Montag 14.03.11, 19:30 Uhr
update 21.35 Uhr

Mahnwache: “Fukushima ist überall!”

Mehrere Hundert Menschen sind auch in Bochum dem Aufruf von ausgestrahlt gefolgt und haben von 18.00 Uhr bis 18.30 Uhr auf dem Rathausvorplatz an einer Mahnwache für den Ausstieg aus der Atomenergie teilgenommen. Anschließend sorgte die MLPD für einen Eklat, als sie ihre Lautsprecheranlage aufdrehte, ihren Vorzeige-Betriebsratsvorsitzenden Dietmar Kupfer ans Mikrofon holte und versuchte, die Veranstaltung für sich zu instrumentalisieren. Das gleiche spielte sich heute bei der Mahnwache in Dortmund ab. Schon gestern mussten die OrganisatorInnen der Anti-AKW-Demo massiv intervenieren, als die MLPD versuchte, sich mit ihren Fahnen an die Spitze des Demozuges zu stellen. Das WDR-Kamera-Team konnte gestern immer nur wenige Sekunde filmen, bis sich die MLPD ins Bild rückte. Viele Anti-AKW-AktivistInnen empfinden die MLPD inzwischen als Instrument ihrer GegnerInnen.
Ein Bericht mit Fotos ist bei Pottblog zu finden.

8 LeserInnenbriefe zu "Mahnwache: “Fukushima ist überall!”" vorhanden:

LeserInnenbrief(e) zu "Mahnwache: “Fukushima ist überall!”" als RSS


 

15. Mrz. 2011, 02:20 Uhr

LeserInnenbrief von Steffie Streik:

Die MLPD (und deren Tarnorganisationen Courage, Rebell, Rotfüchse, …) muss konsequent aus allen linken/emanzipatorischen Strukturen ausgeschlossenen werden. Die authoritären ZKler_innen alter Tradition versuchen seit Jahren gezielt, soziale Bewegungen zu unterwandern/übernehmen. Bei den Montagsdemos ist ihnen das weitgehendst gelungen (bzw. deren Spaltung/Marginalisierung herbeizurufen). Beim Bildungsstreik 2009 in Bochum haben sie das auch versucht, wurden aber sehr schnell vor die Tür gesetzt.

P.S.: mit einem Parteifahnenverbot auf der Demo am Sonntag wär das übrigens nicht passiert…


 

15. Mrz. 2011, 11:32 Uhr

LeserInnenbrief von Rainer:

Hallo zusammen,
ich war sowohl Sonntag als auch Montag dabei. Es wurde mit dem Anmelder der Grünen vereinbart das wie Bundesweit aufgerufen bis 18: 30 Uhr die Mahnwache stattfindet. Danach und ich betone danach wurde die Mahnwache beendet und das offene Mikro eröffnet. Es gab eine super kämpferische, lebendige und dem Anlass entsprechende Kundgebung. Das ist die Wahrheit! Wer was anderes behauptet der lügt. Alles andere ist nur Antikommunismus. Diejenigen die hier gegen die MLPD hetzen die sind selber alle in einer Partei. Sie sind z.B. bei den Grünen. Ich denke ihre größte Sorge ist das die Atompolitik ihrer Parteien kritisch diskutiert wird. Dann wird nämlich deutlich wer hier versucht den Protest zu instrumentalisieren. Warum haben diese Parteien soviel Angst davor das jeder zu Wort kommt? Was ist so schrecklich an einem offenen Mikrofon? Dann redet das Volk und nicht einige wenige die sich für allwissend halten. In diesem Forum wie auch sonst wird mir immer wieder deutlich, wenn ihnen die Argumente ausgehen dann kommen sie mit antikommunistischen Hasstiraden. Wir sollten alle die Sache in den Mittelpunkt stellen. Ich denke das alle ein Interesse haben und das ist das diese nicht beherrschbare Technologie sofort abgeschaltet wird.


 

15. Mrz. 2011, 18:55 Uhr

LeserInnenbrief von Dirk:

Komisch, ich erinnere mich daran, das ein herr kupfer gesprochen hat und aus der örtlichen Presse ist er auch als BR-Vorsitzender bekannt, kann mich aber bei seinen äußerungen kaum daran erinnern das er MLPD sagte, es kam zum ausdruck, das er im namen des Betriebsrates ein schreiben an unsere allseits beliebte kanzlerin schreibe wolle, aber von partei geschwafel habe ich nichts gehört… ich denke die meisten die an dem abend in bochum waren, können mir zustimmen.
vielleicht versuchen hier auch einfach einige menschen etwas darzustellen, was nicht da ist… feindbilder und ähnliche dinge durch propaganda hervorzurufen… naja man weiss ja was daraus wird

also ich fand alle redner am letzten sonntag gut, vorm herrn kupfer über die japanische dame, rentner, kinder etc

lang lebe die meinungsfreiheit

mfg
dirk


 

15. Mrz. 2011, 23:15 Uhr

LeserInnenbrief von Bernd Blinker:

