Donnerstag 26.05.11, 14:14 Uhr

Mieterverein für Atomausstieg

Der Mieterverein Bochum, Hattingen und Umgegend e. V., mit 16.000 Mitgliedern der größte Verein mit Sitz in Bochum, unterstützt den Aufruf “Bochum Atomstromfrei”. Das hat die Mitgliederversammlung gestern Abend mit großer Mehrheit beschlossen. Der Aufruf, der unter www.bochum-atomstromfrei.de im Internet zu finden ist, fordert den schnellstmöglichen und vollständigen Ausstieg der Stadtwerke aus der Atomenergie. Dies bedeutet zum Einen, im Strommix der Stadtwerke den An-teil des Atomstroms auf null zu reduzieren und durch erneuerbare Energien zu ersetzen. Zum Anderen beinhaltet dies die Forderung nach einem Verkauf der RWE-Aktien – eine in Bochum besonders umstrittene Forderung. Nach durchaus kontroverser Diskussion schloss sich die Versammlung aber der Auffassung an, dass die Beteiligung an einem unbeirrbaren Atomkonzern nach der Katastrophe in Japan keine gute Geldanlage mehr ist und die Renditen aus dieser Beteiligung künftig lange nicht mehr so üppig sprudeln werden wie zuvor.
Der Vorstand des Vereins ist sich durchaus der Tatsache bewusst gewesen, “dass Energiepolitik nicht eigentliche Aufgabe eines Mietervereins ist, und hatte daher die Mitgliederversammlung um ein Votum gebeten”. “Aber”, so formulierte es Pressesprecher Aichard Hoffmann, “alle Mieter verbrauchen zu Hause Strom. Auf welche Weise er produziert wird, damit kann sich auch ein Mieterverein nach so einer Katastrophe durchaus befassen.”
Zuvor hatte die Versammlung den Bericht über das Geschäftsjahr 2010 entgegen genommen, das mit einem Minus von 53.000 Euro abgeschlossen hatte. “Ein Minus, das uns keine Kopfschmerzen macht, da es geplant war und auf einer Entnahme aus den Rücklagen resultiert”, erläuterte Geschäftsführer Michael Wenzel. “Dahinter stecken die Kosten der Werbekampagne, die zu einer Steigerung der Neuaufnahmezahlen um fast 20 Prozent geführt hat. Das Geld ist also gut angelegt.” Bei einem Etat von rund 1,1 Millionen Euro habe der Verein außerdem ausreichend Rücklagen, um auch eine längere Durststrecke zu überstehen.
Die Versammlung wählte den bisherigen 1. Beisitzer, Udo Nandzik, zum neuen 3. Vorsitzenden. Sein Nachfolger als 1. Beisitzer wurde Marek Nierychlo.

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28. Mai. 2011, 08:38 Uhr

LeserInnenbrief von rhein main:

Endlich mal eine gute Entscheidung der Bundesregierung, wenn diese auch durchgesetzt wird. Die FDP scheint allerdings wieder dabei zu sein, sich selbst abzuschaffen. Die soll sich zu einem konkreten Datum äussern, damit sie sich aus dem Tal bewegt. Raus bis spätestens 2021: Die Ethikkommission plädiert auch im neuen Entwurf ihres Abschlussberichts für einen Atomausstieg innerhalb von zehn Jahren oder weniger. In der Koalition droht ein schwerer Konflikt, die FDP sperrt sich inzwischen vehement gegen ein konkretes Datum.


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