Samstag 26.06.10, 17:00 Uhr
Vergangenheitsbewältigung und Menschenrechtsarbeit in Guatemala

Jugend zwischen Gewalt und Hoffnung

Am Freitag, den 2. Juli lädt die Bochumer Hochschulgruppe von Amnesty International um 19.30 Uhr zu einem Vortrag im Bahnhof Langendreer ein. Der Menschenrechtsaktivist und Musiker Lucio Yaxon aus Guatemala berichtet von der Aufarbeitung des guatemaltekischen Bürgerkriegs. Lucio Yaxon gehört der Volksgruppe der Maya an und damit jenem Teil der guatemaltekischen Bevölkerung, die am stärksten unter dem fast vier Jahrzehnte währenden Bürgerkrieg zu leiden hatte. Seit kurzem ist er als politischer Flüchtling in Deutschland anerkannt und vom 29. 6. bis  4. 7. in Bochum zu Gast. In der Ankündigung der Veranstaltung heißt es: »Zunächst wird Lucio Yaxon über Gewalt in Guatemalas Vergangenheit und Gegenwart berichten, aber auch von der Hoffnung auf Gerechtigkeit. Diese beruht nicht zuletzt auf einem im Jahre 2005 wiederentdeckten Archiv der ehemaligen Nationalpolizei. Im Anschluss wird der Film „Asalto al sueño” („Angriff auf den Traum”) des Guatemala-Dokumentarfilmers Uli Stelzner gezeigt.
Zwar ist der Bürgerkrieg durch die Unterzeichnung von Friedensverträgen zwischen den beteiligten Guerillaorganisationen und der Regierungsarmee seit 1996 offiziell beendet. Doch die Verantwortlichen für 150.000 bis 250.000 – vorwiegend indigene – Todesopfer und zehntausende Verschwundene bleiben oft straflos. Die Entdeckung eines geheimen Polizeiarchivs im Jahre 2005 gab vielen Betroffenen Anlass zur Hoffnung, die Verantwortlichen vor Gericht stellen zu können. Lucio Yaxon, der sich schon bei den Jugendorganisationen „Hijos” und „Mojomayas” engagiert hatte, half von nun an bei der Auswertung von Millionen Dokumenten aus der Zeit des Staatsterrors.
Über seine Arbeit zur Aufklärung der Kriegsverbrechen hinaus wirkt Lucio Yaxon als Musiker. Sein Rap auf Kakchiquel und Spanisch gibt seiner Generation eine eindrucksvolle Stimme und stellt so ein zusätzliches politisches und kulturelles Sprachrohr dar.
Illustriert von Filmausschnitten und seinen eigenen Erfahrungen als Aktivist und Musiker berichtet Lucio Yaxon an diesem Abend vom zähen Weg der Aufarbeitung des Bürgerkriegs und vom Lebensgefühl der Nachkriegsgeneration. Uli Stelzners Film zeigt im Anschluss das Schicksal von Migranten, die auf einer gefährlichen Route den Weg von Guatemala in die USA versuchen. Das Ergebnis des mehrmonatigen Filmens mit einer kleinen Digitalkamera ist eine bewegende Dokumentation, die die gefahrvolle Odyssee auf Güterzügen und ihr häufiges Ende in Abschiebegefängnissen oder bei Überfällen durch Jugendbanden und korrupte Grenzbeamte eindringlich schildert.«

 
 
 
 


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