Dienstag 08.03.11, 21:00 Uhr
Wahnsinns Perspektiven:

Gesellschaft ohne Psychiatrie

Am Samstag, den 19. März veranstaltet der Landesverband Psychiatrie-Erfahrener NRW (LPE) zum 23. Mal seinen Selbsthilfetag. In der Einladung heißt es: »Diesmal zum Thema: Wahnsinns Perspektiven; Gesellschaft ohne Psychiatrie. Er verweist damit auf die Menschenrechtsverletzungen im psychiatrischen System und zeigt gleichzeitig Alternativen auf. Auch nachdem die reine Internierung, Folter und Ermordung der „Narren” und „Wahnsinnigen” durch ein System der Behandlung „psychisch Kranker” abgelöst wurde, bleiben Unterdrückung, Zwang und Gewalt in der Psychiatrie an der Tagesordnung.
Noch immer ist der Wahnsinn Spiegel der Gesellschaft, der dem Menschen all seine Ängste und Befürchtungen vorhält und mit dessen Hilfe er sie gleichzeitig von sich fern hält, indem er die Norm von der Un-Norm, die Vernunft von der Unvernunft trennt, um sich selbst gleichsam auf der richtigen Seite zu wähnen. Inzwischen begegnen wir den Anderen mit Mitleid statt mit unverhohlenem Hass, das beruhigt unser Gewissen und bringt uns den Guten noch ein Stückchen näher.
Der LPE ist bemüht den Rechtfertigungen der Verantwortlichen ihre Gültigkeit durch Alternativen im Umgang mit psychischen Krisen zu entziehen und zu zeigen, dass es auch anders geht. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Ver-rücktheit, Krisenbegleitung, gegenseitige Beratung und Austausch in Selbsthilfegruppen sind das „Contra” der organisierten Psychiatrie-Erfahrenen.
Der Selbsthilfetag findet von 11.00 bis 17.25 Uhr im Kirchenforum an der Ruhr-Universität Bochum- Querenburg statt. Auch in diesem Jahr wird es wieder Vorträge, Diskussionen und Arbeitsgruppen zum Thema, sowie genügend Zeit zum Austausch geben. Psychiatrie-Erfahrene, Freunde und Interessierte sind herzlich eingeladen. Der LPE freut sich auf eine rege Teilnahme. Weitere Informationen unter: 0234/ 68705552.« Der Tagungsverlauf.

 
 
 
 


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