Dienstag 14.09.10, 18:00 Uhr

Die Soziale Liste antwortet Linker Liste

Der Vorstand der Sozialen Liste schreibt: »Wir sind nicht bereit uns von der ‚Linken Liste’ bzw. der anti-deutschen Strömung vorschreiben zu lassen wer auf unseren Kulturfesten auftritt oder nicht. Das Hip-Hop-Duo ‚die bandbreite’ provoziert, regt zum Widerstreit und Disput an, das muss im Kulturbetrieb möglich sein. Als wir die Duisburger Band ‚die bandbreite’ zu unserem Kulturfest einluden, war sie uns als eine Musikgruppe bekannt, die offen Stellung gegen Nazis bezieht und die bereits auf zahlreichen linken Veranstaltungen aufgetreten ist (u. a. Ostermarsch Ruhr 2010, Demo gegen ‚pro nrw’, Linker Liedersommer Burg Waldeck). Der an uns gerichtete Brief der ‚Linken Liste’, der den antifaschistischen Charakter der Gruppe infrage stellte, erreichte uns am Tag der Veranstaltung, drei Stunden vor dem geplanten Auftritt. Die dort gegen die Band erhobenen Vorwürfe erscheinen uns als unglaublich und als zumindest stark überzogen. Während der Veranstaltung betonten die Bandmitglieder ihre antifaschistische Überzeugung und ihr entsprechendes Engagement. Von der rechtsextremen Zeitung ‚Junge Freiheit’ distanzierte man sich ausdrücklich, die gegenüber einem ‚Journalisten’ dieses Blattes getätigten Statements seien unter Vorspiegelung falscher Tatsachen erschlichen worden.
Der Diskussionsprozess über die aufgeworfenen Fragen ist in der Sozialen Liste noch nicht abgeschlossen.«

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14. Sep. 2010, 21:41 Uhr

LeserInnenbrief von Kaugummimaus:

“Die dort gegen die Band erhobenen Vorwürfe erscheinen uns als unglaublich und als zumindest stark überzogen.”

Meinen die das ernst?!? Ich nehme ja mal an, die haben sich die Infos und Links durchgelesen, welche die Linke Liste ihren beiden Veröffentlichungen als Quellen angefügt hat. Mit Nichtwissen können sie sich also wirklich nicht mehr rausreden. Konkret bedeutet diese Erklärung also:

- Die Soziale Liste findet die Kontakte der “Bandbreite” zur Verschwörungssekte “Organische Christus-Generation” und den Auftritt auf dem AZK-Kongress akzeptabel – scheißegal, dass da auch offene Antisemiten und Holocaustleugner auftreten.

- Die Soziale Liste hat kein Problem damit, dass ihr Top-Act am kommenden Wochenende in Berlin auf einer obskuren Anti-Euro-Konferenz spielt, auf welcher der Rechtsextreme Karl Albrecht Schachtschneider einer der Hauptredner ist? (Infos zu Schachtschneider: http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Karl_Albrecht_Schachtschneider )

- Die soziale Liste reagiert auf rechtsoffene populistische Verschwörungstheorien und Auftritte bei Veranstaltungen, die Nazis ein Forum bieten mit der Aussage: “Kultur muss das aushalten können” (Zitat Günther Gleising aus dem Artikel der Ruhr-Nachrichten)

Fazit: Entweder ist die Soziale Liste tatsächlich zu einer Querfront-Organisation geworden, die nix gegen Kontakte zur extremen Rechten hat – oder sie hat sich vergalloppiert wie kaum eine linke Gruppe in den vergangenen Jahren in Bochum.

Egal wie, beides ist unerträglich. Wie zur Hölle soll man mit einer Gruppe jemals wieder zusammenarbeiten können, die auch nach verhältnismäßig sachlicher Kritik nicht anfängt nachzudenken, sondern sich immer weiter mit rechtsoffenen Verschwörungstheoretikern solidarisiert? Diese Erklärung ist echt ein Tiefschlag für das linke Bochum. :-(


 

14. Sep. 2010, 22:21 Uhr

LeserInnenbrief von daniel:

1. Die Soziale Liste behauptet, ihr sei „Die Bandbreite“ vor der Einladung „als eine Musikgruppe bekannt“ gewesen, „die offen Stellung gegen Nazis bezieht“. Will die Soziale Liste wirklich behaupten, ihr sei trotz der intensiven öffentlichen Auseinandersetzungen um die Band nicht bekannt gewesen, wen sie sich ins Haus holt und wie es um den vermeintlichen Antifaschismus des Duos bestellt ist? Nur zur Erinnerung:

– In dem Song „Kein Sex mit Nazis“ wird Hitlers Fanatismus auf seine unbefriedigte Homosexualität zurückgeführt. Nun ist nicht davon auszugehen, dass die Band dies ernst meint (obwohl, wer weiß), sondern als Humor verstanden wissen will. Nur: Ist das witzig? Bei wem funktioniert dieser Witz? Ich hoffe, das ist es nicht, was die Soziale Liste unter Antifaschismus versteht!

