Dienstag 30.11.10, 14:52 Uhr
Der DGB Ruhr-Mark zu den aktuellen Arbeitslosenzahlen:

Wirklichkeit ist grauer als der Schein

„Der regierungsamtliche Jubel darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wirklichkeit grauer ist als der schöne Schein der Statistik. Der Aufschwung ist noch längst nicht stabil, immer noch suchen über 22.500 Menschen in Bochum Arbeit. Davon sind 5.500 in Maßnahmen versteckt, ” kommentiert DGB Regionsvorsitzender Michael Hermund die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. „Statt des verkündeten ‘Aufschwungs für alle’ verfestigt sich die Spaltung am Arbeitsmarkt. Am harten Kern der Arbeitslosen geht der Aufschwung nämlich weitgehend vorbei – an den Langzeitarbeitslosen, Geringqualifizierten und an den Älteren. Fast 39 % sind seit mehr als 12 Monaten ohne Arbeit, Geringqualifizierte konnten nur unzureichend integriert werden. In den letzten zehn Jahren hat sich die Lage für diese Gruppe nicht gebessert. Auch Ältere profitieren kaum, über 2.500 Menschen sind über 55 Jahre alt, 27 % aller Arbeitslosen sind inzwischen über 50.
Beschäftigungsaufbau findet vielfach in Leiharbeit stattfindet. Wir brauchen aber kein Heuern und Feuern, sondern vernünftig abgesicherte Beschäftigung.” Hier sei der Gesetzgeber gefordert – mit gleichem Lohn für gleiche Arbeit in der Leiharbeit und existenzsicherndem gesetzlichen Mindestlohn. Jeder zweite Beschäftigte, der neu eingestellt wird, müsse sich zunächst mit einer befristeten Stelle begnügen.
Der Anstieg der prekären Beschäftigung müsse dringend gestoppt werden. Deutschland habe inzwischen europaweit den größten Niedriglohnbereich.

 
 
 
 


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