Freitag 09.09.11, 13:31 Uhr
Bezirksregierung will 1.000 Stellen in der Stadtverwaltung streichen

Personalabbau zu Lasten der BürgerInnen

Der ver.di Bezirk Bochum-Herne beobachtet “sehr kritisch die mediale Debatte um einen weiteren Personalabbau bei der Stadtverwaltung Bochum”. Auslöser dieser Debatte sei die Bezirksregierung, die bis 2020 ein Einsparpotenzial von etwa 20 Prozent beim städtischen Personal sieht.  „Schon heute hat die Arbeitsbelastung in vielen Bereichen der Stadtverwaltung fast unerträgliche Ausmaße angenommen; Wiederbesetzungssperren und Mehrbelastungen führen zu Leistungsverdichtung und steigenden Krankenquoten.“ sagt Thorsten Knüppel, der zuständige Gewerkschaftssekretär. Weiter heißt es in der Presseerklärung von ver.di: »Im Laufe der letzten Jahre mussten immer wieder neue Aufgaben übernommen werden, wie z.B. im Bürgerbüro durch die Einführung des elektronischen Personalausweises. Schon heute sind die Folgen der Haushaltskonsolidierung zu spüren. „Längere Warte- und Bearbeitungszeiten in den Bürgerbüros, Reduzierung der Öffnungszeiten in den städtischen Bädern sind u.a. das Resultat des Personalabbaus.“ erläutert Thorsten Knüppel.
„Ein weiterer Abbau von Personal würde aber nicht nur die Beschäftigten weiter massiv belasten, sondern ginge unweigerlich auch zu Lasten der Bochumer Bürgerinnen und Bürger.“ stellt ver.di-Geschäftsführerin Gudrun Müller fest. Streicht man mal eben 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem städtischen Stellenplan, dann muss allen Beteiligten klar sein, dass zwangsläufig Leistungs- und Serviceangebote reduziert würden oder auch ganz wegfallen müssten. Was bleibt am Ende einer solchen Streichorgie von der „sozialen Stadt Bochum“ übrig? Wie soll nach den Vorstellungen der Bezirksregierung die soziale Daseinsvorsorge nach einem solch massiven Personalabbau aussehen? Gehen wichtige bis dahin als öffentliche Aufgaben ernst genommenen Aufgaben in private Hand über? „Hier erwarten die Gewerkschaft ver.di und die städtischen Beschäftigten klare Antworten, bevor nach Planungen am Reißbrett Entscheidungen getroffen werden.“ stellt Gudrun Müller klar. Die Ausgliederung der städtischen Alten- und Pflegeheime in eine GmbH soll wohl nur der Anfang weiterer Privatisierungen sein. Ver.di fordert alle Beteiligten auf, endlich eine offene und ehrliche Diskussion über die Zukunft der „sozialen Stadt Bochum“ öffentlich zu führen.«

 
 
 
 


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