Mittwoch 11.11.09, 14:30 Uhr

Soziale und kulturelle Kälte in Bochum

Die Soziale Liste im Rat schreibt: »Neue, jetzt von der Verwaltung vorgeschlagene konkrete Einsparungen im Kulturbereich treffen Bochum und Wattenscheid hart. Es sollen das Open Air Programm in der Freilichtbühne, die Theatervormiete in der Stadthalle Wattenscheid sowie das Festival „Kemnade International” privatisiert und „durch Dritte” betrieben werden. Ziel: Einsparungen der Stadt durch die Personalkosten. Die Stadt Bochum will sich auch von den Geschäftsführungen des Bochumer Künstlerbundes, der Kortumgesellschaft sowie der „Liselotte und Walter Rauner-Stiftung” verabschieden. Beim Stadtarchiv will die Stadt Bochum insgesamt über 1,5 Mio. Euro einsparen. Darin enthalten sind Gebührenerhöhungen, die Aufgabe von Lagerräumen und die Schließung der Außenstelle in Wattenscheid. Am Beispiel des Stadtarchivs zeigt sich die Kurzsichtigkeit der Stadt Bochum in besonderem Maße.
So erfolgte der Bezug der Räumlichkeiten im BP/ARAL-Gebäude an der Wittener Straße um den BP-Verwal­tungsbau indirekt zu subventionieren. Heute, wenige Jahre später, stellt sich heraus, dass dieses von der Stadt Bochum nicht mehr zu finanzieren ist, ein städtischer Neubau erfolgen soll und so jährlich 1,3 Mio. Euro eingespart werden können.
Die Bürgerinnen und Bürger und vor allem die Kinder unserer Stadt sollen weiterhin durch die von der Kulturverwaltung vorgeschlagenen Erhöhungen von Eintrittspreisen, Entgelten und Gebühren im Bereich der Musikschule, des Stadtarchivs, Planetariums zur Kasse gebeten. Im Kulturhauptstadtjahr besonders fatal sind die vorgeschlagenen drastischen Einsparungen im Bereich der Musikschule und der Stadtbücherei. Zusätzlich zu den vorgesehenen Schließungen in Gerthe und Querenburg sollen die übrigen Stadtbüchereien Mittwochs geschlossen werden. Im Bereich der Musikschule sollen insgesamt 600 Jahreswochenstunden gestrichen werden und die Entgelte für Kinder um 25% und für Erwachsene um 10% erhöht werden. Außerdem sind Verschlechterungen der Ermäßigung für Geschwisterkinder und Hartz-IV-EmpfängerInnen vorgesehen. Damit soll rund 1/3 der Musikschule dem Rotstift zum Opfer fallen!
Ratsmitglied Günter Gleising kritisiert die Pläne vehement: „Einerseits werden Prestigeobjekte wie das Konzerthaus, und das Sponsoring des Profi-Sports von den Sparplänen ausgenommen, andererseits sollen Kinder und BürgerInnen drastische kulturelle Einschränkungen und Gebührenerhöhungen hinnehmen. Dies ist nicht nur im Kulturhauptstadtjahr 2010 ein Beitrag zur sozialen und kulturellen Kälte.”«

 
 
 
 


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