Archiv - Oktober 2010
ADFC: “IHK: Nur Autos im Kopf”
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittleres Ruhrgebiet veröffentlichte vor wenigen Tagen eine Pressemitteilung unter dem Titel: “Beibehaltung der vierspurigen Wittener Straße zwingend notwendig.” Der Vorsitzende des ADFC Bochum Klaus Kuliga erwidert darauf mit einer Stellungnahme unter dem Titel “IHK: Nur Autos im Kopf”. Darin heißt es: »Der Hauptgeschäftsführer der IHK Mittleres Ruhrgebiet hat seine ideologische Verblendung unter Beweis gestellt, indem er die Beibehaltung der vierspurigen Wittener Straße für “zwingend notwendig” erklärt. Die Verwaltung der Stadt Bochum schlägt vor, die Leistungsfähigkeit der Wittener Straße dadurch zu erhöhen, dass für Radfahrer endlich zumutbare Verhältnisse geschaffen werden. Dabei sind auch noch wesentliche Verbesserungen für den Busverkehr möglich. Das stößt auf den entschiedenen Widerspruch der Auto-IHK. Dabei unterschlägt Herr Neinhaus die Tatsache, dass auf der Wittener Straße Fahrbahnflächen frei geworden sind, weil die Straßenbahn unter die Erde verlegt wurde – mit Millionenaufwand. Für den Radverkehr bedeutet die vorgeschlagene Planung das Ende jahrzehntelanger Diskriminierung – auf einer Länge von gerade mal 500 Metern! (weiterlesen)
Irie Révoltés – Support Chaoze One
Am Donnerstag, den 7. 10. spielt Irie Révoltés im Bahnhof Langendreer. Das Konzert beginnt um 20:00 Halle mit Chaoze One. Radio El Zapote kündigt das ganze an: »Hier wird mit Verstand jede Bühne gerockt. Irie Révoltés schaffen es, ihren politische Botschaften mal richtig Dampf zu machen. Die sozialkritischen Texte, mal gerappt, mal gesungen, mal französisch, mal deutsch, beziehen Stellung zum alltäglichen kapitalistischen Wahnsinn und Problemen wie Migration, Klimawandel etc., die dieser mit sich bringt. HipHop, Ska, Reggae und Dancehall, da wird ordentlich umgerührt, da werden Genregrenzen überschritten und Hemmschwellen gebrochen. (weiterlesen)
Physisch, nervlich und seelisch am Ende
In der am Mittwoch erscheinenden BSZ wird der unabhängige Sozialberater Norbert Hermann in einem Interview gefragt: Wie bewerten Sie die aktuelle sozialpolitische Entwicklung? Norbert Hermann: Nach bald sechs Jahren Hartz IV sind sehr viele Menschen physisch, nervlich und seelisch am Ende. Möglicherweise vorhandene Ersparnisse sind aufgebraucht, und es stellt sich Ersatzbedarf ein für Kleidung, Schuhwerk und Wohnungsausstattung. Dafür soll zwar ein „Ansparbetrag“ in Höhe von etwa 50 Euro in der Regelleistung enthalten sein, das Geld reicht aber vorne und hinten nicht. Aus dieser Not heraus nehmen die Menschen die Tafeln in Anspruch. Aber auch die Armutskriminalität steigt: Nach Mitteilung des Seniorenbeauftragten der Bochumer Kriminalpolizei sind Seniorinnen und Senioren in Bochum heute in höherem Maße Täter im Bereich Kleinkriminalität als deren Opfer. In der Strafanstalt „Plötzensee“ in Berlin sitzt jede_r Dritte nur ein wegen Schwarzfahrens. Das hartnäckige Sträuben der Landes- und Lokalpolitik gegen ein Sozialticket kann in diesem Zusammenhang nur als gemeinwohlgefährdend bezeichnet werden. (weiterlesen)
DGB Aufruf zur Demo in Oldenburg
„Krach schlagen statt Kohldampf schieben”, so der DGB-Regionsvorsitzende Michael Hermund „ist angesichts der zynischen Politik der Bundesregierung die angemessene Reaktion auf die neuen Hartz-IV-Sätze.” Der DGB in Bochum schließt sich dem Aufruf der Erwerbsloseninitiativen zur Demonstration in Oldenburg am 10. Oktober an. Das ungläubige Staunen, dass mit der Streichung des Elterngelds für Hartz-IV-Beziehende in erwünschte und unerwünschte Kinder unterschieden wird, ist mittlerweile dem Zorn gewichen. (weiterlesen)
Das Sozialforum tagt heute
Das Bochumer Sozialforum trifft sich am heutigen Montag um 19.00 Uhr im Sozialen Zentrum. Thema Nummer 1 ist die Vorbereitung auf das Bündel von Aktivitäten im heißen Herbst. Es gibt außerdem eine Bewertung der Entwicklung beim Sozialticket. Schließlich steht auf der Tagesordnung noch ein Bericht vom Bündnis für soziale Gerechtigkeit und es gibt Überlegungen zur Vorbereitung des Tortenprozesses.