– Oder steckt der Antifaschismus in einer Zeile aus dem Lied “Wir können auch anders”? In der heißt es nämlich: „Denn die Neuform des Faschismus, heißt heut Neoliberalismus“. Bei aller Sympathie für eine Kritik des Neoliberalismus: Ich hoffe, auch das ist es nicht, was die Soziale Liste unter Antifaschismus versteht!

– Die Band hat der rechten Zeitung Junge Freiheit ein Interview gegeben. Dieses Interview findet sich nach wie vor auf der Seite der Band. Wie glaubwürdig ist daher die Aussage, man sei von der JF reingelegt worden?

– Daß „Die Bandbreite“ letztes Jahr auf dem verschwörungstheoretischen AZK-Kongress auftrat, darauf ist ja schon hingewiesen worden.

- Die Band verbreitet nicht nur krude Theorien über die Terroranschläge auf das World Trade Center, sondern wähnt sich selbst als Opfer einer Verschwörung: „Irgendjemand bezahlt das doch, oder? [...] Man braucht sich eigentlich nur angucken, wer hat ’nen Nachteil davon, dass wir so ’nen Song über 11. September gestalten. Dann kann man sich ungefähr vorstellen, wo diese ganzen Diffamierungen herkommen und wer dafür bezahlt. Und ich bin mittlerweile sehr überzeugt davon, dass dafür bezahlt wird.“ (Marcel Wojnarowicz)

- Am Rande einer Demonstration am 4. Juni 2010 sagte Bandleader Marcel Wojnarowicz in Duisburg, Israel würde fast schon eine “Ausrottung” (wörtliches Zitat!) der Palästinenser betreiben. Ich hoffe, solche Statements sind auch für die Soziale Liste nicht tragbar.

2. Gleich im Eingangssatz der vorläufigen Stellungnahme steht, daß die Soziale Liste sich nicht von der Linken Liste „bzw. der antideutschen Strömung“ innerhalb der Linken Liste vorschreiben lasse, wer auf ihrem Kulturfest auftrete und wer nicht. Der Ton spricht hier bereits Bände: Man kann sich lebhaft vorstellen, wie über den offenen Brief, in dem gebeten (!) wurde, „Die Bandbreite“ auszuladen, innerhalb der Sozialen Liste gesprochen wurde: „Von diesen Antideutschen lassen wir uns doch nichts vorschreiben!“. Es ist bedauerlich, dass das Ressentiment eine vernünftige Prüfung der Kritik verhinderte. Um es deutlich zu sagen: Ich kenne die Linke Liste als eine Bündnisliste, in der ganz unterschiedliche linke Gruppen zusammenkommen. Daß irgendwelche ominösen Antideutschen dort das Sagen haben, können sich nur Leute zurechtlegen, die in ähnlich manichäischen Kategorien denken wie „Die Bandbreite“.


 

14. Sep. 2010, 23:31 Uhr

LeserInnenbrief von redfern:

Ich nehme hier mal das Wort von der Politsekte auf:
Eine der schlimmsten Politsekten überhaupt sind die “Antideutschen”, die mit ihrer rassistischen Hetze gegen Menschen, die aus dem muslimischen Kulturkreis stammen, die linke Bewegung spalten wollen und jeden, der sich gegen den US-amerikanischen Vernichtungskapitalismus und die menschenvernichtenden Politik in Gaza wendet, als Nazi brandmarken.
Die sogenannte “Linke Liste” hat sich in der vergangenheit schon häufig als von reaktionären, rechten, antideutschen Spinnern unterwanderte Truppe erwiesen.
Macht Euch lieber mal selbst ein Bild von den Songs der Bandbreite!

