Dienstag 01.12.09, 16:13 Uhr

Christoph Hein liest aus “Landnahme”

Was vom Osten übrigblieb......

Am Mittwoch, 2.12., findet um 20.00 Uhr im Bahnhof Langendreer, studio 108, in Zusammenarbeit mit der Literarischen Gesellschaft Bochum eine Lesung mit dem Schriftsteller Christoph Hein aus seinem Buch “Landnahme” statt.

Wer etwas über deutsch-deutsche Geschichte erfahren will – zumal anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls – kann mit Gewinn Christoph Hein lesen. Hein sieht seine Aufgabe als Autor darin, “Dinge genau und mitleidlos zu beschreiben”, Moral zu verkünden, ist nicht sein Anliegen. “Landnahme”, 2004 erschienen, gilt allgemein als der große Deutschlandroman, der seit der Wende erwartet wurde. Der Gesellschaftsroman ist in der fiktiven sächsischen Kleinstadt Guldenberg angesiedelt, hat seinen Schwerpunkt in den fünfziger Jahren und spiegelt 50 Jahre deutsche Geschichte — Nachkriegszeit, Wende und die Jahre danach. Im Zentrum der Geschichte steht Bernhard Haber, der 1950 als Heimatvertriebener in der sächsischen Provinz strandet, als “Polacke” angefeindet und auch angegriffen wird. Die Lebensgeschichten von fünf Personen, aus der Ich-Perspektive vorgetragen, bilden die Romanstruktur.

Christoph Hein, geb. 1944, wuchs bei Leipzig auf, arbeitete als Hausautor an der Volksbühne Berlin und ist seit 1979 als freier Schriftsteller tätig. Sein umfangreiches Werk wurde vielfach mit renommierten Literaturpreisen ausgezeichnet (darunter 1998 der Peter-Weiss-Preis der Stadt Bochum). Als herausragender Chronist unserer Zeit, der über Geschichte am Beispiel individueller Geschichten schreibt, schildert Hein Menschen im Konflikt mit Staat und Gesellschaft – und gibt damit aus seiner Sicht eine Bestandsaufnahme dessen, “Was vom Osten übrig blieb”.

 
 
 
 


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