Montag 07.02.11, 16:52 Uhr
Der DGB zum Thema verkaufsoffene Sonntage:

Die Ausnahme wird zur Regel

Der DGB kritisiert die Pläne der Stadt Bochum an 13 Sonntagen den Geschäften die Ladenöffnung zu ermöglichen. So sieht die Vorlage der Stadtverwaltung vor, insgesamt 35 Ausnahmen im Jahre 2011 für verschiedene Teile des Stadtgebietes zu genehmigen. „Die Ausnahme wird zur Regel. Ohne Hemmungen wünscht sich der Einzelhandelsverband fast jeden Sonntag Verkaufsmöglichkeiten, ohne Rücksicht auf Beschäftigte und das Ruhebedürfnis der Bevölkerung,” so DGB Regionsvorsitzender Michael Hermund. Das Ladenöffnungsgesetz werde zum löchrigen Käse, wenn jedem Ansinnen statt gegeben werde. Nach dem Gesetz kann für 4 Sonntage eine Ladenöffnung genehmigt werden wenn ein „öffentliches Interesse” vorliegt.
„Die Verwaltung gibt sich nicht einmal die Mühe, eine Begründung für 35 Ausnahmen zu finden. Selbst an 3 Adventssonntagen sind Ladenöffnungen geplant. Da wird ein Gesetz gebeugt, ” meint Hermund, der auch bezweifelt, ob im Vorfeld Kirchen und Gewerkschaften um Stellungnahme gebeten wurden.
„Wer diesem Wildwuchs tatenlos zusieht, darf sich nicht wundern, wenn Stadtteile veröden, der Einzelhandel gegenüber den großen Ketten und Einkaufszentren nicht mehr konkurrenzfähig ist”, so Hermund. „Auch Beschäftigte im Einzelhandel haben ein Recht auf Sonntagsruhe. Schon jetzt sind Geschäfte werktags bis 20.00 Uhr und länger geöffnet.”
Er appelliert an die Ratsvertreter, die am Donnerstag im Ausschuss darüber beraten, der Vorlage nicht zuzustimmen.

 
 
 
 


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