Freitag 26.03.10, 21:00 Uhr

Lehren aus dem Kapp-Putsch

„Die wichtigste Lehre ist, dass eine einheitlich handelnde Arbeiterklasse in der Lage ist, reaktionäre Kräfte zu besiegen, dass aber die linken Kräfte nicht gewinnen können, wenn sie mit reaktionären militaristischen Kräften paktieren. Es bleibt die bittere Erkenntnis, dass die einmal gewonnene Einheit auch gleich wieder zerronnen war, als rechte SPD-Führungspolitiker zur alten antirevolutionären Politik zurückkehrten”, so die Bochumer Bundestagsabgeordnete Der Linken, Sevim Dagdelen, anlässlich von 90 Jahren Kapp-Putsch.
„Bei den Wahlen von 1920 war für die SPD die Folge, dass sie die Hälfte ihrer Stimmen verlor. USPD und KPD wurden zusammen fast so stark wie die SPD. Die Ähnlichkeiten sind unverkennbar. Damals waren weite Teile der Ruhrarbeiterschaft vor allem von der SPD tief enttäuscht über die Ergebnisse der Novemberrevolution, die diese nicht zu einer sozialistischen Gesellschaftsordnung führen wollte. Nicht vergessen war auch, der Einsatz von Freikorps und Reichswehr im Frühjahr 1919 im Kampf gegen die revolutionäre Arbeiterschaft.
Heute führt die SPD mit konservativen Kräften zum wiederholten Mal Krieg. Sie hat mit der Agenda 2010 mit dem Überbordwerfen aller noch übrigen linken sozialdemokratischen Kernforderungen vor allem die Arbeiterinnen und Arbeiter verraten und als Architekt von Hartz IV die grundgesetzlichen Werte von Menschenwürde und Sozialstaatlichkeit mit Füßen getreten und unzählige Menschen in bittere Armut getrieben. Sie hat sich in den letzten Jahren immer mehr auf die Seite der Arbeitgeber gestellt, um ihnen einen Pool von billigen Arbeitskräften im Niedriglohnsektor zu verschaffen. Das Vermächtnis der ermordeten Kämpferinnen und Kämpfer gegen den Kapp-Putsch – die Einheit der Arbeiterschaft – kann nur mit einer SPD gelingen, die nicht nur wahltaktisch die Interessen der arbeitenden Menschen vertritt.
In diesem Sinne rufe ich zur Kundgebung der VVN – BDA anlässlich des Gedenkens an die Kämpfer gegen den Kapp-Putsch und die Reaktion am Sonntag, 28.03. an der Gedenkstätte in Werne auf. Treffpunkt ist um 11.00 Uhr am Werner Markt.”

 
 
 
 


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