Freitag 24.09.10, 08:30 Uhr

Wenn ich einmal der Kanzler wär

Ein Zwischenruf zur deutschen Einheit

Am Freitag, den 1. Oktober ist auf Einladung der DKP Bochum Prof. Dr. Ludwig Elm um 19:30 Uhr zu Gast im Bahnhof-Langendreer. In der Ankündigung heißt es: »Ludwig Elm ist der bedeutendste marxistische Konservatismusforscher unseres Landes, zu DDR-Zeiten war er Professor an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, von 1994-98 Bundestagsabgeordneter der PDS, heute ist er Mitglied der Linkspartei und der VVN-BdA. Er setzt sich, ausgehend von den Vorgängen von 1989/90, mit der heutigen bundesdeutschen Politik auseinander. Er bietet eine engagierte und wissenschaftlich fundierte Alternative zur herrschenden Geschichtsverzerrung, die im Vorfeld des 20. Jahrestags der so genannten »Wiedervereinigung« zu einer erneuten Hetzkampagne gegen die DDR führen wird.
Was an Kritik auf die Agenda zu setzen wäre, ist Gegenstand seines Buches. Der Titel nimmt ein in der Vergangenheit bereits wiederholt gebrauchtes und variiertes Motto auf. Das geschah beispielsweise in dem präfaschistischen Pamphlet „Wenn ich der Kaiser wär” des Vorsitzenden des Alldeutschen Verbandes, Heinrich Claß, von 1912 (und weiteren Auflagen). Völlig anders motiviert schrieb Karl Valentin ein Couplet „Wenn ich einmal der Herrgott wär”. Nun wird die Simulation benutzt, um die unter bundesdeutschen Kanzlern erfolgte Geschichtspolitik mit Einwänden und Alternativen zu konfrontieren. Der Kristallisationspunkt sind die Vorgänge von 1989/90. Deren heutige Erörterung kann jedoch an der Vorgeschichte – besonders seit 1945/49 – sowie an den Entwicklungen und Erfahrungen seit den neunziger Jahren nicht vorbeigehen. Im Mittelpunkt steht die Idee, dass im vereinigten Deutschland Enquete-Kommissionen des Deutschen Bundestages zur Geschichte nicht nur (zweifach!) zur DDR, sondern auch zur Bundesrepublik hätten eingesetzt werden sollen. Die BRD schloss ebenfalls eine längere Geschichtsperiode ab, die neben Erfolgen und sehenswerten Resultaten auch Kritikwürdiges und Problematisches, weiterhin Verdrängtes und Unabgegoltenes, umfasst. Außerdem hätte bei einem solchen Herangehen der Zusammenschluss beider deutscher Staaten nicht bereits äußerlich auffällig als Unterwerfung und Verurteilung des einen durch den anderen stattgefunden.«

 
 
 
 


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