Dienstag 08.12.09, 15:00 Uhr

Konzerthaus: Wichtige Kosten fehlen

Die Soziale Liste Bochum hat auf einer Mitgliederversammlung bekräftigt, dass sie den Bau eines Konzerthauses “auch vor dem Hintergrund neuer Bau- und Finanzierungsmodelle” ablehnt und erklärt: “I. Die Soziale Liste Bochum bemängelt die „Kirchturmpolitik” in Sachen Bochumer Konzerthaus. Es existieren bereits im Umkreis von 50 km mit der Tonhalle Düsseldorf, dem CityPalais Duisburg, dem Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, der Philharmonie Essen und dem Konzerthaus Dortmund ähnliche Einrichtungen. Alle Häuser haben einen hohen Zuschussbedarf von mehreren Millionen Euro jährlich, der von den Städten aufgebracht werden muss. Alle Häuser haben große Probleme mit der Auslastung. Gerade unter diesen Bedingungen ist der Bau eines weiteren Konzerthauses in Bochum nicht zu vertreten.
II. Die für den Bau des Konzerthauses angenommenen Kosten von 29.2 Mio. Euro sind unrealistisch. Wichtige Kosten sind in dieser Kalkulation nicht enthalten: Beispielsweise für das Grundstück, die Fertigstellung der Außenanlagen, ungenügende Abschreibungskosten, Inflations- und zinsbedingte Steigerungskosten. Schon die Gesamtkosten für die jetzt vorgesehenen „Investitions- und Folgekosten” von 900.000 Euro machen bei einer Laufzeit von 30 Jahren die Summe von 27 Mio. allein für die Stadt Bochum aus. Finanziellen Belastungen und langfristige Bindungen wie diese sind angesichts der derzeitigen und weiter zu erwartenden Haushaltslage für die Stadt Bochum (Haushaltssicherungskonzept 2009 – 2015) nicht aufbringbar.
III. Die Soziale Liste Bochum erneuert ihre Ablehnung des Baus eines Konzerthauses auch aus sozialpolitischen Gründen. Man kann nicht ständig die Gebühren und Belastungen für die BürgerInnen, vor allem die Familien, erhöhen, soziale Leistungen kürzen, städtische Einrichtungen verrotten lassen und gleichzeitig neue Prestigeobjekte auf Pump bauen und mit hohen städtischen Zuschüssen betreiben.
IV. Als Alternative zum Konzerthaus schlägt die Soziale Liste Bochum vor, die weltweit bekannte und anerkannte Jahrhunderthalle als Spiel- und Probenstätte für die Symphoniker zu nutzen. Dem entsprechend müssen für den Betrieb der BoSys entsprechende Arbeits- und Sozialräume geschaffen werden. Auch ist der weitere Ausbau der Jahrhunderthalle (Heizung, Dachdämmung gegen Regen, flexible Raumteiler etc.) wünschenswert. Hierzu sollte mit den Sponsoren (Herr Faber, Herr Uhle, Freundeskreis) verhandelt werden, um sie für diese Pläne zu gewinnen.
Zur Zeit erlebt die Jahrhunderthalle große und weit über den Raum Bochum beachtete Veranstaltungen und Konzerte. Diese positive Entwicklung kann mit der Nutzung der Halle als Spielstätte für die BoSys gestärkt werden.”

3 LeserInnenbriefe zu "Konzerthaus: Wichtige Kosten fehlen" vorhanden:

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8. Dez. 2009, 18:26 Uhr

LeserInnenbrief von Emil Schevenerdel:

Im allgemeinen Kontext, vorallem bezüglich Kulturhauptstadt 2010 wird immer von der Kulturmetropole Ruhr gesprochen.
Welche Kulturmetropole hat 6 Konzerthäuser (Tonhalle Düsseldorf, dem CityPalais Duisburg, dem Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, der Philharmonie Essen und dem Konzerthaus Dortmund)? Mailand hat auch nur eine Scala!


 

8. Dez. 2009, 19:38 Uhr

LeserInnenbrief von Thorsten Arnold:

Das Konzerthaus muss mit allen Mitteln verhindert werden. Während bei Kürzungen z.B. Elternbeiträgen in den Kitas steigen sollen, oder sogar die Geschwisterbefreiung zur Disposition stand, verhält sich die Bochumer SPD wie neoliberale Spinner.

Konzerthausbau heisst Sozialabbau!!


 

16. Dez. 2009, 18:16 Uhr

LeserInnenbrief von Doris Killmer:

Wer sonst keine Kultur hat, der braucht doch wenigstens teure Fassaden, hinter denen sich das GEISTIGE Elend derer verstecken kann, die angeblich zu unserem Besten ihr Bestes geben.

@ Sozialabbau: Recht haben sie!
Welche Gesellschaft braucht schon soziale Härtefälle?
Niemand.
Also weg damit.
Und schon ist das Problem gelöst.

Zumindest scheint das wohl der sich hinter diesem dünnen Brettt windende Gedankengang zu sein; einen anderen wird kein DENKENDER Mensch darin erkennen können.

Wie wäre es mit einer roten Karte für diese
“Volks(ver)treter”?
Langsam wird die Luft zum Atmen knapper, als sie jemals zu Zechen-Zeiten war.

Das ist Fortschritt (fragt sich nur: wohin?)


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