Montag 22.03.10, 21:30 Uhr
Das Bochumer Anti-Atom-Plenum ruft auf:

24. April: zum Anti-AKW-Protest in Ahaus


Das Bochumer Anti-Atom-Plenum mobilisiert für die Anti-Atom-Demo am 24. April in Ahaus. Mit dieser Demonstration wird an den GAU am 26. April 1986 in Tschernobyl erinnert und gleichzeitig für den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergieerzeugung demonstriert. Aus Bochum wird mindestens ein Bus zu der Demonstration fahren.
Am Wochenende fand in Ahaus die bundesweite Frühjahrskonferenz der Anti-AKW-Bewegung statt. Bei der Eröffnungsveranstaltung stellte das Anti-Atom-Plenum mit großem Bedauern festgestellt, „dass die aktuelle politische Lage und die angemessene Reaktion darauf, Überschneidungen bei wichtigen Terminen hervorruft. Um so wichtiger ist es die parallel stattfindenden Aktionen im Bewusstsein zu haben und sich gegenseitig zu unterstützen. Deshalb die Bitte des Anti Atom Plenums: „Auf allen Veranstaltungen in der nächsten Zeit auf die für den 24. April geplante Demonstration in Ahaus zum Tschernobyl Jahrestag und gegen die massive Ausweitung der Nutzung des sogenannten Zwischenlagers in Ahaus, der Uran Anreicherungsanlage in Gronau, der Verpackungsanlage für Atomschrott in Duisburg sowie den Aktivitäten der GNS in Essen hinzuweisen. Der Atomausstieg findet, genau wie der Kampf gegen Sozialabbau, auf der Straße statt.“

Zusammen mit den anderen TeilnehmerInnen wurde in Ahaus eine Erklärung zum Abschluss der bundesweiten Frühjahreskonferenz beschlossen:
»Atomenergie ist nicht beherrschbar!
Am vergangenen Wochenende trafen sich über hundert Atomkraftgegner_innen aus verschiedenen Spektren von Bürgerinitiativen, Autonomen Gruppen und Organisationen zur bundesweiten Frühjahrskonferenz in Ahaus.

Im Fokus der Diskussionen stand der Weiterbetrieb von Atomanlagen und dessen Folgen: „Unsere Kernforderung ist nach wie vor die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen – weltweit“, so die Konferenzteilnehmer_innen.
Am 24. April finden bundesweit Aktionen gegen den Weiterbetrieb der Atomanlagen statt: Bei Großdemonstrationen in Biblis, Ahaus und Krümmel und zu einer Menschenkette zwischen Krümmel, Brokdorf und Brunsbüttel werden Zehntausende erwartet, die zum 24. Tschernobyljahrestag ein deutliches Zeichen für das sofortige Ende der Atomkraftnutzung setzen.

Vladimir Slivyak von der russischen Umweltschutzorganisation Ecodefense rief zu Protesten gegen den Bau eines Atomkraftwerks in der Nähe des nur 600 km von Berlin entfernten Kaliningrads auf. Die Konferenz sprach sich grundsätzlich gegen den Bau des Reaktors, gegen eine deutsche Beteiligung an Bau, Bereitstellung von deutschen Hermes-Bürgschaften und gegen die Abnahmegarantie von Strommengen aus.

Peter Dickel von der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad berichtete über die verheerenden Auswirkungen der geplanten Nutzung des Atommülllagers Schacht Konrad: „Wir werden vor dem europäischen Gerichtshof die Rechte der Anwohner_innen durchsetzen – unser Widerstand findet aber auf der Straße statt“. Im September ist eine Großdemonstration in Salzgitter geplant.

Udo Dettmann vom Koordinationskreis Asse-II wies auf die katastrophale Situation an der Asse hin: „Werden die tausende Tonnen Atommüll aus dem havarierten Bergwerk herausgeholt, müssen sie neu verpackt und gelagert werden. In der Asse lagert nur 1% des heutigen radioaktiven Inventars des bundesdeutschen Atommülls – allein für dessen Rückholung sind 4,5 Milliarden Euro erforderlich, ohne dass damit der Verbleib des Atommülls geklärt wäre.“

Kerstin Rudek, Vorsitzende der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg freute sich über die Unterstützung aller Konferenzteilnehmer_innen im Widerstand gegen die Atommülllagerung in Gorleben: „Wir erwarten im Wendland in diesem Jahr die größten Proteste seit Beginn der Castortransporte. Wo die Politik versagt, zeigen Menschen Entschlossenheit. Energiepolitik wird auf der Straße verhandelt.“ Vom 04. bis 06. Juni 2010 wird mit einem Protestwochenende das 30jährige Bestehen der „Freien Republik Wendland“ begangen.

Auf den mangelhaften Katastrophenschutz wies Heinz Smital von Greenpeace hin: Bei der Freisetzung von nur einem Gramm Atommüll sind alle Einsatzpläne zwecklos, weil kleinste Mengen zur tödlichen Verstrahlung großer Bereiche führen. Aus diesem Grunde werden Feuerwehreinsatzpläne der Öffentlichkeit grundsätzlich vorenthalten.

Felix Ruwe, Sprecher der BI „Kein Atommüll in Ahaus“ e.V., rief zum Widerstand gegen Atommüllverschiebung auf: „Die angekündigten Transporte nach Ahaus dienen wie alle Atomtransporte nur dem reibungslosen Weiterbetrieb der Atomanlagen. Dagegen werden wir uns mit neuen Konzepten wehren.“ Bereits am heutigen Sonntag wird erneut am Zwischenlager Ahaus protestiert.

Udo Buchholz vom Arbeitskreis Umwelt Gronau berichtete von den jüngsten Enthüllungen zu den Störfällen im Zusammenhang mit der Urananreicherungsanlage Gronau (UAA). „Die Vertuschungen des Betreibers unterstreichen: Die UAA muss sofort geschlossen werden.“

Die Konferenz erklärte zur NRW-Landtagswahl: „Die beste Wahl ist aktiver Widerstand.“