Sonntag 20.09.09, 13:00 Uhr
20 Jahre nach dem formellen Ende der chilenischen Militärdiktatur

Das neoliberale Chile
und die Menschenrechte

Die Medizinische Flüchtlingshilfe lädt am 25. September um 19.00 Uhr zu einer Informationsveranstaltung mit Iván Saldías (Foto), Ethische Kommission gegen Folter in Chile, in ihre neuen Räume, Dr. Ruer Platz 2, ein. Die Veranstaltung erinnert daran, dass in Chile 1989 zum ersten Mal seit dem Militärputsch von 1973 und nach unzähligen schweren Menschenrechtsverletzungen wieder freie Wahlen stattfanden. Zwanzig Jahre später ist das Erbe der Diktatur jedoch noch immer nicht überwunden. Das neoliberale System, das nach 1973 mit brutaler Gewalt in Chile eingesetzt wurde, treibt bis heute die soziale Spaltung der Gesellschaft voran.

Während Menschenrechtsorganisationen noch immer versuchen, die Täter der Diktaturverbrechen vor Gericht zu bringen, werden auch heute noch schwere Menschenrechtsverletzungen begangen, die in den letzten zwei Jahren wieder zugenommen haben. In ihren Jahresberichten legt die Ethische Kommission gegen Folter, ein Zusammenschluss der chilenischen Menschenrechtsorganisationen, heute wieder erschreckende Bilanzen vor: DemonstrantInnen, die auf offener Straße erschossen werden, Verhaftungen von AktivistInnen der Protestbewegungen und auch Folter auf den Polizeiwachen der chilenischen Carabineros.
Iván Saldías, der lange in Bochum im Exil gelebt hat, ist Mitglied der Ethischen Kommission gegen Folter in Chile, einer Partnerorganisation der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum. Auf einer gemeinsamen Veranstaltung berichtet er über die aktuelle Menschenrechtssituation in Chile und die Kämpfe der sozialen Bewegungen.

 
 
 
 


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