehen stets vehement für die Schaffung eines Sozialtickets eingesetzt und viele Anträge und Anfragen hierzu im Rat gestellt.Das jetzt vorgesehene „Sozialticket“ verdient seinen Namen nicht. Es ist bitter zu sehen, wie jetzt versucht wird, sich dieses Themas zu entledigen.«

 
 
 
 


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