Mittwoch 24.02.10, 09:30 Uhr
Liga für Menschenrechte zum Brief der PfarrerInnen an MdB Dagdelen:

“Fundamental einseitige Schmähschrift”

Die Internationale Liga für Menschenrechte hat in einer öffentlichen Stellungnahme die drei ev. PfarrerInnen scharf kritisiert, die die Bochumer Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen in zwei Briefen angegriffen haben. In der von Prof. Fanny-Michaela Reisin  (Präsidentin der Liga und Mitglied der Jüdischen Stimme – EJJP Deutschland) und Martin Forberg (Mitglied der Liga und des Arbeitskreises Nahost) unterzeichneten Erklärung heißt es: »Sehr geehrte Frau von Bremen, sehr geehrter Herr Schöps, sehr geehrter Herr Wessel, Ihr Offener Brief an die Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen hat uns schockiert!
In Ihrer kurzen, zugleich fundamental einseitigen Schmähschrift stellen Sie unter anderem gegenüber Frau Dagdelen fest: „Sie haben denen, die überlebt haben, den Respekt verweigert, unseren haben Sie restlos verloren.“
Anmaßend finden wir – die Unterzeichnende Fanny-Michaela Reisin ist jüdische Nachgeborene – die Selbstverständlichkeit, mit der Sie für die jüdischen Überlebenden sprechen. Es gibt sie nicht, die von Ihnen herbeigeschriebene homogene Gruppe jüdischer Überlebender. Es gibt – wie übrigens in jeder anderen Religionsgemeinschaft und sicher in Ihren Gemeinden auch – unterschiedliche Überlebende mit sehr verschiedenen Biographien, Empfindungen, Weltanschauungen sowie gesellschaftlichen und politische Positionen. Die öffentliche Darlegung Ihrer völlig haltlosen Zornesausbrüche im Namen der Überlebenden blendet diese Tatsache aus. Sie ist erschreckend, weil sie jene Geringschätzung von Menschen jüdischer Herkunft zum Ausdruck bringt, die wir in dieser Republik und namentlich in Kirchengemeinden überwunden glaubten.
Immerhin zählen zu den Unterzeichnern einer Erklärung, die anlässlich des Peres-Besuchs in Deutschland von etwa 50 Israelis unter dem Titel „Shimon Peres spricht nicht in unserem Namen!“ auf den Weg gebracht wurde, mehrere bekannte jüdische Überlebende der Nazibarbarei. Darunter Peretz Kidron, der sich nach Großbritannien rettete, Moshe Langer, der fünf Vernichtungslager überlebte und Felicia Langer, die bekannte Laureatin des alternativen Friedensnobelpreises, des Sacharow-Preises sowie des Verdienstkreuzes 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland.
In der Erklärung heißt es u. a.: „Wenn Präsident Shimon Peres in Berlin landet, sollte ihn keiner, der es ehrlich meint, automatisch mit Lob überhäufen, sondern ihn höflich aber bestimmt fragen, warum er Mitglied und dienstältester Propagandist von israelischen Regierungen war, die Cluster- Munition, Pfeilgeschosse und weiße Phosphorbomben in dicht besiedelten Wohngebieten in Gaza und Libanon eingesetzt, immer mehr Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten gebaut und getrennte Rechtssysteme für israelische Siedler und ihre palästinensischen Nachbarn verhängt haben. Man kann ihn auch fragen, warum er die Verschleppung und Misshandlung eines israelischen Bürgers in Rom (Mordechai Vanunu im September 1986) autorisiert hat – eine eindeutige Verletzung internationalen Rechts – und warum es für einen Staat im Nahen Osten zulässig sein soll, Atomwaffen zu besitzen, was zwangsläufig einen gefährlichen Rüstungswettlauf in dieser explosiven Region auslöst (…)“
Auch der Duktus Ihres Vorbringens ist für Würdenträger einer Religionsgemeinschaft mehr als erstaunlich. Sie versagen Frau Dagdelen „restlos“ Ihren Respekt. Steht sie nun mit Ihrem Segen am Pranger? Wir empfehlen dringend eine selbstkritische Sicht auf diese Ihre Aussage, nicht zuletzt unter Bezugnahme etwa auf die Bibel – in beiden Traditionen, der jüdischen und der christlichen werden Sie wichtige Hinweise zum Gebot des würdigen Umgangs mit dem oder der „Nächsten“ finden; gerne auch auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte oder einfach auf die ersten Artikel zu Würde und Freiheit im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.