Lesung und Gespräch mit Myrthe Hilkens
Die niederländische Autorin Myrthe Hilkens liest am Donnerstag, 7. Oktober 2010 um 19 Uhr im Frauenarchiv Leihse an der Ruhr-Uni, FNO 02/15 aus ihrem Buch “McSex – Die Pornofizierung unserer Gesellschaft”. Die Lesung ist eine Veranstaltung für Frauen. Über das Buch schreibt der Orlando Verlag: “Myrthe Hilkens gehört selbst einer sexuell befreiten Generation an und hat kein Interesse daran, in prüde, sexfeindliche Zeiten zurückzukehren, doch irgendwann merkte sie, wie die Sex- und Schönheitsindustrie besonders junge Frauen in ein neues Korsett zwingt. Mit sexueller Befreiung hat das nichts mehr zu tun. Für ihr Buch hat die Autorin mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gesprochen und Medienberichte und wissenschaftliche Untersuchungen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: (weiterlesen)
Cuba-, Mali-, Chile-Solidarität
Am Donnerstag, den 7.10. trifft sich die Humanitäre Cuba Hilfe (HCH) um 19.30 Uhr im Bahnhof Langendreer. Auf der Tagesordnung steht u.a. eine Nachlese des Tags der offenen Tür im neuen Lager der HCH und die Vorbereitung eines “Lagertages” am Samstag, den 9.10. um die vielen Sachspenden ein zu sortieren. Dann gibt es Berichte aus Mali und Cuba. Barbara Baars berichtet über ihre Erkundungsreise zu medizinischen Laboren in Mali. Schließlich sind noch Pedro Holz und Isabel Carcamo zu Gast. Sie berichten über die Situation der Erdbebenopfer in Chile und was aus der Hilfe geworden ist, die u.a. von der HCH organisiert wurde.
Solidarität mit den Protesten gegen S 21
Die AG Bildungsstreik Bochum ruft “zur Teilnahme an dezentralen Solidaritätsaktion mit den Protesten gegen Stuttgart 21 auf. Unser Mitgefühl gilt den durch Polizeigewalt verletzten Menschen in Stuttgart, unsere Solidarität dem Widerstand dort.” Weiter heißt es in dem Aufruf: »Mehrere Tausend Schülerinnen und Schüler haben sich am Donnerstag am “Schulstreik gegen Stuttgart 21″ beteiligt und ihre Forderung unterstrichen, Milliarden Steuergelder nicht für unsinnige Prestigeprojekte, sondern für Bildung und Soziales auszugeben. Im Laufe des Tages kamen immer mehr Menschen zur Demonstration in den Stuttgarter Schlosspark, um gegen dessen geplante Abholzung zu protestieren. (weiterlesen)
Stadtrundgang: Bochum in der NS-Zeit
Seit Jahren führt Klaus Kunold, Vorstandsvorsitzender der VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) als Zeitzeuge von “damals” Interessierte auf seinem Stadtrundgang zu Orten in der Bochumer Innenstadt, die an die NS-Zeit erinnern. Die Machtübergabe an die Faschisten und ihre Folgen: Massenaufmärsche und Propaganda, Gleichschaltung und Terror, Verfolgung und Vernichtung der politischen Gegner und der Bochumer Juden lassen sich am Schicksal einzelner Menschen und im Alltag dieser Stadt an vielen Orten erfahrbar machen. Bei dieser VHS-Veranstaltung, am Sonntag, den 10.10., Treffpunkt 14.00 Uhr vor dem Rathaus an der Glocke, soll ein Einblick gegeben werden, was Alltag unterm “Hakenkreuz” für die Menschen, die hier lebten, bedeutete.
