Mittwoch 02.02.11, 13:41 Uhr

Jusos hoffen auf die Vergesslichkeit

Vor drei Jahren haben die Jusos (SPD) bei der Wahl zum Studierendenparlament (SP) sechs ihrer zehn Sitze verloren. Sie hatten im Jahr zuvor mit dem RCDS (CDU) und der LHG (FDP) den AStA gebildet. Höhepunkt dieses Skandal-AStA war eine Party-Pleite, bei der fast eine Viertel Million Euro studentischer Gelder in den Sand gesetzt wurden. Landesrechnungshof und Gerichte beschäftigten sich dann mit den dabei vorgekommenen Unregelmäßigkeiten. Näheres. Die Jusos hoffen offensichtlich darauf, dass dies in Vergessenheit geraten ist und bieten sich jetzt der Grünen Hochschulgruppe in einem Offenen Brief als Koalitionspartner an: “Wir stehen bereit – schlagt ein!” Die Uni-Listen Nawi und Gewi wollen mitmachen und für eine Mehrheit im SP sorgen.

11 LeserInnenbriefe zu "Jusos hoffen auf die Vergesslichkeit" vorhanden:

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2. Feb. 2011, 15:07 Uhr

LeserInnenbrief von Student:

Wie lange will man denn nun noch mit dem Argument dieser misslungenen Fete Wahlkampf (auch nach dem Wahlkampf) machen? Keiner, der in dem Jahr im SP war (mit Ausnahme von Sebastian Marquardt, damals LHG, heute NAWI), hat bei LHG, Jusos und RCDS kandidiert. Vor einem Jahr hat diese Seite die Jusos ja sogar noch gelobt, ihr müsst euch nun schon entscheiden :)

Wie man hört, versuchen ja LiLi und GHG schon länger über informelle Kanäle eine Zusammenarbeit mit den Jusos anzustreben.


 

2. Feb. 2011, 15:29 Uhr

LeserInnenbrief von lisa:

wenn demokratische wege beschritten werden sollen, gibt es immer eine mensaparty, um diese zu verteufeln. gott sei dank! ;)


 

2. Feb. 2011, 16:15 Uhr

LeserInnenbrief von Studentin:

@Student:
Das ist ja eine nette Formulierung: “misslungene Fete”.
Jusos haben hier Gelder veruntreut, Aufträge überteuert an befreundete Leute weitergeschoben und die Einnahmen nicht sauber abgerechnet. Das SP wurde belogen.
Hier haben Sozialdemokraten den dümmlichen Vertretern von RCDS und LHG AStA-Pöstchen zugeschanzt, um richtig abzuzocken.
Die Jusos haben sich nie dafür entschuldigt, was sie da angerichtet haben. Und solche Leute wollen jetzt schon wieder in den AStA?
Wenn Grüne im Wahlkampf versprechen, die Koalition fortzusetzen, hierfür von den Wählern bestätigt werden und dann die korrupten Jusos in den AStA holen würden, dann setzten sie das aufs Spiel, womit sie zur Zeit offensichtlich punkten. Die Leute halten sie für einigermaßen glaubwürdig.


 

2. Feb. 2011, 16:26 Uhr

LeserInnenbrief von Leser_In:

@Studentin
Sippenhaft?


 

2. Feb. 2011, 17:48 Uhr

LeserInnenbrief von Studentin:

Sippenhaft wäre, wenn der Bruder oder die Schwester von Fabian Ferber dafür verantwortlich gemacht würden, was er angestellt hat.

Wenn in einem demokratischen Zusammenhang politische Gruppen dafür geächtet werden, was sie veranstaltet haben, nennt man das politische Verantwortung. Und wenn solche Gruppen ihr Fehlverhalten nicht aufarbeiten, werden sie halt länger dafür zur Rechenschaft gezogen.


 

2. Feb. 2011, 18:40 Uhr

LeserInnenbrief von Student:

@studentin: http://www.bo-alternativ.de/2010/01/13/bunte-ruhr-uni/

Sogar diese Seite, die nicht unbedingt als der Juso-HSG nahestehende Plattform bekannt ist, hat zu dem von dir konstatierten Vorwurf sich bereits anderweitig geäußert.

Ich finde es krass, dass man nun jedes Jahr Amen und Danke sein muss, um vom selbsternannten “linken Spektrum” nicht immer mit den gleichen Sprüchen beworfen zu werden.

Genauso die alternative liste, die ohne Nachweis behauptet, die Jusos hätten im Wahlkampf gepöbelt. Wo denn bitte?

Wo sagt der aktuelle AStA denn was zu dem Vorwurf, der von der LHG als erstes aufgebracht wurde, dass Initiativen ohne nennenswerten Gegenwert gefördert werden, die dazu noch ausnahmslos von Angehörigen der Linken Liste geführt werden?

Ist es nicht vielmehr so, dass gerade die Listen (ausgenommen: GHG und SWIB), die diesem noch bestehenden AStA angehören, nicht zur Selbstkritik in der Lage sind?

Ich habe in meinem ersten Semester al gewählt, weil ich den Wahlkampf der Jusos gegen die “FUB” beschissen fand. Danach habe ich nicht gewählt, weil ich die Jusos nicht wählen wollte wegen der Fete und die anderen nicht, weil die auch ihren Anteil dazu beigetragen haben. Und ich finde es auch nicht gut, Bilder von Leuten, selbst wenn sie dick Scheiße gebaut haben sollten (vor allem: alleine, jaja), an der Uni zu kleben.