Nun hat aber die Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen zu keiner Zeit den Überlebenden der Nazibarbarei den Respekt verweigert. Nicht bei der Gedenkveranstaltung im Bundestag am 27. 01. 2010, nicht zuvor, und nicht danach.
Somit ist der erste Teil des zitierten Satzes schlicht unwahr. Das wissen Sie sehr genau. Bereits einmal mussten Sie nach der Veröffentlichung Ihres Schmähbriefs eingestehen, dass Sie es dort mit der Darstellung der Realität nicht ganz so genau genommen haben: Am 11. 02. haben Sie öffentlich Ihre Behauptung widerrufen, die Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen sei nicht aufgestanden, als Shimon Peres während seiner Rede das jüdische Gebet für die Toten, das Kaddisch, sprach.
Leider haben Sie diese Gelegenheit nicht zur Umkehr genutzt, um eigene Fehler einzugestehen und sich bei Frau Dagdelen für Ihre Schmähungen zu entschuldigen. Sie zogen es vor, den Weg der Selbstgerechtigkeit weiterzugehen. Damit wecken Sie – gewollt oder nicht – den Verdacht, dass Sie die entfachte Diffamierungskampagne gegen die Bundestagsabgeordnete Dagdelen weiter zu betreiben entschlossen sind. Ist das Ihr vorbereitender Beitrag im Hinblick auf die Veranstaltungsreihe „Kirche der Kulturen“ im Rahmen der „Kulturhauptstadt RUHR 2010“, an der Ihre drei Kirchengemeinden beteiligt sind?
Sie wissen nur allzu gut, warum sich die Bundestagsabgeordnete am Ende der Rede des israelischen Präsidenten nicht erhob. Schließlich hatte Frau Dagdelen in ihrer öffentlichen Erklärung vom 05. 02. öffentlich dargelegt, „dass Shimon Peres seine Rede zur ideologischen Vorbereitung auf einen Krieg gegen den Iran genutzt hat. In seiner Rede hat Peres fälschlicherweise den Iran beschuldigt, im Besitz von Nuklearwaffen zu sein. Dazu kam eine Gleichsetzung des Irans mit Nazideutschland, die ich für fatal halte.“
Wir erinnern uns, sehr geehrter Herr Schöps, dass Sie sich anlässlich des drohenden Krieg gegen den Irak zu Wort meldeten und den Mut zum öffentlichen Protest hatten. Was ist mit Ihnen seit dieser Zeit geschehen? Vor wem verteidigen Sie heute Shimon Peres? Zu wem sprechen Sie in Sachen Sevim Dagdelen? Zur Parteiführung der LINKEN vor dem Hintergrund der NRW-Wahlen?
Es ist zu hoffen, dass Frau Pau sich durch dieses Manöver, für das Sie auch noch den Auschwitzüberlebenden Imre Kertesz vereinnahmen, nicht beeindrucken lässt. Dass Sie überdies noch die großartige Philosophin Hannah Arendt – die sich nicht mehr wehren kann – benutzen, um Frau Dagdelen in die Nähe des Bösen zu rücken, ist aberwitzig. Hier kommt ein weiteres Mal Ihre Geringschätzung Andersdenkender zum Ausdruck. Hannah Arendt stand zunächst den zionistischen, und dann nach 1948 den offiziellen israelischen Politikentwürfen skeptisch gegenüber.
Dies alles macht Ihren Brief – zumal aus einem jüdischen aufgeklärten Standort – zum Ärgernis. Um eine kritische Stimme innerhalb der LINKEN ausgrenzen zu helfen, bedarf es keineswegs des Mutes, den es braucht, um einen von langer und mächtiger Hand gewollten Krieg zu verhindern. Es genügt das Ansinnen und, wie wir Ihrem Offenen Brief entnehmen, des Zusammenschlusses dreier Gleichgesinnten in Kirchenfunktionen. Erfreulicherweise wissen wir von vielen Freunden und Freundinnen Ihrer Kirchen, dass nicht wenige auch hier die Politik Israels ganz im Unterschied zu Ihnen durchaus kritisch beurteilen.
