Sonntag 24.07.11, 12:48 Uhr

Übergriff bei Bochum Total

Wolfgang Wendland, Sänger von Die Kassierer und Mitglied der Bezirksvertretung Wattenscheid ist bei einem Übergriff einiger Ordner der Großveranstaltung „Bochum Total” derart verletzt worden, dass eine ambulante Behandlung in einem Bochumer Krankenhaus notwendig wurde. Die Ordner wollten handgreiflich das “Glasverbot” durchsetzen. Wolfgang Wendland hatte in einer Anregung an Rat und Verwaltung darauf aufmerksam gemacht, dass sich bereits im vergangen Jahr die Security-Kräfte bei Bochum Total rechtswidrig verhalten haben. Die Verwaltung hatte daraufhin in ihrer Vorlage versichert: “Hoheitliche Aufgaben bei der Überwachung des Glasverbotes wurden und werden auch zukünftig selbstverständlich nur von Dienstkräften des Ordnungsamtes (erforderlichenfalls mit Unterstützung der Polizei) wahrgenommen.” In diesem Jahr hat Wolfgang Wendland einen Polizisten als Zeugen, der den Übergriff der Ordner beobachtet hat. Wolfgang Wendland hat Strafanzeige erstattet.

5 LeserInnenbriefe zu "Übergriff bei Bochum Total" vorhanden:

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25. Jul. 2011, 12:17 Uhr

LeserInnenbrief von Michael Wenzel:

Lieber Wolfgang Wendland,

besten Dank dafür, dass meine Bürgerrechte so nachhaltig geschützt werden sollen. Wo kämen wir auch hin, wenn uns irgendwer unsere Glasflaschen verbieten oder zumindest deren Nutzung reglementieren will?

Aber mal im Ernst:
Wird hier nicht Ursache und Wirkung verwechselt?

Einfach an das Verbot halten und für einen Moment das “Verbieten verboten!” vergessen und gut ist? Ohne den beschriebenen Übergriff verniedlichen zu wollen: Keine Flasche, kein Übergriff wäre die alternative Logik in diesem Fall!

Ich besuche BO-Total seit Beginn an. Im Laufe der Jahre wurde das Gedränge immer größer und irgendwann nervte es nur noch, ständig ungewollt irgendwelche Glasflaschen durch die Gegend zu kicken. Und die Verletzungsgefahr ist ja wohl offenkundig.

Aber vielleicht bin ich auch einfach nur zu spießig, um diesen ganz speziellen Kampf für meine Bürgerrechte nachvollziehen zu können.

In diesem Sinne und mit einem schönen Gruß
Michael Wenzel


 

25. Jul. 2011, 18:16 Uhr

LeserInnenbrief von ubu:

und bloß nicht im kaufhaus klauen, sonst bist du selbst schuld, wenn dich die kaufhausdetektive verkloppen. nicht klauen – keine kloppe !
und ja nie die fahrkarte vergessen, denn die kontrolettis sind dann völlig sauer und setzen dich gnadenlos in den pampas raus . nicht schwarzfahren – nicht rausgeworfen werden ! alternativlogik …
rechtsstaat ? arschlecken !
solidarität mit wolfgang !!!


 

25. Jul. 2011, 22:00 Uhr

LeserInnenbrief von Martin Budich:

In der Lokalpresse war heute zu lesen, dass die Polizei Platzverbote erteilt habe, weil Menschen bei Bochum total sich nicht an das Glasverbot gehalten hätten. Dies ist Willkür. Hierfür gibt es keine Rechtsgrundlage. Wenn private Hilfssheriffs nicht die Polizei holen, sondern selber übergriffig werden, um das Glasverbot durchzusetzen, dann sind das Straftaten.
Es ist leider ein Trend, dass zivilisatorische Errungenschaften wie die Garantie der Bewegungsfreiheit und Unversehrtheit von Menschen relativiert werden und Menschen selber Schuld sein sollen, wenn es zu Übergriffen von staatlichen und privaten Ordnungskräften kommt. Diesen Trend dürfen wir aber nicht akzeptieren, weil es ja nur um die Lappalie “Glasverbot” geht.
Vor allem darf man nicht den Gesamtzusammenhang übersehen. Das Glasverbot ist nicht zum Schutz vor Schnittverletzungen sondern zum Schutz der Einnahmen der Gastronomie eingeführt worden.
Die Securities könnten sinnvoll eingesetzt werden: Glasflaschen einsammeln, Scherben zusammenkehren und PassantInnen unbehelligt lassen.


 

26. Jul. 2011, 12:49 Uhr

LeserInnenbrief von Michael Wenzel:

@Martin

“(…)Das Glasverbot ist nicht zum Schutz vor Schnittverletzungen sondern zum Schutz der Einnahmen der Gastronomie eingeführt worden(…)”

Genau – und das Geld zur Finanzierung des für Besucher/innen kostenlosen BO-Total fällt ja bekanntlich vom Himmel.

Die Lokalpresse schrieb übrigens auch, dass es seit dem Verbot faktisch keine Schnittverletzungen mehr gibt. Aber das zu erwähnen ist wohl nur was für die Simpels, die sich der Betrachtung des “Gesamtzusammenhanges” verweigern ;o)

Schönen Tag
Michael


 

26. Jul. 2011, 14:03 Uhr

LeserInnenbrief von Wolfgang Wendland:

Sehr geehrter Herr Wenzel,

unabhängig davon ob das Glasverbot für gut und richtig gehalten wird oder aber eine Meinung analog des Urteils des VG Köln zum Kölner Glasverbot vertreten wird, dass das Kölner Glasverbot für rechtswidrig hält, können Sie mir sicher erklären, warum in Bochum die Durchsetzung des Glasverbots wiederum auch rechtswidrig ist.

Statt, wie das in der Allgemeinverfügung vorgesehen ist, Zwangsgelder anzudrohen bzw. zu erheben operiert die Polizei mit Platzverweisen und Security-Mitarbeiter werden handgreiflich. Und das nicht in Einzelfällen sondern mehrmals sowohl 2010 als auch 2011.

Das ohnehin fragwürdige Glasverbot wird in Bochum nicht rechtsstaatlich sondern durch Einschüchterung und Gewalt durchgesetzt. Wenn Sie auf derart organisierten Festen feiern können tun sie mir leid.
Übrigens: das Konzept zur Durchsetzung des Glasverbots in Köln genügt durchaus rechtsstaatlichen Prinzipien, kostet aber Geld. In Bochum ist es kostenneutral, wie vom Ordnungsamt zu erfahren war. (Der Bezug zum Karneval in Köln ergibt sich aus der Tatsache, dass das Bochumer Glasverbot zum größten Teil dort abgekupfert wurde.)

MfG

Wolfgang Wendland


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