Hört auf zu studieren, fangt an zu denken!
(Slogan der roten, inzwischen antideutschen ruhr-uni)


 

15. Sep. 2010, 00:21 Uhr

LeserInnenbrief von thilo:

Beliebte Technik: Wenn man gegen berechtigte Kritik keine Gegenargumente vorbringen kann, dann wird die Kritik mit irgendeinem Label versehen, um sich anschließend nur noch mit dem selbst verpassten Label, und nicht mit der Inhalten der Kritik auseinandersetzen zu müssen. So macht das die Soziale Liste ganz offiziell, die sich von “der anti-deutschen Strömung” bedrängt wähnt, und so tut es auch ‘redfern” in seinem Kommentar. Schade nur, wenn das Ablenkungsmanöver wirklich so reflexartig, ressentimentgeladen, platt und durchschaubar ausfällt, wie in dem Kommentar…


 

15. Sep. 2010, 01:26 Uhr

LeserInnenbrief von Wilson:

redfern scheint ja ein wirklich intensiver Begreifer der Bandbreite-Songs zu sein.
Aber was bitte ist nun genau der US-Amerikanische Vernichtungskapitalismus?


 

15. Sep. 2010, 11:02 Uhr

LeserInnenbrief von Beobachter:

Jeder, der einmal versucht hat, Texte der Antideutschen zu lesen, wird merken, dieses verwirrte Zeug ist einfach nur unleserlich. Aber darum geht es auch nicht. Nicht gut fundierte und durchdachte theoretische Analysen wollen sie erstellen, sondern Diffamierungen. Die fortschrittlichen Bewegungen sollen diskreditiert und eingeschüchtert werden.
Ein neues Opfer dieser pubertierenden Schreihälse scheint nun die Soziale Liste in Bochum zu sein. Dagegen sollte man sich zur Wehr setzen. Denn das Antideutsche Spektrum ist weder links noch antifaschistisch. Es ist einfach nur dumm und rassistisch.


 

15. Sep. 2010, 11:21 Uhr

LeserInnenbrief von der fragende:

und weitere fragen an redfern:

- wer ist diese sekte “antideutsche”, also wer ist das genau, haben die einen dachverband mit parteiprogramm und vorsitzenden?

- wo hat die linke liste, die ja deiner meinung nach irgendwie teil des dachverbandes “antideutsche” ist, “rassistischen Hetze gegen Menschen, die aus dem muslimischen Kulturkreis” betrieben?

- was verstehst du unter rassistischer hetze?

- wie kommst du auf die idee, dass es ziel u.a. der linke liste, die linke spalten wollen?

- was ist “menschenvernichtenden Politik in Gaza”?

- wo wurde behauptet, dass alle menschen, die sich für palästinenserinnen im gaza einsetzen nazis sind?


 

15. Sep. 2010, 11:48 Uhr

LeserInnenbrief von thilo zwei:

LOL – immer wieder amüsant, dass diese Diskussionen letztendlich immer bei Israel landen. Das Thema ist ein schwarzes Loch, in dem die Linke sich selbst versenkt (hat).

@redfern: Das ist schon eine seltsame Menschenvernichtung in Gaza, bei der die Bevölkerungszahlen beständig wachsen:

“Die Geburtenrate und das Bevölkerungswachstum ist eine der höchsten weltweit.” (Generaldelegation Palästinas in der Bundesrepublik Deutschland) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Gazastreifen

Aber Argumente kann man sich sparen, dafür sind Leute wie redfern et.al. völlig unzugänglich.


 

15. Sep. 2010, 12:54 Uhr

LeserInnenbrief von daniel:

Es geht hier nicht um Gaza und Israel, sondern um die Stellungnahme der Sozialen Liste. Daß die Soziale Liste die Auseinandersetzung gerne auf den Nahost-Konflikt und böse Antideutsche herunterbrechen möchte, glaube ich gern — denn dann muß sie sich nicht mehr mit dem eigentlichen Thema auseinandersetzen. So leicht sollte man es der Sozialen Liste aber nicht machen. Der Hinweis auf eine antideutsche Strömung ist übrigens schon deshalb hanebüchen, weil nicht nur die Linke Liste sehr sachlich auf das Treiben der Band hingewiesen hat, sondern auch die Grüne Hochschulgruppe und der AStA (der auch die alternative liste angehört). Alles Antideutsche? Die Soziale Liste sollte sich lieber mal ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen.