Es stellt sich zudem die Frage: Ist für den Iran nicht Recht, was für den Irak billig war? Damit wir uns richtig verstehen: Irak wurde von einer grausamen Diktatur regiert, wie sie ähnlich in Iran schon damals herrschte und bis heute an der Macht ist. Unsere Solidarität galt nicht den Mördern in Bagdad von damals und gilt nicht den mörderischen Unterdrückern in Teheran heute. Vielmehr und durchaus im Gedenken an die Opfer des nazideutschen Völkermordes gilt unsere Solidarität allen Menschen, die unter Menschenrechtsverletzungen und Krieg zu leiden haben.
Wir halten dafür, dass die Charta der Vereinten Nationen für alle Staaten (die Vereinigten Staaten von Amerika, Deutschland, Russland, China, Israel wie auch Iran) bindend ist und konnten daher Ihre Anmahnung im Jahre 2003 sehr wohl teilen: „Die Charta der Vereinten Nationen verpflichtet die Mitgliedstaaten dazu, ihre Konflikte friedlich beizulegen.“ In eben dieser wichtigen Übereinkunft ist doch aber unmissverständlich festgeschrieben, dass „ein Krieg allein zum Zwecke des Regimewechsels in einem anderen Staat nicht in Frage kommen“ kann und „schon gar nicht die willkürliche Ausweitung des nach dem Völkerrecht äußerst eng begrenzten Begriffes der Prävention.“
Frau Dagdelen hat auf ihre Art kritische Fragen gestellt und, indem sie sich am Ende der Rede von Herrn Peres nicht erhob, dem Rahmen der Veranstaltung am 27. 01. 2010 durchaus angemessen gehandelt. Ihr Verhalten ist gerade deshalb zu loben, weil der israelische Präsident – so ist zu vermuten – von den „höflichen, aber bestimmten Fragen“ unserer israelischen Freundinnen und Freunde, während seines gesamten Staatsbesuchs ansonsten nichts gehört hat. Frau Dagdelen und die anderen Abgeordneten, die ihrem Gewissen folgend nicht aufstanden, um Herrn Peres zu feiern, haben zudem den moralisch notwendigen Job für eine Kanzlerin mit besorgt, die nach eigenem Bekunden und zum Entsetzen einer Reporterin der New York Times neun Tage zuvor nicht einmal die Kraft aufbrachte, den israelischen Ministerpräsidenten Netanyahu auf die anhaltende inhumane Blockade der 1,5 Millionen Menschen im Gazastreifen anzusprechen.
Nun steht es Ihnen zweifellos zu, dies alles ganz anders zu sehen und sich kritisch zu Wort zu melden. Selbstverständlich haben Sie auch ein Recht auf Polemik. Die Form der Diffamierung und Ausgrenzung der Abgeordneten Dagedelen, die Sie gewählt haben und auch in Ihrem Widerruf nicht selbstkritisch zu überwinden vermochten, ist unvertretbar und insbesondere Ihres Berufes wegen unwürdig!
In Ihrem Brief rücken Sie Frau Dagdelen in die Nähe von Antisemiten und überhöhen dies noch, indem Sie ihr unterstellen, dass sie den Antisemitismus womöglich nur benutze. Wir müssen davon ausgehen, dass Sie um die Problematik solcher haltlosen Polemik wissen. Indem Sie sich in Ersetzung fehlender Argumente der Vorhaltung von Antisemitismus bedienen, fördern Sie – dies gewiss ungewollt – die Bagatellisierung tatsächlicher Antisemiten und Nazis. Denn Sie helfen mit, den Protest und Widerstand gegen diese widerwärtigen politischen Strömungen zu entwerten – Sie schwächen ihn. Wenn geäußerte Kritik an der Politik Israels oder an ihren Funktionsträgern mit dem Vorwurf des Antisemitismus bedacht wird, können die Neonazis und wirklich antijüdischen Rassisten als Sieger vom Platz gehen.
Nicht zuletzt auch aus diesem Grunde appellieren wir an Sie, die Kraft für eine Umkehr aufzubringen und sich bei Frau Dagdelen für die Diffamierung ihrer Person zu entschuldigen!
Nein, wir haben Ihnen gegenüber nicht jeden Respekt verloren, und schon gar nicht „restlos“. Ihnen als Vertreter der Kirche zu vertrauen sähen wir uns allerdings – das werden Sie sicher verstehen – erst dann wieder in der Lage, wenn Sie eine Form fänden, Ihre Schmähschreiben und mithin die unhaltbare Beleidigung der Abgeordneten Dagdelen öffentlich und überzeugend zu korrigieren.
Hochachtungsvoll

