Freitag 19.08.11, 12:29 Uhr
DGB zur betrieblichen Ausbildungssituation in Bochum:

Lage bleibt angespannt

Es fehlen Ausbildungsplätze

Der DGB Ruhr Mark schreibt: »Trotz guter Konjunkturdaten bleibt die Lage auf dem Ausbildungsmarkt angespannt. Im Vergleich zu 2010 geht die Zahl der Ausbildungsplatzsuchenden in Bochum zurück. Allerdings steigt die Zahl der Ausbildungsplätze trotz der wirtschaftlichen Erholung kaum. Die betriebliche Lücke besteht und noch immer bleiben Jugendliche ohne Berufsausbildung.
Im aktuellen Berichtsjahr haben sich nach Angaben der Agentur für Arbeit im Stadtgebiet Bochum 2.198 Jugendliche gemeldet, die einen betrieblichen Ausbildungsplatz suchen. Das sind nur 7,6% weniger Bewerber als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es bis Juli 1.955 gemeldete Berufsausbildungsstellen. Die betriebliche Lücke besteht in Bochum also aus ca. 250 fehlenden Ausbildungsplätzen. Bundesweit fehlen über 42.000 betriebliche Ausbildungsplätze.
Dazu Tim Ackermann, Jugendbildungsreferent des DGB: „Die Ursache für einen Fachkräftemangel ist hier zu finden: Wer Fachkräfte haben möchte, muss sie zunächst ausbilden. Jetzt sind die Arbeitgeber am Zug.“
Während sich der kommende demographische Wandel auf dem Ausbildungsmarkt abzeichnet, bildet sich die Erholung der Wirtschaft kaum ab.
Außerdem sind alleine in Bochum knapp 1.700 Arbeitslose unter 25 Jahren alt und mehrere Hundert Jugendliche in Maßnahmen von Arbeitsagentur und Jobcenter.
„Eine gute Ausbildung ist die beste Absicherung gegen Arbeitslosigkeit und diese Chance wird alleine 2011 voraussichtlich 250 junge Menschen, die gerade die Schule verlassen haben, nicht gegeben. Gleichzeitig steigt die Zahl der jungen Menschen ohne Arbeit. Aktuell sind mindestens 2.500 in Bochum betroffen“, so DGB Regionsvorsitzender Michael Hermund.
Bundesweit haben immer noch 1,5 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 29 keinen qualifizierenden Berufsabschluss – das sind 17 Prozent der Altersgruppe. Und immer noch werden viele junge Menschen in Maßnahmen des so genannten Übergangssystems vermittelt – 320.000 im Jahr 2010 -, obwohl die meisten von ihnen nur einen Ausbildungsplatz und keine Maßnahmen brauchen. Und noch immer sind wir weit entfernt von dem vom Bundesverfassungsgericht geforderten auswahlfähigen Angebot von 112,5 Ausbildungsplätzen je 100 BewerberInnen.«

 
 
 
 


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