Übrigens: Den nächste Auftritt in Bochum, den die Band angekündigt hatte, wird es wohl nicht geben. Auf ihrer homepage haben sie zwar den Anschein erweckt, sie seien von der Böll-Stiftung eingeladen worden, aber das war nie der Fall. Mittlerweile ist die Ankündigung mit dem Logo der Böllstiftung auch von der homepage verschwunden…


 

15. Sep. 2010, 14:18 Uhr

LeserInnenbrief von der fragende:

@Beobachter:

- auch an dich die frage, was antideutsche für dich genau sind. wodurch erkennst du sie und kannst sie von anderen linken unterscheiden?

- erkläre das doch bitte genauer, was du mit “verwirrtes Zeug” meinst?

- warum sind die von dir als “antideutsche” identifizierte “rassistisch” und nicht “links” und “antifaschistisch”?


 

15. Sep. 2010, 18:14 Uhr

LeserInnenbrief von J_exp2:

Ich finds echt witzig, wie Linke sich (mal wieder) gegenseitig zerfleischen -.-

Um die tausendfach gestellte Frage “Wer sind denn nun die Antideutschen, und woran erkennt man sie denn?” billigstmöglich zu beantworten: Es sind die, die auf Antinazidemos liebend gern mit Israelfähnchen wedeln und jegliches deutsche Kulturgut seit der Aufklärung ablehnen. Häufig wird von Ihnen auch die Frage nach der Identifikation Antideutscher gestellt, um dem Diskusionspartner mangels genauer Definition des Antideutschen Begriffes die Gesprächssgrundlage zu entziehen.

Ich für meinen Teil hab echt keine Lust mehr, mir bei jeder Gelegenheit anzuhören, wie alternativ-alternativ-alternativ irgend wer doch ist und während wir uns noch im innerfamiliären Kleinkrieg befinden rollt die braune Front friedlich weiter. Aber Ok, macht euch mal schön weiter Gedanken darüber, wer denn nun wem als erstes die Sandburg zermatscht hat.

*Denktip*
Auftritte linker Gruppen auf “Umstrittenen” Events, könnte man übrigens auch als Akquisition betrachten *stubs*


 

15. Sep. 2010, 22:38 Uhr

LeserInnenbrief von Fred:

“*Denktip*
Auftritte linker Gruppen auf “Umstrittenen” Events, könnte man übrigens auch als Akquisition betrachten *stubs*”

Klar, Du Held! Und demnächst spielen holen wie Rio Reiser aus dem Grab und lassen ihn auf NPD-Parteitagen auf der Bühne herumtanzen um den Nazis linke Politik nahezubringen. Es wäre wohl weniger peinlich, wenn die Soziale Liste mal einsehen würde, dass sie da Bockmist gebaut hat, anstatt hier ein paar mehr oder minder alte Männer an den Computer zu setzen und empörte Öffentlichkeit zu simulieren.


 

16. Sep. 2010, 12:22 Uhr

LeserInnenbrief von antichrist:

die bandbreite? Ist das nicht das linke HipHopDuo, das auch auf der letzten großen Anti-Nazi Demo des breiten Bochumer Bündnisse „Wir sind Bochum“ im Jahr 2008 auf dem Dr-Ruer-Platz aufgetreten ist? Zwar ohne vorherige Absprache, dafür aber auf Initiative und Veranlassung eines wirren Bochumer evangelikalen Pfarrers mit den haarigen Ansichten über türkische Faschisten? Und bis heute war kein großes Lamenti dazu von antideutscher Seite zu vernehmen.
Daher liegt der Verdacht nahe, dass es bei den jetzigen Angriffen auf diese AntiFa-Band darum geht
1. vorzuschreiben, was Kunst ist und was sie darf.
2. alles, was den bedingungslos pro-amerikanischen und antiislamistischen Einstellungen der Antideutschen nicht entspricht, als „nicht links“ zu brandmarken
3. Organisationen wie die Soziale Liste, DKP und VVN zu schwächen
4. Mal wieder das vergessene Spielchen zu spielen: „Nur wir allein sind die wahren Linken im Besitz der allumfassenden Weisheit“


 

16. Sep. 2010, 13:28 Uhr

LeserInnenbrief von Ingo:

Ich finde es schade, dass die Soziale Liste auf diese Weise reagiert. Die Kritik, die nicht von ominösen Antideutschen, sondern von Linker Liste, Grüner Hochschulgruppe und dem AStA der RUB kam, ist inhaltlich fundiert und zeigt auf, dass diese Band alles andere als unproblematisch ist. Ich würde ihnen auch ganz klar absprechen, dass sie links sind, aber darum geht es ja eigentlich nicht.

