Dienstag 20.01.09, 10:00 Uhr

Ein Jahr nach NOKIA: Wo sind die Millionen?

Die AG Betrieb und Gewerkschaft der Linkspartei hat anlässlich des Jahrestages der Ankündigung der Werksschließung von NOKIA in einer Pressemitteilung erklärt:  »Die Kolleginnen und Kollegen in Bochum erwirtschafteten durchaus schwarze Zahlen, aber das schien den Verantwortlichen und Aktionären nicht genug zu sein. Nachdem die Subventionen aus öffentlicher Hand für den Erhalt der Arbeitsplätze abgeschöpft waren, wurde das Werk geschlossen und die Produktion an andere Standorte verlagert, wo neue Subventionen lockten und noch höhere Profite: Ein Lehrstück, wie die kapitalistische Wirtschaftsordnung funktioniert. Vielen der damals bei Nokia Beschäftigten, darunter viele Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter, gingen erst im Zuge der Werksschließung die Augen auf. Das ganze Gerede von der „NOKIA-Familie“ und „Sozialpartnerschaft“ entpuppte sich als hohle Phrase und Augenwischerei. Alle Aktionen und Solidaritätsbekundungen, die sich für den Erhalt des Bochumer Werkes und damit Tausender Arbeitsplätze einsetzten, zeigten keine Wirkung. Das Werk wurde wie angekündigt geschlossen, die NOKIA Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in eine Beschäftigungsgesellschaft überführt. Wolfgang Echterhoff, ehemaliger NOKIA Betriebsrat und jetzt Bochumer Sprecher der AG Betrieb & Gewerkschaft, stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage: „ Wo sind denn all die versprochenen Millionen hin? Und ich meine damit nicht die Millionen Arbeitslosen, die real oder in geschönten Statistiken versteckt ihr Leben fristen. Die Wirtschaftslage ist alles andere als rosig. Die meisten meiner früheren Kolleginnen und Kollegen von NOKIA haben bis heute noch keinen neuen Arbeitsplatz gefunden. Und von den versprochenen Millionen Euro, die das Land NRW und NOKIA für die Schaffung neuer Arbeitsplätze in Bochum investieren wollten, habe ich auch noch nichts gesehen. Kann es sein, dass auch das nur leere Versprechen der Verantwortlichen waren?“«

 
 
 
 


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