Donnerstag 28.01.10, 17:00 Uhr
Der DGB zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen:

Krise drückt Arbeitslosigkeit nach oben

Mit Sorge sieht der DGB die aktuelle Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. „Wir machen es uns zu leicht, wenn wir den Anstieg der Arbeitslosigkeit auf das schlechte Wetter zurückführen. Denn jetzt tritt das ein, wovor die Gewerkschaften in den vergangenen Monaten immer wieder gewarnt haben: die Wirtschaftskrise schlägt jetzt auf den Arbeitsmarkt durch”, sagte Michael Hermund, Vorsitzender der DGB Region Ruhr Mark.
Neben den aktuell gemeldeten 19.343 Arbeitslosen in Bochum müssen nach Aussage des DGB-Vorsitzenden noch 5.000 Menschen mitgezählt werden, die sich zurzeit in Qualifizierungsmaßnahmen befinden, oder einen Ein-Euro-Job haben. Unsicher sei auch, ob die Kurzarbeit, durch die bisher Massenentlassungen im großen Umfang vermieden werden konnten, weiterhin greifen werde.
„Glaubt man einigen Wirtschaftskommentatoren, dann soll 2010 ein besseres Jahr werden als das zurückliegende. Fragt sich nur, für wen! Wir befürchten, dass die Krise für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jetzt erst richtig beginnt, wenn nicht schleunigst Gegenmaßnahmen ergriffen werden”, mahnte Hermund. So seien schon im letzten Jahr rund 3.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze abgebaut worden. Gleichzeitig habe die Nachfrage nach Arbeitskräften nachgelassen, und stagniere auf niedrigem Niveau. Zu den Verlierern am Arbeitsmarkt gehörten vor allem jüngere Arbeitnehmer zwischen 15 und 24 Jahren und ältere Beschäftigte.
Der DGB-Vorsitzende warnte davor, allein auf die Erholung der Konjunktur zu vertrauen. Der Arbeitsmarkt brauche vielmehr jetzt mutige Maßnahmen, mit denen ein weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit so weit als möglich verhindert werden könne. Dabei können Regelungen zur Förderung der Altersteilzeit und eine staatliche Unterstützung von tarifvertraglich geregelten Maßnahmen zur Verkürzung der Arbeitszeit einen wichtigen Beitrag leisten.
Hermund: „Auch die Arbeitsmarktpolitik in NRW muss aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen. Wir erwarten, dass die Landesregierung nicht nur Mittel aus dem Bund und der EU weitergibt, sondern mit eigenem Geld Maßnahmen finanziert, um neue Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu entwickeln. So müssen beispielsweise kleine und mittlere Unternehmen unterstützt werden, bewährte Instrumente wie Transfergesellschaften nutzen zu können.”

 
 
 
 


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