Freitag 18.12.09, 13:30 Uhr

Viele gehen aus Angst oft krank zur Arbeit

Junge Beschäftigte sind besonders hart von der Krise betroffen. Zu dem Ergebnis kommt eine Befragung des DGB. Jährlich ermittelt er den „Index Gute Arbeit”, in welchem die Arbeitsqualität unter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erfragt wird. Die Sonderauswertung zu den Arbeitsbedingungen junger Beschäftigter hat ergeben, dass sich ein Drittel der Befragten in einem atypischen Beschäftigungsverhältnis befinden. Sie arbeiten also derzeit in einem Minijob, im Bereich der Zeitarbeit oder in einer befristeten Beschäftigung.
„Daher fordern wir eine Eindämmung der befristeten Beschäftigung und den gesetzlichen Anspruch auf Übernahme, wenn Arbeitskräftebedarf im Unternehmen besteht. Junge Beschäftigte brauchen eine Perspektive statt der ständig drohenden Angst vor Arbeitslosigkeit ” so DGB Regionsvorsitzender Michael Hermund.
Über 1.500 junge Menschen sind derzeit bei der Arbeitsagentur Bochum arbeitslos gemeldet. 16 % mehr als im Vorjahr. Zwei Drittel haben keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld und sind auf Hartz IV angewiesen.
„Der Index zeigt erschreckende Ergebnisse für die jungen Beschäftigten. Im Durchschnitt verdienen 34 % der Jugendlichen trotz Vollzeitarbeit Armutslöhne von unter 1500 € Brutto. Ein genauerer Blick auf die Branchenverteilung der Löhne zeigt uns, was wir aus unserer Beratung vor Ort auch kennen, ” so Hermund, „gerade im Verkauf und im sozialen Bereich werden fast die Hälfte der Beschäftigten mit Armutslöhnen abgespeist. Unsere Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn ist aktuell wie nie.”
Auch die gesundheitliche Situation junger Beschäftigter gebe Anlass zur Sorge. Insgesamt 79 % der Befragten gaben an, mindestens einmal in den vergangenen 12 Monaten trotz Krankheit zur Arbeit gegangen zu sein, 46 % ließen sich sogar Medikamente geben, um für die Arbeit fit zu sein.
Bei den anhaltenden gesundheitlichen Beschwerden zeigte sich ein Zusammenhang von Arbeitsqualität und Gesundheit: häufige Schlafstörungen gaben 45 % derjenigen an, deren Arbeitsqualität schlecht bewertet wurde, jedoch nur 5 % der Befragten, deren Arbeitsqualität gut ist.

 
 
 
 


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