Freitag 10.06.11, 12:01 Uhr
VCD kritisiert die Pläne zum dreispurigen Ausbaus der Kosterstraße

Kreisverkehr Königsallee/Haarstraße

Für eine vorrangige Realisierung des Kreisverkehrs und eine anschließende Überprüfung der weiteren Ausbaunotwendigkeit bei der Kosterstraße hat sich der Bochumer Verkehrsclub (VCD) ausgeprochen. “Bevor Millionen für den weiteren Ausbau aufgewendet werden, sollte abgewartet werden, ob die wesentlichen Probleme nicht auch schon mit dem Kreisverkehr gelöst werden können”, so VCD-Sprecher Jürgen Eichel. Der im Landesstraßenausbauplan 2009 verankerte Ausbau der Kosterstraße (L 705) und des Kreisverkehres Königsallee/Haarstraße in Bochum-Stiepel soll in diesem Jahr beginnen. Der Planfeststellungsbeschluss ist im Juni 2010 erfolgt. Es handelt sich um den Umbau der Kreuzung Haarstraße (die die Fortführung der Kosterstraße darstellt) mit der Königsallee zu einem Kreisverkehr mit anvisierten Kosten von ca. 1,5 Mio. Euro und den dreispurigen Ausbau der Kosterstraße im Bereich Henkenberg, wofür noch einmal ca. 6,7 Mio. Euro veranschlagt werden.
Als wesentliche Begründung für den Bau des Kreisverkehrs sowie für den Ausbau der Kosterstraße werden die Rückstaus auf der Königsallee und im Bereich der Haarstraße während der Stoßzeiten angeführt. Die Kosterstraße hatte 2005 eine durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV) von 12.823 Kfz auf, für das Jahr 2020 werden 14.030 Kfz prognostiziert. Angesichts von stagnierendem, zum Teil sogar rückläufigem Verkehrsaufkommen hält der VCD dies für keine realistische Planungsgrundlage. Der dreispurige Ausbau der Kosterstraße (zwei Spuren bergauf, eine bergab) soll gemäß Planung noch durch einen kombinierten Fuß-/Radweg ergänzt werden, der den gesamten Berg bis zur Kosterbrücke herunterführen soll. Weiterhin sollen die Anbindungen der Von-Dücker-Straße und der Kemnader Straße durch eigene Abbiegespuren verbessert werden. Im Bereich der Häuserzeilen am oberen Ende der Kosterstraße sollen die nördlich der Straße gelegenen Häuser abgebrochen und die Trasse der Kosterstraße auf diese Grundstücke verschwenkt werden. Die südlich gelegenen Häuser sollen eine eigene Zufahrt bekommen und über eine Lärmschutzwand von der eigentlichen Kosterstraße abgetrennt werden.
Der VCD Bochum sieht die Problematik der Rückstaus und begrüßt den Kreisverkehr. Jedoch erschließt sich dem VCD die Notwendigkeit des dreispurigen Ausbaus der Kosterstraße nicht, welcher zudem mit 6,7 Mio. Euro noch deutlich teurer würde als der Kreisverkehr. Die Problematik des Rückstaus ergibt sich aus der Sicht des VCD nicht aus der einspurigen Richtungsfahrbahn der Haar-/Kosterstraße – die im übrigen im Bereich der Haarstraße nicht geändert wird, da keine zweispurige Straße auf den Kreisverkehr münden darf -,  sondern aus der derzeitigen Regelung der Ampelkreuzung.
“Das Problem der derzeitigen Rückstaus sollte durch den anvisierten Kreisverkehr bzw. durch eigenständige Abbiegespuren zu bewältigen sein”, meint der VCD. Der zusätzliche, dreispurige Ausbau der Kosterstraße am Henkenberg hat nach Ansicht des VCD keine nennenswerte weitere positive Wirkung auf den Verkehrsfluss und bedeutet zudem einen erheblichen Eingriff in ein Landschaftsschutzgebiet. Eine weiterhin einspurige Führung ist deshalb aus der Sicht des VCD vollkommen ausreichend. Nach der Realisierung des Kreisverkehrs sollte daher eine mindestens halbjährige “Denkpause” eingelegt werden, während der die Verkehrsentwicklung überprüft und ggf. eine neue Verkehrsprognose erstellt wird.

 
 
 
 


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