Was ich wirklich schlimm finde, ist die Argumentation der Sozialen Liste. Sie argumentieren ähnlich wie rechtspopulistische Gruppen, wenn ihnen bestimmte Aussagen oder Verbindungen um die Ohren gehauen werden. Wir lassen uns das nicht verbieten, Kultur darf das und so weiter…

Natürlich dürfen Kultur und Kunst auch Unsinn verbreiten, aber es ist wichtig und notwendig, dass in einer aufgeklärten Gesellschaft dies dann auch angesprochen und kritisiert wird, gerade wenn es in einem ganz eindeutig politischen Kontext passiert. Mit dieser Pressemitteilung relativieren und verunglimpfen sie auch antifaschistisches Engagement gegen Nazi-Bands. Wenn mal wieder ein KC-Konzert ansteht, wird die Soziale Liste dann auch Antifa-Gruppen verurteilen, die das Konzert verhindern wollen? Kultur darf das schließlich, nicht wahr?

Die Soziale Liste hat sich weder getraut, den Auftritt der Band klar zu verteidigen und zuzugeben, dass sie inhaltliche Schnittmengen besitzt. Noch hat sie sich distanziert und klar gemacht, dass sie die Verschwörungstheorien klar ablehnt. Stattdessen ist der Kompromiss ein Schlag ins Gesicht für linke Gruppen, die gerade aus Gründen der Demokratie und Meinungsfreiheit gegen bestimmte Strömungen vorgehen.


 

16. Sep. 2010, 14:38 Uhr

LeserInnenbrief von immer noch genervt:

Antideutsch? Klar bin ich gegen Deutschland – gegen das Konzept von Nationalstaaten im Allgemeinen. Gegen die USA, gegen Israel, gegen Palästina,… (to be continued)!
Soviel zu den verdammten Labels!

Außerdem bin ich gegen Sexismus und Homophobie (Dinge die von der “Bandbreite” propagiert werden) und vorallem bin ich gegen blinden Dogmatismus. Früher (und auch jetzt noch ab und an) habe ich diesen Vorwurf den “Antideutschen” gemacht. Flaggen von Nationalstaaten haben auch für mich nichts auf AntiFa-Demos zu suchen – was hier aber auch nicht Thema sein soll.

Aber das Verhalten der Sozialen Liste und noch viel mehr einiger der Schreiber der hier veröffentlichten Leserbriefe ist ebenso dogmatisch und unreflektiert. Kritik wird ignoriert und aufgrund eines vorgeschobenen Labels (“antideutsch”) marginalisiert.

Aber bevor ihr hier über die Antideutschen schimpft, versucht doch bitte die aufgeworfenen Einwände von “Kaugummimaus” und “daniel” zu entkräften. Ohne einander zuzuhören ist in jeder Diskussion alles doof!

Außerdem: Die Soziale Liste sollte begreifen, dass sie sich mit ihrem derzeitigen Verhalten nicht nur bei Anitdeutschen unbeliebt macht.


 

16. Sep. 2010, 19:02 Uhr

LeserInnenbrief von BoSy-Friend:

Mir ist schon damals bei “Wir sind Bochum” diese Band unangenehm aufgefallen. Ihren Namen habe ich mir nicht gemerkt, weil er es mir nicht wert schien. Ich fragte mich, wie ein derartiger Mist (sexualisierte infantile vorgebliche “Kritik” an Nazis als Individuen) unter dem Etikett “Antifaschismus” dort aufgeführt werden konnte. Es war mir richtig peinlich für die Verantwortlichen der Demo. Es wird schleunigst Zeit, dass sich die Soziale Liste zu den Vorwürfen aus dem AStA und den Erweiterungen auf dieser Seite äußert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die bisherigen Anti-Andtideutschen-Postings nicht von der Sozialen Liste stammen.


 

16. Sep. 2010, 19:04 Uhr

LeserInnenbrief von BoSy-Friend:

Entschuldigung. Der letzte Satz sollte lauten:
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die bisherigen Anti-Andtideutschen-Postings von der Sozialen Liste stammen.
(Es gab ein nicht zu viel)


 

17. Sep. 2010, 00:28 Uhr

LeserInnenbrief von Wie im Kindergarten:

Seid wann kann man mit Antideutschen diskutieren? Und warum sollte die Soziale Liste über jedes Stöckchen springen was man hinhält? Deshalb denke ich nicht, das es bisher hier Beiträge von der Sozialen Liste gab. Und der Band die bandbreite kann man nur raten mal juristisch gegen diese üblen Unterstellungen vorzugehen.