Jetzt habe ich mal die GEWI gewählt, weil die neu ist und ich keine Lust auf dieses ganze Geplärre habe. Die tun sich dann mit NAWI und den Jusos zusammen und bieten eine Alternative an. Ja was denn?

Ich kann LiLi und al leider nicht ernstnehmen und ich wähle an der Uni nicht parteipolitisch. Was sind denn die tatsächlichen Erfolge? Ich habe mich neulich mit einem RCDS-Typen am Wahlstand unterhalten. Mit dem Semesterbeitrag, den der AStA heute führt, hätte damals Michael Jackson auftreten können und es wären keine Schulden gemacht worden.

46 Leute lassen sich von Studiengebühren befreien und der AStA kommt tatsächlich in seinem Rechenschaftsbericht auf 12 (!) Projekte, auf die er hinweist. Dazu gehören die Rote Ruhr Uni (ich dachte, das sei eine vom AStA unabhängige Initiative?) und irgendwelche Aktionen inklusive Schottern im Wendland, das nun auch nicht unbedingt zum Uni-Territorium gehört.

Ich würde wirklich gerne etwas Linkes wählen, aber dieser AStA ist tatsächlich peinlich. Auf jeder bsz grinst der AStA-Vorsitzende (ist das nicht das, was man den Vorgängern vorwarf?), eine objektive Berichterstattung findet dort (wenn man die listenunabhängigen Redakteure mal anspricht: die bestätigen das sogar!) nicht statt.

Dann sinkt die Wahlbeteiligung und alle freuen sich, dass der amtierende AStA noch 18 Stimmen hat. Das ist natürlich super. Gerade dann, wenn LiLis und GHGs selbst in ihren Seminaren in Geschichet rumposaunen, wie nervig AStA-Sitzungen mit der al seien, weil die regelmäßig ohne Begründung gegen Anträge auf den Sitzungen stimmen.


 

2. Feb. 2011, 19:30 Uhr

LeserInnenbrief von Kalle:

ich als kämpfer am gleis bin froh, dass es fabian ferber gibt. ohne ihn wäre vieles nicht möglich gewesen. die fair gehandelte erbsensuppe + tofuwurst aus bochum, war ein knaller.


 

2. Feb. 2011, 22:00 Uhr

LeserInnenbrief von Tom:

Hihi: »Geschichte wiederholt sich nicht, es sei denn als Farce.« (Karl M.)

Gut 20 Jahre später immer noch dasselbe Theater, derselbe Schauplatz, ähnlichen Protagonisten, der gleiche Schwachsinn.

»Geschichte wiederholt sich nicht, es sei denn als Wiederholung.« (Der Säzzer)


 

2. Feb. 2011, 23:08 Uhr

LeserInnenbrief von dieter:

der wandel bei den jusos scheint mir fraglich. es scheint wohl immer noch einer der hauptprotagonisten der damaligen fete eine rolle bei den jusos zu spielen, weswegen ich es legitim finde, auf die damalige party hinzuweisen. es hat leider nie den klaren bruch bei der juso hsg gegeben. da liegt das problem. aus anderen hochschulen, an denen sich jusos konstruktiv an linken asten beteiligen. ist wohl aus gutem grund immer wieder ein kopfschütteln zu vernehmen, wenn es um die bochumer juso hsg geht.

interessant ist nun der offene brief. da wird suggiert gewi und nawi würden für einen “progressiven” asta stehen. ich weiss ja nicht, wie jusos progressiv definieren. von nawi und gewi ist eher zu vernehmen, dass sie nach rechts durchaus recht offen sind.

genauso einen wild durcheinander gewürfelten rechts-links-unpolitisch asta, wie ihn sich die jusos erträumen, hatte die rub zweimal. mit der folge, dass jeweils nachher die asta-finanzen ruiniert waren. die viel geschmähten gelder für politische, kulturelle und soziale initiativen, die der grün-linke asta jedes jahr ausgibt, haben interessanterweise nie zu solchen finanzdesaster geführt.

ich bin daher ganz froh, dass der asta wiedergewählt wurde. ansonsten würde ich mir an der ein oder anderen stelle trotzdem einen noch engagierteren asta wünschen. da fehlte im letzten jahr zb der rote faden eines gemeinsamen ziels oder projekts.


 

3. Feb. 2011, 06:55 Uhr

LeserInnenbrief von Marie:

Hallo,
ich finde es nahezu beschämend, dass sogar nun die NAWI in die rechte Ecke gestellt wird von manchen Kommentaren hier. Kaum zu fassen.
Zeigt einmal mehr, was für einen extremen Realitätsverlust die momentanen AStA Listen erleiden…


 

4. Feb. 2011, 01:18 Uhr

LeserInnenbrief von Marianne:

> Auf jeder bsz grinst der AStA-Vorsitzende

Hehe, so viel zum Thema Realitätsverlust. Kann ja jedeR überprüfen, wann die letzte bsz mit einem Bild des AStA-Vorsitzenden erschienen ist…

Ich bin froh, dass es weiterhin einen linken AStA geben wird, und hoffe, dass er sich noch mehr ins Zeug legt als in der vergangenen Amtszeit. Das da Luft nach oben ist, bezweifelt glaube ich auch kaum jemand aus der Koalition. Aber mal im Ernst: Eine Studentenvertretung, die sich am Programm von Nawi und ihrem G-Reihenableger orientieren würde, wäre wirklich eine reine Lachnummer. Das Rektorat jedenfalls würde sich die Hände reiben bei so viel Naivität… oder soll ich sagen Nawität?

Nix für ungut!


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