Montag 16.05.11, 17:08 Uhr

Giustizia e Libertà

Gerechtigkeit und Freiheit

Prof. Dr. Valdo Spini (Florenz) erinnert am Dienstag, den 24. Mai um 18.00 Uhr im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets, Clemensstraße 17 an eine italienische Widerstandsorganisation. In der Ankündigung heißt es: »Obwohl sich in der Bundesrepublik mittlerweile die Vorstellung durchgesetzt hat, als Bürger oder Bürgerin einer europäischen Wertegemeinschaft anzugehören, sind Kenntnisse über gemeinsame und verschiedene politische Traditionen wenig bekannt. Um diese ins Blickfeld zu rücken hat das Institut für soziale Bewegungen der RUB (ISB) mit dem Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.” den prominenten Wirtschaftswissenschaftler und Präsidenten der Florentiner Stiftung „Fondazione Circolo Rosselli”, Prof. Dr. Valdo Spini, ins Haus der Geschichte des Ruhrgebiets eingeladen. Die Arbeit der Stiftung ist der Pflege des politischen Erbes der „Partito d’Azione” (Partei der Aktion) und ihres Vorläufers, der liberal-sozialistischen, antifaschistischen Widerstandsorganisation „Giustizia e Libertà” gewidmet. Diese wurde 1929 von italienischen Flüchtlingen wie Carlo Rosselli in Paris gegründet. Heute ist „Gerechtigkeit und Freiheit” der Slogan der Protestbewegung der italienischen Intellektuellen gegen Ministerpräsident Silvio Berlusconi.
Spini wird über „Die politischen Kräfte der Republik Italien und deren Grenzen” referieren.
Die Veranstaltung wird von der „Associazione italo-tedesca Amici dell’organo della pace di Sant’Anna di Stazzema (Deutsch-Italienische Gesellschaft Freunde der Friedensorgel Sant’Anna di Stazzema) sowie der Friedrich-Ebert-Stiftung (Büro Rom) und der Fondazione Museo e Centro di Documentazione della Deportazione e Resistenza unterstützt.
Sie bildet den Auftakt einer neuen Veranstaltungsreihe zum Thema „Die Renaissance der Demokratie in Europa”, in der die Formierung der tragenden Kräfte im Widerstand gegen Despotie und Fremdherrschaft nach 1945 und der Neuaufbau freiheitlicher Ordnungen beleuchtet werden.
Neben seiner Tätigkeit als Präsident der „Fondazione Circolo Rosselli” führt Valdo Spini eine eigene Fraktion im Stadtrat von Florenz. In seiner Jugend trat er früh der Sozialistischen Partei Italiens (PSI) bei und wurde 1979 Abgeordneter im italienischen Parlament. Von 1986 bis 1992 war er Staatssekretär im Innenministerium, 1992 in derselben Funktion im Außenministerium. Nach der Auflösung der PSI gründete er die Partei „Democratici di sinistra” (DS; linke Demokraten), die sich ebenso mittlerweile aufgelöst hat.
Spini rief 1981 die Zeitschrift für Politik und Kultur „Quaderni del Circolo Rosselli” ins Leben. Sein Vater, Giogio Spini, war Historiker und selbst Aktivist der „Partito d’Azione”.«

 
 
 
 


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