Samstag 25.09.10, 21:00 Uhr

Huitka – Stimmen aus der Tiefe

Am Donnerstag, den 30.9. gastiert das Teatro Red Juvenil um 20.00 Uhr im Bahnhof Langendreer. Zu sehen ist ein Tanztheater zum Thema Gewalt gegen Frauen in Kolumbien: Huitka – Voces del Socavòn / Stimmen aus der Tiefe. In der Einladung heißt es: »2009 wurde die junge Theatertruppe aus Medellín zum ersten Mal begeistert im Bahnhof gefeiert. Die Geschichte eines Dorfes, das in den Strudel der Gewalt gerät und versucht, daraus zu entfliehen, brachten sie mit Musik, Tanz und Masken auf die Bühne – dabei erzeugten sie Bilder, die unter die Haut gingen. Red Juvenil ist antimilitaristisch und künstlerisch aktiv und sucht so nach einem Weg zur Beendigung der Gewalt, die in ihrer Heimat herrscht. Auch mit ihrem neuen Stück, als Tanztheater konzipiert, engagieren sie sich in diesem Sinne.
„Huitka” ist der Name einer präkolumbianischen Göttin des Volkes der Chibcha, hauptsächlich in der Andenregion ansässig; die Hauptstadt lag im heutigen Kolumbien. Mit der Eroberung durch die Spanier wurde die Kultur der Chibcha zerstört. Huitaka forderte die männlichen Götter heraus und widersetzte sich dem Patriarchat – das nach ihr benannte Stück widmet sich den Frauen Kolumbiens.
Gewalt an Frauen gehört im gegenwärtigen Kolumbien zum Alltag, sie hat viele Gesichter: Demütigungen, Diskriminierung, Vergewaltigung – zu Hause, auf der Arbeit, vor allem aber im Kriegsgebiet, denn im bewaffneten Konflikt wird Gewalt an Frauen bewusst und systematisch als Waffe eingesetzt. Um Macht zu zeigen, um Kontrolle auszuüben auf grausamste Art, wird der Körper der Frau zum Schlachtfeld.
Das Stück macht die Problematik kolumbianischer Frauen im bewaffneten Konflikt sichtbar, eine Inszenierung mit viel Körperarbeit und Spiel mit Symbolen. Vor dem Hintergrund herausragender Frauen in der Geschichte Kolumbiens berichten die vier Protagonistinnen aus ihrem Leben. Das Leid, die Not und der Mut von Frauen in der konfliktreichen und patriarchalischen kolumbianischen Kultur wird dem Publikum von den Künstlerinnen im wahrsten Sinne des Wortes „nahe gebracht”, so dass wir begreifen, emotional nachvollziehen können. Gleichzeitig lassen sie uns mit ihrer Darbietung teilhaben an ihrem großen kulturellen Reichtum, an der Musik und den Tänzen Kolumbiens, aus denen immer auch Lebensfreude spricht.«

 
 
 
 


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