Donnerstag 16.07.09, 20:00 Uhr
Heinz Ratz und BUND Bochum fordern:

Erhalt und Entwicklung der Ruhrnatur

Die Bochumer Gruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) schreibt: »Gestern Nachmittag ist der Musiker Heinz Ratz die Ruhr entlang geschwommen. Gestartet ist er an der Alten Fähre in Bochum, ausgestiegen vor der Bootsgasse und Fischtreppe an der Ruhrbrücke gegenüber der Henrichshütte in Hattingen. (Da er durch eine Autopanne aufgehalten wurde, konnte er nicht wie geplant bereits in Witten ins Wasser.) Begleitet wurde er von einem Kanu mit Rettungsinsel und von Fahrradfahrern. Dabei wurden Schönheiten und Probleme der Ruhr deutlich. „Dieser Ruhrabschnitt gehört zu den schönsten Flussstrecken, die ich durchschwommen habe” sagt Heinz Ratz im Vergleich insbesondere zu Rhein und Saar. Er weist aber auch auf die Gefahren hin: „Im Vergleich zu Isar und Inn, die Wildwassercharakter haben, ist die Ruhr zwar ein ruhiger Fluss. Aber auch sie besitzt Strudel und andere Gefahrenstellen, die ich als Schwimmer nicht erkenne. Daher bin ich auf meine Begleiter im Kanu angewiesen, die mich leiten können – und für den Notfall eine Rettungsinsel dabei haben.”
„Die Schönheit und Naturnähe dieses Ruhrabschnitts sollte erhalten bleiben” ist ein Anliegen von Heike Peter von der BUND-Kreisgruppe Bochum. Sie weist auf immer wieder auftauchende Planungen hin, auf dieser Strecke ein Passagierboot fahren zu lassen. „Auch für ein flaches Boot müsste die Ruhr an einigen Stellen vertieft werden. Nicht selten konnte Heinz Ratz in der Ruhr stehen. Hinzu kommt der Wellenschlag, der in den ruhigeren Uferbereichen Pflanzen und Nester ins Schwanken bringen und zerstören kann.”
Neben vielen naturnahen Bereichen konnte man in einigen Abschnitten besonders gut erkennen, dass das Flussbett der Ruhr abschnittsweise mehr oder weniger befestigt ist und nur eingeschränkt Lebensraum bietet. „Es wäre schön, wenn man die Ufer naturnäher gestalten würde” wünschen sich Heinz Ratz und die Naturschützer des BUND.
Ein neues Vorhaben beunruhigt die BUND-Kreisgruppe: Am Kemnader Stausee soll eine beleuchtete Skaterbahn errichtet werden. „Die Anlage einer weiteren asphaltierten Fahrbahn allein führt schon durch die Bodenversiegelung zu einem Verlust an Lebensraum. Je nach Führung der Strecke könnten wir aber damit leben, um Gefahren der derzeitigen Situation zu verringern, wenn zur Kompensation geeignete Naturschutzmaßnahmen durchgeführt werden. Eine Beleuchtung dieser Bahn wirkt aber sehr weit in das Umfeld hinein und beeinträchtigt insbesondere Vögel und nachtaktive Insekten. Diese Beeinträchtigungen können nicht ausgeglichen werden. Daher muss auf eine Beleuchtung auf jeden Fall verzichtet werden.”«

 
 
 
 


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