Donnerstag 12.11.09, 18:00 Uhr
Kreativwirtschaft: Neues Glücksversprechen des Strukturwandels?

Metropolenträume in der Provinz

Podiumsdiskussion zur Kulturhauptstadt RUHR.2010

Die AG Kritische Kulturhauptstadt lädt am Donnerstag, den19. November, um 19.30 Uhr zu einer Diskussionsveranstaltung in die Goldkante, Herner Straße 13 ein. In der Einladung heißt es: »”Wo das geht, geht alles” So sendet es die Kulturhauptstadt RUHR2010 selbstbewusst an ihre BewohnerInnen. Lust auf Zukunft soll die Kulturhauptstadt machen, Optimismus verbreiten und die „Metropole Ruhr” über Klassen und Milieus einen. Doch die Rede von der „Metropole Ruhr” klingt wie eine Beschwörungsformel, die nur oft genug wiederholt werden muss, um den Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Wird die Ansammlung an kleinen und mittleren Städten, die wir als „Pott” kennen, durch das Ereignis Kulturhauptstadt in eine Landschaft prosperierender Urbanität verwandelt?
Sechs Wochen vor dem Start ins Kulturhauptstadtjahr ist Skepsis mehr als angebracht. Nicht nur weil weiterhin unklar ist, welches der Projekte im Jahr 2010 angesichts der Haushaltslagen in der Kulturhauptstadt realisiert werden wird. Sondern auch weil viele Fragen offen bleiben: Besteht das große Versprechen der „Kreativwirtschaft” in einer Ausweitung prekärer Beschäftigungsverhältnisse? Welche Bevölkerungsgruppen werden durch ein instrumentelles Verständnis von Kultur als Mittel der Wirtschaftsförderung bevorzugt? Lassen sich Urbanisierungsprozesse in einem weitgehend kleinstädtisch geprägten Raum überhaupt von außen initiieren? Was ist das Versprechen der „kreativen Stadt”, das es als Vision für die Zukunft von Stadtentwicklung und Erwerbsarbeit so attraktiv zu machen scheint? Und was ist von diesem Versprechen zu halten? Und wie sehen Perspektiven für das Ruhrgebiet jenseits von Kulturhauptstadt und „Kreativwirtschaft” aus?
Mit dem Publikum diskutieren:
Achim Prossek arbeitet als Raumplaner an der TU Dortmund und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Strukturwandel des Ruhrgebiets, seinem Image und seiner Identität, mit Blicken von Innen und von Außen.
Rainer Midlaszewski ist Mitglied der AG Kritische Kulturhauptstadt und arbeitet als freier Grafiker in Bochum.
Wolfgang Brauneis ist Kunsthistoriker und lebt als freier Autor, Labelbetreiber und Mitbetreiber von a-musik in Köln.
Moderation: Christian Werthschulte«

 
 
 
 


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