 

17. Sep. 2010, 09:11 Uhr

LeserInnenbrief von redfern:

Wirklicher wirrer Beitrag, Fred!

Wenn der DGB und andere “seriöse” Vereinigungen die Bandbreite nicht mehr einladen, weil sie statt für kritische Kultur für kriecherische, staatstragende US-Anbiederung stehen und antideutsche Spinner linke VeranstalterInnen unter Druck setzen, die Bandbreite nicht auftreten zu lassen, kann eine Band, die schließlich auftreten will, auch mal dubiose Angebote annehmen, wo auf Events merkwürdige rechte Gestalten aus Absurdistan krudes Zeug labern, ohne das die Bandbreite damit konform gehen muss.
Kaptalismus funktioniert halt nach Angebot und Nachfrage, das sollte gerade antideutschen USA-Verherrlichern klar sein.
Die Bandbreite ist eine antifaschistische Band und ich beglückwünsche die Soziale Liste zu ihrer Courage sich nicht dem Meinungsterror dieser “Linken”(selten so gelacht!) Liste gebeugt zu haben!


 

17. Sep. 2010, 11:54 Uhr

LeserInnenbrief von werner:

@redfern,

dein antiamerikanismus gepaart mit deinem sprachgebrauch (psychatrisierung wie durch “wirres zeug”, rassistische stereotype “absurdistan”) outen dich doch recht eindeutig als rechtsextremen. diese form von aufspringen auf einen linken konflikt ist hinlänglich bekannt. aber an der tarnung musst du noch arbeiten.

wie ich die soziale liste kenne, kann sie trotz des fragwürdigen einladen einer band mit kontakten zu rechten gruppen, sehr wohl zwischen linker und rechter kritik unterscheiden.

anstatt dass hier absurde beiträge gepostet werden, wäre es sinnvoller sich mal an einen tisch zu setzen und differenzen zivilisiert auszutragen.


 

17. Sep. 2010, 12:15 Uhr

LeserInnenbrief von Fred:

Meine Güte die Reaktionen der von “redfern” und Konsorten machen einem ja echt Angst. Das es unter Leuten, die sich selbst als “Links” verstehen welche gibt, deren Denkmuster eher einfacher Natur sind und die sich als recht starr und rigide erweisen können, war mir ja schon klar. Aber dass das solche Züge annimmt, dass die eigenen Kategorien sich auf “kritische Kultur” (was dann immer nur das ist, was man selbst für richtig hält) und eine “kriecherische, staatstragende US-Anbiederung” beschränken, das hätte ich wirklich nicht gedacht.

Allen anderen, die eine Idee davon bekommen wollen, wie so ein Denken funktioniert, denen sei ein Blick in die “Studien zum autoritären Charakter” von Theodor W. Adorno empfohlen. in der deutschen Übersetzung von 1973 ab Seite 303, Kapitel VI: “Typen und Syndrome”. Den Tipp würde ich eigentlich ja eigentlich auch an “redfern” richten, aber ich fürche, da ist es schon ein bisschen zu spät und das Ganze würde wohl nur als “kriecherische, staatstragende US-Anbiederung” eines bösen bürgerlichen Theoretikers abgetan.


 

17. Sep. 2010, 17:40 Uhr

LeserInnenbrief von redfern:

@werner

So, so, Antiimperialismuns ist also “rechtsextrem” und Absurdistan ist “rassistisch”???

Mehr als lehrreich, aber nur im Hinblick auf den Verfasser!


 

18. Sep. 2010, 15:22 Uhr

LeserInnenbrief von anarchx:

Also das ist doch echt schlimm hier.
Ich bin weder antiimp noch antideutsch, dass mal vorweg.

Die bandbreite ist für mich aber definitiv NICHT links.
Abgesehen von ihren Verschwörungstheoretischen Ansichten, die mir schon ziemlich Angst machen, sind die beiden offensichtlich zumindest klar homphob und sexistisch. Das Interview mit der Jungen Freiheit sollte auch zu denken geben…

kurz: Es ist ein (geistiges) Armutszeugnis, null auf Kritik einzugehen, nur weil sie “von den falschen Personen” kommt. Denn die Kritik ist klar berechtigt. Vor allem: WAS bitte hat Israel, Palästina oder die USA mit der angeführten Kritik zu tun?!


