Donnerstag 24.06.10, 12:04 Uhr
Konferenz am 3.Juli in Bochum

“Integration und Ausgrenzung…

...in der Einwanderungsgesellschaft – Bildungspolitik und Arbeitsverhältnisse in der Kritik"

Der Gesprächskreis Migration der Rosa-Luxemburg-Stiftung veranstaltet am Samstag, den 3. Juli von 10.30 – 16.00 im Jahrhunderthaus in Bochum an der Alleestraße eine Konferenz mit vielen kompetenten ReferentInnen zu dem Thema „Integration und Ausgrenzung in der Einwanderungsgesellschaft – Bildungspolitik und Arbeitsverhältnisse in der Kritik“ In der Ankündigung zu der öffentlichen Konferenz, zu der alle Interessierten eingeladen sind, heißt es: „Integration ist in aller Munde – als ein Muss, eine erfüllbare Anforderung oder eine nette Geste der weißen Mehrheitsbevölkerung. Integration heißt Deutschkurs, Städtetest und Überprüfung der demokratischen Gesinnung. Integration ist eigentlich gelungen, so der Sachverständigenrat der Bundesregierung. Nur die Problemzone Bildung macht Sorgen. Und auch die schlechten Arbeitsmarktchancen – wenn sie denn arbeiten wollten, die Kinder der Kinder der ehemaligen EinwandererInnen. Im Integrationsbegriff laufen in der aktuellen Debatte um die Einwanderungsgesellschaft Deutschland viele Fäden zusammen.Die Folgen einer langjährigen verfehlten rechtlichen Gleichstellung der EinwandererInnen und ihrer hier geborenen Kinder und den ‚normalen’ Verwerfungen der krisengeschüttelten kapitalistischen Produktionsweise werden hier kulturalisiert und den Ausgegrenzten als ethnische Kollektivzuschreibung oder als individuelle Schuld und mangelnden Integrationswillen vorgeworfen. Kämpfe um gleiche Rechte, kulturelle Anerkennung und medialer Repräsentanz werden entweder als Verweigerung oder als Angriff auf die Gesellschaft diffamiert. Entscheidende Integrationsmechanismen in die bundesdeutsche Gesellschaft sind Erwerbsarbeit, (Aus)Bildung sowie rechtliche Gleichstellung. Die beiden ersten Felder sollen im Rahmen der Veranstaltung kritisch hinterfragt werden. Abschließend wollen wir diskutieren, welche Kämpfe gerade geführt werden, um einer rechtlichen Gleichstellung ein Stück näher zu kommen und wie wir die verschiedenen Perspektiven der AkteurInnen zusammen bekommen können.

Programm
10:30 – 12:00
Bildungsbenachteiligung von EinwandererInnen
Toan Nguyen: Institutionelle Diskriminierung von migrantischen Jugendlichen – Blickpunkt Schule
Susanne Spinder: Alternative Bildungsformen in heterogenen Gesellschaften
12:00 – 13:00
Pause mit Suppe “Minestrone“ italienische Gemüsesuppe oder Westfälische Kartoffelsuppe mit Mettwurstscheiben separat Suppe für 4 Euro – Kaffee und Wasser sind während der gesamten Veranstaltung kostenfrei
13:00 – 14:30
Arbeitswelten von EinwandererInnen
Christian Manger: Diskriminierung von Arbeitssuchenden mit Migrationshintergrund in Deutschland – eine Feldstudie
Hüseyin Aydin: Teilhabe durch Bildung Aus und Weiterbildung, Integration in den Arbeitsmarkt
14:30 – 16:00
Gegen- und Widerstandsstrategien gegen die Diskriminierung
Sevim Dagdelen : Linke Integrationspolitik als soziale Frage
Merfin Demir: Vertrieben und entrechtet – aktuelle Situation der Roma und Empowermentstrategien
Kien Nghi Ha: Integrationspolitik als Sicherung der deutschen Dominanzkultur und kulturelle Diskriminierung postkolonialer MigrantInnen

Infos zu den ReferentInnen

Hüseyin Aydin
Politischer Sekretär beim Vorstand der IG Metall, lebt seit 1976 in der BRD. Nach der Schule fing er bei der Fa: Thyssen Stahl AG als Hüttenwerker an. War seit 1982 Gewerkschaftspolitisch aktiv und in allen gewerkschaftlichen Funktionen tätig. 1992 Besuch der Sozialakademie der Uni Dortmund, Abschluss als Sozialwirt. Seit 1996 Politischer Sekretär der IG Metall. 2005 bis 2009 im Bundestag und WASG-Mit-Gründer auf Bundes und Landes Ebene.

Sevim Dagdelen
Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB) für DIE LINKE, Beruf: Journalistin. Sprecherin für Migrations- und Integrationspolitik und Internationale Beziehungen. Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und stv. Mitglied im Innenausschuss.

Merfin Demir
Kaufmännischer Angestellter und Referent für Weiterbildung & Bundesjugendvereinätzung bei der Interkulturellen Jugendselbstorganisation von Roma und Nichtroma Amaro Drom e. V. Akkreditierung beim European Roma Summit im September 2008 und April 2010 im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft.

Kien Nghi Ha
Dr. phil., Kultur- und Politikwissenschaftler. Seine Forschungsschwerpunkte sind postkoloniale Kritik, Rassismus, Migration und Asian German Studies. Zahlreiche Beiträge zu Fragen kultureller Hybridität, Identitätspolitik und kolonialer Präsenzen mit Fokus auf den deutschen Kontext. Im transcript Verlag ist soeben sein neues Buch “Unrein und vermischt Postkoloniale Grenzgänge durch die Kulturgeschichte der Hybridität und der kolonialen ‘Rassenbastarde’” erschienen

Chrstian Manger
Studium und Dissertation an der Uni Konstanz, seit Oktober 2009 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Würzburg. Forschungsbereiche sind Arbeitsmarktökonomik mit besonderem Fokus auf Bildungsökonomik sowie Diskriminierung. Mitautor der aktuellen Studie Ethnic Discrimination in Germany’s Labour Market.

Toan Nguyen
Diplom- Pädagoge; Promovend an der FU Berlin im Themenfeld „Schule-Migration-Rassismus“; freischaffender Trainer, Referent und Moderator im Kontext von Migration, Diskriminierung und Empowerment, Schulentwicklungsbegleiter.

Susanne Spindler
Prof. Dr., Studium der Dipl.-Pädagogik. Von 1998 bis 2002 Mitarbeiterin an der Forschungsstelle für interkulturelle Studien an der Universität zu Köln/Soziologie, bis 2008 Lehrbeauftragte. 2004-2008 Bildungsreferentin der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW. Seit 2009 Professorin für Interkulturalität, Jugendarbeit und Sozialraum an der Hochschule Darmstadt.

Veranstaltungsort
Im Jahrhunderthaus in Bochum (Gewerkschaftshaus der IG Metall, Alleestraße 80, 44793 Bochum
Kontakt und Organisation Dr. Tobias Pieper tobias.pieper@web.de
Eine Veranstaltung des Gesprächskreis Migration der Rosa-Luxemburg-Stiftung
Eine Voranmeldung ist nicht notwendig – Die Teilnahme ist kostenfrei.

 
 
 
 


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