Sonntag 22.03.09, 16:00 Uhr
Film zum 10. Jahrestag des Beginns des NATO-Krieges gegen Jugoslawien

Film: “Es begann mit einer Lüge”

Infos zu den Protestaktionen beim NATO Gipfel Anfang April

Am Dienstag, dem 24. März, zeigt das Friedensplenum um 19.00 Uhr im Sozialen Zentrum, Josephstr. 2 den Film “Es begann mit einer Lüge” über die NATO-Propaganda zum Jugoslawienkrieg, der vor genau zehn Jahren begann: Am 24. März 1999 starteten die Bomber-Staffeln der NATO zum ersten heißen Krieg des Militärbündnisses, dem Überfall auf Jugoslawien 1999. Die Deutschen wussten wieder, was es heißt, Krieg zu führen. Tornados bombardierten ZivilistInnen und PolitikerInnen sorgten für die propagandistische Begleitmusik. NATO-Sprecher James Shea über die deutsche Regierung: “Die politischen Führer spielten nun die entscheidende Rolle für die öffentliche Meinung. Sie sind die demokratisch gewählten Vertreter. Sie wussten, welche Nachricht jeweils für die öffentliche Meinung in ihrem Land wichtig war. Rudolf Scharping machte wirklich einen guten Job. Es ist ja auch nicht leicht, speziell in Deutschland, das 50 Jahre lang Verteidigung nur als Schutz des eigenen Landes gekannt hatte, statt seine Soldaten weit weg zu schicken. Psychologisch ist diese neue Definition von Sicherheitspolitik nicht einfach. Nicht nur Minister Scharping, auch Kanzler Schröder und Minister Fischer waren ein großartiges Beispiel für politische Führer, die nicht der öffentlichen Meinung hinterher rennen, sondern diese zu formen verstehen. Es stimmt mich optimistisch, dass die Deutschen das verstanden haben. Und jenseits der sehr unerfreulichen Begleiterscheinungen, der Kolalateralschäden, der langen Dauer der Luftangriffe, hielten sie Kurs. Wenn wir die öffentliche Meinung in Deutschland verloren hätten, dann hätten wir sie im ganzen Bündnis verloren.”
Dass es hierbei nur um die “veröffentlichte Meinung” ging, und keineswegs um die Meinung der Bevölkerung, die überwiegend gegen diesen Krieg war, störte den Kriegshandwerker nicht. Hauptsache, die JournalistInnen und RedakteurInnen taten, was ihre dem nordatlantischen Bündnis auf ewig verbundenen Chefs von ihnen verlangten.
Das entlarvende Statement des damaligen NATO-Sprechers ist nur ein Highlight in der damals viel diskutierten Dokumentation von Jo Angerer und Matthias Werth “Es begann mit einer Lüge” (D 1999, 45 Min.). Gezeigt wird, wie beispielsweise Kriegsminister Scharping einen von Geheimdiensten eigens für Propagandazwecke erfundenen, angeblichen Vertreibungsplan der Serben, die “Operation Hufeisen”, präsentiert. Und wie er hilflos beginnt zu stottern, als er auf diverse Propagandatricks angesprochen und mit tatsächlichen Fakten konfrontiert wird.
Der Film von Jo Angerer und Matthias Werth ist in die Filmgeschichte eingegangen. Nie wurde hierzulande Regierungspropaganda überzeugender widerlegt. Auf der Veranstaltung werden dennoch weitere Beispiele deutscher Kriegspropaganda präsentiert. So ist selbstverständlich auch über den Afghanistankrieg der NATO zu reden, der ebenfalls als “humanitäre Hilfe” verklärt wird.
Schließlich wird es darüber hinaus Informationen zu den bevorstehenden Protesten in Baden-Baden, Kehl und Strasbourg anlässlich des 60. Geburtstages der NATO Anfang April geben.

 
 
 
 


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