 

18. Sep. 2010, 18:15 Uhr

LeserInnenbrief von J_exp2:

Die hier ausgelegte psychopolitische Falle ist banal und leicht nachzuvollziehen.
Desshalb würde gern wissen, warum die LiLi denn, wenn sie diese Band so unausstehlich findet, nicht einen “normalen” Brief an die SL geschickt hat, sondern einen öffendlichkeitswirksamen “Petzbrief” mit Diffamierungscharakter zur Wahl ihrer Mittel gemacht hat, wo ein Gespräch, ein normaler Brief, eine Email, oder eine äquivalente Kommunikationsform sachdienlicher gewehsen wäre.
Natürlich könnte man jetzt argumentieren, dass ein offener Brief die Wählerschaft an der Uni über die Rechtschaffenheit der gewählten “Fraktion” informiert, und der Transparenz dient, jedoch bleibt der fade Beigeschmack von Stimmenfang und Profilierung auf Kosten des Ergebnisses.

Und um den lieben Fred zu beruhigen, ich bin kein Mitgleid irgend einer Liste und bin auch sehr deutlich unter 30 und ich bin nicht übermäßig empört mir geht es lediglich auf die Nerven, dass der linke Fortschritt von sinnlosen Ränkespielen gebremmst wird.
Eine Frage hätte ich allerdings doch recht gern beantwortet: Wie soll man denn sonst mit Neonazis umspringen, wenn nicht mit Aufklärungsangeboten, Auffangnetzen und Ausstiegshilfen?
Willst du die Nazis solange verdreschen, bis sie einsehen, das sie falsch liegen? Es ist natürlich sehr wichtig, sich auch auch weiterhin öffentlich gegen Rechts zu stellen, nur leider reicht das alleine eben nicht.

liebe Grüße
J_exp2


 

18. Sep. 2010, 19:49 Uhr

LeserInnenbrief von thilo:

@redfern

Hm, wenn die hassgeladene Rumpöbelei über “US-amerikanischen Vernichtungskapitalismus” und vermeintliche “kriecherische US-Anbiederung” und die Erklärung der gesamten universitären Linken von der Linken Liste über die Alternative Liste bis hin zu den Grünen zu “antideutschen Spinnern” tatsächlich Antiimperealismus wäre, dann müsste man sagen: Ja, dann wäre Antiimperealismus rechtsextrem. Glücklicherweise sind nicht alle, die selbst von sich behaupten Antiimperealisten zu sein, so drauf. Von daher würde ich einen Nazi-Fake ebenfalls nicht ausschließen.

Witzig finde ich jedenfalls, dass Leute wie du plötzlich mit Pöbeleien über die USA und angebliche “Antideutsche” anfangen, wo es doch um die Bandbreite und Bochum geht. Oder ist das etwa so gemeint, daß die Kritik an Verschwörungstheoretikern gleich “kriecherische US-Anbiederung” ist? Egal wie: Ich hoffe für die Soziale Liste echt, dass du mit ihr nix zu tun hast.

So, jetzt hamma die Trolle genug gefüttert. Guten Appetit und tschau, ich warte weiterhin auf eine inhaltliche Stellungnahme der Sozialen Liste.


 

22. Sep. 2010, 18:55 Uhr

LeserInnenbrief von BillBrook:

“Und der Band die bandbreite kann man nur raten mal juristisch gegen diese üblen Unterstellungen vorzugehen.”

Die werden sich schwer hüten und wissen auch warum. Wäre doch peinlich wenn die Vorwürfe auch noch gerichtsfest sind.


 

22. Sep. 2010, 19:02 Uhr

LeserInnenbrief von BillBrook:

@ Werner

“Meinungsterror” ist auch so ein entlarvendes Wort, das hattest du noch übersehen.


 

13. Nov. 2010, 19:28 Uhr

LeserInnenbrief von werner müller:

noch ein nachtrag zur kompletten bandbreite. sie supporten jetzt das querfrontprojekt von jürgen elsässer: http://npd-blog.info/2010/11/13/und-noch-ein-unabhangiges-monatsmagazin/

in der hinsicht gewinnt die kritik der linken liste nochmal recht.


 

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