Alle Leute, die länger als ein paar Tage in der linken Szene aktiv sind, wissen, dass die MLPD jede Veranstaltung, auf der sie es kann, rücksichtslos für ihre Selbstdarstellung nutzt. Wenn gar mehrere Hundert Leute anwesend sind, dann wird entsprechend rücksichtsloser vorgegangen.
Ich verstehe die anderen Gruppen und Parteien nicht, warum sie sich das gefallen lassen und weiterhin mit der MLPD zusammenarbeiten. Diese Politsekte hat durch ihr Auftreten schon so viele interessierte Menschen vergrault und etliche Bündnisse beschädigt oder zerstört. Die anderen Organisationen müssen doch irgendwann lernfähig werden und daraus Konsequenzen ziehen.
Die MLPD wird sich nicht ändern. Ihr Konzept ist äußerst erfolgreich. Ihr schadet es nicht, wenn sich 90 Prozent der Anwesenden genervt abwenden. Wenn von den Verblieben nur ein einziger als Interessent oder Mitglied geworben werden kann, hat es sich für die MLPD gelohnt, Hunderte andere mit ihrer Propaganda zu vertreiben.
Die Geschichte mit dem offenen Mikrofon ist die einzige Chance für die MLPD, mal vor mehr als vor ihren Mitgliedern zu sprechen. Kein Bündnis würde einen Vertreter der MLPD reden lassen.
Sehr witzig ist die Darstellung des MLPD-Funktionärs: Dann redet das Volk!
Das läuft grundsätzlich nach folgendem Drehbuch: Als erstes redet ein MLPD-Betriebsrat, ohne zu sagen, dass er in der MLPD ist, dann redet eine Frau von Courage, ohne zu sagen, dass sie in der MLPD ist, dann redet jemand von Rebell, ohne zu sagen, dass er in der MLPD ist und irgendwann redet dann jemand, der auch sagt, dass er in der MLPD ist. Dann hat das Volk gesprochen.


 

16. Mrz. 2011, 10:08 Uhr

LeserInnenbrief von Sebastian Michaelis:

Die MLPD hat überhaupt nicht soviel Aufmerksamkeit verdient.Das offene Mikro Punkt 18:30 Uhr mag zwar formal korrekt gewesen sein.Aber damit die Veranstaltung insgesamt zu instrumentalisieren zeugt ganz klar von einem schlechten politischen Stil!


 

19. Mrz. 2011, 14:20 Uhr

LeserInnenbrief von G. Sommer:

Also, ich war auch bei dieser Mahnwache und empfand es als unerträglich, dass eine Partei (in diesem Fall die MLPD) die Notlage in Japan für ihre Zwecke missbraucht, zumal für die meisten Teilnehmer es unfassbar schien, dass dort tatsächlich eine parteipolitische MLPD-Aktion stattfand. Als ich darauf lautstark hinwies, wollte man sich mit der scheinheiligen Äußerung, dass die Mahnwache doch vorbei sei und nun könnte man ja die noch vor Ort stehenden Menschen für parteipolitische Zwecke der MLPD missbrauchen, mundtot machen und das machte mich fast rasend.
Gottseidank konnte ich mich gerade noch zurückhalten.
Nichtsdestotrotz finde ich es nach wie vor unerträglich, wenn sich eine Partei in verachtenswerter Weise über Grenzen hinweg bewegt und unfaire Mittel einsetzt.
Viel wichtiger als Politik sind jetzt die Menschen und wenn wir durch politisches Taktieren gespalten werden, ist es eben kontraproduktiv.
Die MLPD bitte ich den Mahnwachenzug und damit den diesbezüglichen Sinn zu respektieren.

Manche Menschen möchten gerne länger bei der Mahnwache verweilen und erwarten keine MLPD-Kundgebung, welche als Mahnwache getarnt ist.


 

19. Mrz. 2011, 14:25 Uhr

LeserInnenbrief von G. Sommer:

Übrigens gehöre ich keiner Partei an!


 

25. Mrz. 2011, 22:17 Uhr

LeserInnenbrief von Harry Herrmann:

Der Umgang mit Atomstrom war noch nie unpolitisch und auch nicht still.
Von Tschernobyl kennt man die Entwicklung, dass ein unkontrollierter Reaktor irgendwann zu einer Kernschmelze übergeht. Es ist ein besonderes Experiment, dies in Japan direkt am Meer auszuprobieren. Da gibt es Opfer, also auch Täter! Darf man da schweigen? Es gab Zeiten, da ließen sich auch Grüne ungern das Maul verbieten.

Geht es denn dabei um unterschätzte Gefahren? Ganz deutlich nein!
Es werden hier seit Jahrzehnten nur die Sicherheitsmaßnahmen als nötig angesehen, die sich auch rechnen. Wer dies nicht für ausreichend hielt und hält, wird mundtot gemacht.
Es geht also um systematischen Betrug. Der heißt in Japan konkret: Sicher ist alles, was nach Ansicht der Profiteure ein Beben von 8.2 aushält. Denn dies lässt sich technisch realisieren. Uninteressant, dass 1923 schon so ein starkes Beben auftrat wie am 11.03. Es handelt sich um ein Beben, das 7 mal größer ist, als erlaubt. Tsunami ist das Japanische Wort, das als „Hafenwelle“ übersetzt wird und einen sehr verheerenden Druck aufbaut. Auch das wusste man in Japan. Wer dies bedenkt, baut kein Akw am Meer.
In allen Ländern sind nebenbei noch ständige Schummeleien bei den Kontrollen bekannt.

Es geht entscheidend um systematischen Betrug aus Profitgründen zu Lasten der Menschen.
Hiervon versucht man mit aller Macht abzulenken. Hiervon lenken aber auch alle ab, die meinen, mit Schweigeminuten oder stillen Mahnwachen einen Atomausstieg voran treiben zu können. Schweigen ist demonstrative Perspektivlosigkeit.
Schade, daß ich nicht dabei war.
Wer bei Kohlauftritten erfolgreich pfeifft, hier aber eine offene Auseinandersetzung hintertreibt, entpuppt sich nunmehr als Handlanger von RWE, oder? Es wird Zeit, daß das Schweigen aufhört!


Terminmitteilungen bitte an
redaktion@bo-alternativ.de