Fanny-Michaela Reisin
(Präsidentin der Liga und Mitglied der Jüdischen Stimme – EJJP Deutschland)

Martin Forberg
(Mitglied der Liga und des Arbeitskreises Nahost)«

Diese Stellungnahme als PDF-Datei
Der Brief der drei PfarrerInnen
Erklärung von Sevim Dagdelen zur Rede von Shimon Peres
Antwort von Sevim Dagdelen auf den Brief der drei PfarrerInnen
Richtigstellung/Widerruf der drei PfarrerInnen

6 LeserInnenbriefe zu "“Fundamental einseitige Schmähschrift”" vorhanden:

LeserInnenbrief(e) zu "“Fundamental einseitige Schmähschrift”" als RSS


 

24. Feb. 2010, 11:53 Uhr

LeserInnenbrief von carsten krämer:

Eine Unklarheit gibt es ggfs noch bei den unterschiedlichen Übersetzungen bezüglich der Atomraketen. Während in der englischen von nuclear plants and missiles geschrieben wird, heißt es in der deutschen Fassung eindeutiger Atomraketen. Die englische Version könnte aber auch so gelesen werden. Nukleare Anlagen und (nichtatomare) Raketen. Klingt vieleicht wenig wahrscheinlich, jedoch nicht gänzlich unmöglich. ;)


 

24. Feb. 2010, 13:46 Uhr

LeserInnenbrief von Norbert Hermann:

Wir sollten uns glücklich schätzen, dass es diese weisen und mutigen Stimmen gibt.

Mir bleibt weiterhin unklar, was die schmähenden drei eigentlich wirklich mit ihrem Anwurf bezwecken.


 

24. Feb. 2010, 14:55 Uhr

LeserInnenbrief von werner müller:

ich verstehe ja nicht, warum dieser irrelevante konflikt um sitzenbleiben oder nicht, immer weiter ausgetragen wird.

in der linken gibt es gute argumente gegenüber der aktuelle israelischen regierungspolitik sehr kritisch zu sein. es gibt ebenso gute argumente, warum es vielleicht nicht schlau ist, diese mit einer bisher nur von der npd praktizierten symbolik des sitzenbleibens / rausgehens… anlässlich eines gedenktages zum holocaust zu tätigen. das ist missverständlich, auch wenn die erklärung von sevim dagdelen da verständlich diffenziert. wer nur einmal forenbeiträge in der waz gelesen hat, wird erschrecken.

es bleibt unverständlich, warum die pfarrer so überreagieren anstatt einfach ihre position in kritik zu sevim dagdelen zu äußern.

wenn nun die üblichen zutiefst ermüdenden erklärungen von israelkritischen wie von israel-solidarischer seite kommen, mag das identitätsbildend sein, aber unproduktiv bis zum abwinken. spannender als diese notorisch übertreibenden zuspitzungen, wäre eine anerkennung, dass da von verschiedenen seiten wichtige fragen gestellt werden, die in der tat keine einfachen antworten ermöglichen.

das problem entsteht erst dann, wenn nicht mehr klar wird, wo der unterschied zwischen linker und rechter kritik verläuft, sich menschen mit emanzipatorischen und fortschrittllichen ideen also in die gefahr bringen reaktionäres und ausgrenzerisches denken voranzutreiben.

das ist meiner ansicht nach der fall, wenn in deutschland sich menschen antizionistisch verorten, obwohl es seit jahren studien gibt, die den immer wieder antisemitischen gehalt antizionistischer denke nachgewiesen haben. nicht von ungefähr haben dortmunder nazis vor einem jahr mit transparenten mit der aufschrift “weltweit den antizionismus vorantreiben!” (http://www.redok.de/content/view/1280/38/) demonstriert.

und ebenso ist das der fall, wenn manche israel-fans von der notwendigkeit militärischer interventionen im nahen osten (von den palästinesischen gebieten bis iran) schwafeln oder gar bestreiten, dass es eine zunehmende islamophobie gibt, wenn sie denn nicht selber gegen muslimische menschen hetzen.

pronrw ist von solchen linken begeistert, wie die npd über linke antizionisten.

wer nicht die gleichzeitige existenz von antisemitischen und islamphoben denkweisen in der brd anerkennt oder meint, es gebe die nur gute und die nur schlechte seite im nahost-konflikt wird einer sinnvollen linken thematisierung im weg stehen.


