Dienstag 19.05.09, 07:00 Uhr

In Bochum leben 16 % der Menschen in Armut

In Bochum lebt etwa jeder sechste Mensch (16 %) in Armut, stellt der gerade veröffentlichte „Armutsatlas“ des Paritätischen fest. Für eineN Single sind das (bei einem durchschnittlichen verfügbaren mittleren Einkommen von Euro 1273,–) 764,00 Euro, für ein Paar mit drei Kindern 2.064,– Euro. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2007. Dabei ist der Konjunkturrückgang seit dem Sommer des letzten Jahres nicht berücksichtigt, noch weniger die Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Die Armutsgrenze wird dabei auf 60 Prozent eines mittleren Einkommens (Medianeinkommen) festgelegt. Das entspricht einer Definition der Europäischen Union, der auch die Bundesregierung im Armuts- und Reichtumsbericht folgt. Aus dem Methodenteil „Grundlagen“ des Armutsatlasses: „Armut liegt immer dann vor, wenn eine Person ein sozio-kulturelles Existenzminimum nicht erreicht oder anders ausgedrückt: wenn sie keine angemessene Teilhabe an der Gesellschaft hat und so ausgegrenzt ist. Bei der Betrachtung von Ausgrenzung sind viele Dimensionen einer Lebenslage wichtig, beispielsweise Wohnen und Arbeitsplatz. Im Falle eines Sozialstaats ist ein Existenzminimum gemeint, das sich eher an einer „mittleren“ Lebensweise orientiert und das auch den Aufwand umfasst für eine Mindestversorgung in den Bereichen Erziehung und Bildung, Gesundheit, Transportmöglichkeiten, Information, kulturelle Beteiligung, Rechtsschutz, soziale Kontakte und soziale Integration. In einer wachsenden Wirtschaft würde sich das sozio-kulturelle Existenzminimum entsprechend erhöhen. Für viele dieser Lebenslagen ist das verfügbare Einkommen die wichtigste Voraussetzung. Viele Untersuchungen zu Armut gehen daher vom Einkommen als der zentralen Ressource eines Haushalts aus.“

 
 
 
 


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