Dienstag 02.02.10, 08:30 Uhr

Bogestra Chef hetzt gegen das Sozialticket

Der Rat der Stadt Bochum hat sich am 25. Juni 2008 mit großer Mehrheit “für die baldige Einführung eines Sozialtickets (analog zu Ticket 1000, Preisstufe A) im Gebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) für Kunden mit geringem Einkommen” ausgesprochen. Die BOGESTRA ist ein Nahverkehrsunternehmen der Städte Bochum und Gelsenkirchen. Bochum ist Mehrheitsanteilseigner und stellt mit der Oberbürgermeisterin die Aussichtsratsvorsitzende der BOGESTRA. Die beiden Vorstandsmitglieder der BOGESTRA Rüberg und Schlotzhauer liefern sich nun schon seit längerem einen Wettbewerb, wer übler gegen die Einführung des Sozialtickets hetzen kann. Die WAZ bietet Burkhard Rüberg heute in ihrem überregionalen Teil eine Plattform, um gegen das Sozialticket Stimmung zu machen. Zum WAZ-Artikel. Er ist dabei nicht zimperlich. Er benutzt Begriffe wie “politisch sittenwidrig” und “unsozial”. Der Rat der Stadt und insbesondere die Oberbürgermeisterin müssen nun überlegen, ob der Chef eines kommunalen Unternehmens länger tragbar ist, der derartig gegen die Beschlüsse des Rates polemisiert. Rüberg wird erst im nächsten Jahr 65.

3 LeserInnenbriefe zu "Bogestra Chef hetzt gegen das Sozialticket" vorhanden:

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3. Feb. 2010, 07:46 Uhr

LeserInnenbrief von Renatus Alpinus:

Die Einführung eines Sozialtickets auf Kosten der voll zahlenden ÖPNV-Nutzer ist asozial, da hat Herr Rüberg vollkommen Recht. Ist ein Sozialticket politisch gewünscht, dann bitte vom Steuerzahler finanziert und nicht zu Lasten der eh schon viel zu hohen Preise des ÖPNV.


 

4. Feb. 2010, 12:58 Uhr

LeserInnenbrief von Heiko Holtgrave:

Die Art und Weise, mit der die großen Verkehrsunternehmen im VRR, insbesondere Bogestra, Rheinbahn und DSW21, öffentlich gegen die Einführung eines Sozialtickets polemisieren, ist unerträglich. Ich verweise auf eine Presseerklärung des Vereins Akoplan in Dortmund vom Sonntag:
http://agora.free.de/sofodo/themen/allgem-gesamt/akoplan-zum-vrr-sozialticket


 

5. Feb. 2010, 00:32 Uhr

LeserInnenbrief von Norbert Hermann:

@ „Renatus Alpinus“:

Es gibt und gab immer in vielen Bereichen verbilligte Tickets (s.u.: Bochum-Pass, oder für Studis, Azubis, Erwerbslose allgemein). Teils letztlich steuerfinanziert, teils von anderen NutzerInnen mitfinanziert. Eine solches – wie Sie meinen „asoziales“ – Verhalten legen sogar Teile der Privatwirtschaft und Vereine an den Tag, vor allem im Veranstaltungsbereich. Das mag sich sogar noch rechnen, denn dieser Teil der Kundschaft wäre sonst wohl gänzlich verloren.

Allerdings wird jeder Sitzplatz im Schauspielhaus oder bei den Symphonikern usw. ohnehin hoch steuersubventioniert, da fallen „Sozialtickets“ nicht ins Gewicht. Den Mitarbeitenden dort fällt es eh nicht zur Last. Mindereinkünfte im ÖPNV werden auch immer aus der Steuerkasse bezahlt, nicht von NutzerInnen oder MitarbeiterInnen. Arbeitsverdichtung und Lohndrückerei wird immer versucht werden, dazu braucht es kein Sozialticket. Da müssen sich die KollegInnen (und NutzerInnen) angemessen zur Wehr setzen.

Bei wirklichen „Extras“ sind Vergünstigungen o.k., bei Elementen der Daseinsvorsorge (Bereitstellung von öffentlicher Infrastruktur wie Verkehrs- und Beförderungswesen, Gas-, Wasser-, und Elektrizitätsversorgung, Müllabfuhr, Abwasserbeseitigung, Bildungs- und Kultureinrichtungen, Krankenhäuser, Friedhöfe, Bäder usw.) ist das fragwürdig. Hier müssen die Preise für alle erschwinglich sein, Einkommen und Grundsicherung müssen dafür ausreichend sein.

So lange da aber Diskrepanzen bestehen, ist die Forderung richtig, dass die Kommune – als in letzter Instanz verantwortlich für das Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger – helfend eintreten muss. Mit Schulverpflegung, Schulausstattung, medizinischer Hilfe, Wohnungsstellung … – und Sozialticket!

Übrigens: Renatus – “der durch Taufe wiedergeborene” – war als erster Fürst von Oranien ein bekannter „Nassauer“ …

Bochum – Pass (Vergünstigungs- /Ermäßigungsausweis für städtische Einrichtungen)

* Theaterveranstaltungen in der Stadthalle Wattenscheid
* Veranstaltungen und Ferientheater in der
Freilicht- und Waldbühne
* Bochumer Symphoniker
* Stadtbücherei
* Musikschule
* Volkshochschule
* Veranstaltungen des Jugendamtes
* Städtische Hallen-, Frei- und Wellenbäder
* Städtische Familienbildungsstätte
* Museum; Planetarium
* Sternwarte
* Schauspielhaus

Sportvereine, die Vergünstigungen mit dem Bochum-Pass anbieten:

DJK Hiltrop-Bergen, Budoka Höntrop e.V. (Judo), SV Günnigfeld 1922 e.V., Bahnegolf-Sportclub Bochum 1978 e.V. (Minigolf Volkspark Langendreer), Aikidojo Bochum e.V. (Aikido),


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