 

24. Feb. 2010, 22:09 Uhr

LeserInnenbrief von Interessierter Bürger:

Ich frage mich ob Sevim Dagdelen z.b. bei der Amtseinführung von Norbert Lammert geklatscht hat?Aber auch andere Redner im Bundestag fallen mir ein.
Ihr Verhalten bei der Rede von Shimon Peres zum Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz soll aber ausgerechnet da jetzt begründet stichhaltig sein?
Unabhängig von der Symbolischen Wirkung die das Verhalten der betroffenen Abgeordneten gezeigt hat ist das Verhalten von Sevim Dagdelen doppelt unverständlich.


 

25. Feb. 2010, 19:10 Uhr

LeserInnenbrief von GebemeinenSenfdazu:

Frau Dagdelen hatte entschieden, sitzen zu bleiben. Warum ist sie nicht zum Klo gegangen oder so? Hätte keiner was sagen können.
Aber ob sitzenbleiben oder nicht, das war ihre Entscheidung. Vielleicht hätte sie eine andere Art und Weise des Protestes finden sollen. Kann man hier vielleicht von ungeschicktem Verhalten sprechen? Ich denke schon.
Aber das gilt auch für den offenen Brief, der dann folgte. Warum wurde nicht einfach zum Telefonhörer gegriffen und gleich Klartext gesprochen? Ungeschicktes Verhalten, oder? Welchen Sinn dieser offene Brief haben sollte, darüber kann man noch in einigen Jahren spekulieren.
Und was passiert danach? Gegenseitig wird aufeinander eingehauen. Anstatt das Gespräch zu suchen, verhärten sich die Fronten. Wow, das lernt man an der Uni, wenn man studiert? Welchen NC braucht man dafür? Stimmt ja wohl einmal mehr, dass es mit unserem Bildungssystem wohl nicht weit her ist, oder?
Doch all das ist ein immer wieder Durchrühren einer Suppe, die mittlerweile zu viele Male aufgewärmt worden ist.
Schon vergessen, dass auch andere Personen angegriffen worden sind, wie z.B. Sahra Wagenknecht? Und? Warum begnügt sie sich mit einer unmittelbaren Erklärung auf ihrer Website und reitet nicht in der Öffentlichkeit in allen möglichen Medien und Foren etc. weiter darauf herum? AHA!!! doch jemand, der weitsichtig und intelligent genug ist!!!! Jemand der erkannt hat, dass Wahlkampf ist und dem ein gutes Wahlergebnis für DIE LINKE am Herzen liegt, oder?
Die Energie, die von den streitenden Beteiligten aufgewendet wird, sollte zumindest Frau Dagdelen lieber zum Nutzen ihrer Partei einsetzen.


 

2. Mrz. 2010, 20:37 Uhr

LeserInnenbrief von Karel Bruckner:

Es ist in der Tat eine Frage, warum die Linkspartei offenbar (ich bitte darum, mich zu korrigieren, wenn ich irre) ansonsten die sog. parlamentarischen und hoheitlichen Gepflogenheiten des deutschen Bundestags mitträgt (des Parlaments eines Landes, das weltweit Kriegseinsätze vollzieht und dessen Unternehmen an Waffenexporten verdienen, eines Landes, das sich als Rechtsnachfolger des dritten Reiches versteht usw. usf.), aber im Fall des israelischen Staatspräsidenten diese Gepflogenheiten von einigen Mitgliedern der Partei verweigert werden. Hier doppelte Standards zu vermuten, liegt doch wohl nahe. Und wie sieht es umgekehrt mit der Sympathiebuhlerei Lafontaines um die iranische Führung aus? Ich erinnere an seine These, der Islam und die Linke hätten viele gemeinsame Prinzipien. Hier liegt noch Vieles im Argen.
MfG, Karel


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