Freitag 16.01.09, 18:00 Uhr

DGB: Dumpinglöhne dürfen nicht zum Markenzeichen werden

„Dumpinglöhne dürfen nicht zum Markenzeichen des Wirtschaftsstandorts Deutschland und damit auch in Bochum werden!“, fordert der DGB-Ruhr-Mark angesichts der am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Arbeiten zum Dumpinglohn ist in einigen Branchen, etwa im Sicherheitsdienst, im Hotelgewerbe bei den Industriereinigungen oder in der Zeitarbeit, längst an der Tagesordnung. Rund 6,5 Millionen Menschen in Deutschland sind Geringverdiener, wie eine Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) ergeben hat. Etwa zwei Millionen arbeiten sogar zu Hungerlöhnen von unter fünf Euro pro Stunde, Tendenz steigend. Davon betroffen ist auch Bochum. Während die Billiglohnkonkurrenz aus Osteuropa immer wieder als Argument gegen Mindestlöhne ins Feld geführt wird, entwickelt sich der wachsende Niedriglohnsektor in Deutschland selbst zur Bedrohung für die europäischen Nachbarn. DGB-Regionsvorsitzende Hermund: „Wenn von Niedriglohnländern die Rede ist, denkt man zumeist an billige Arbeitskräfte in Asien oder Osteuropa. Doch auch Deutschland verwandelt sich zunehmend in ein Niedriglohnparadies selbst für osteuropäische Unternehmen.  Die Gewerkschaften wollen mit höheren Tarifabschlüssen Löhne erzielen, von denen man leben kann. Die Einführung von Mindestlöhnen, ist darüber hinaus unverzichtbar um eine Haltelinie zu haben, damit nicht noch mehr Menschen zu den „Working-Poor“ abrutschen.“
In den Jahren 1999 bis 2005 verdoppelte sich der Anteil der Armutsgefährdeten unter den Vollzeit-Erwerbstätigen von drei auf sechs Prozent. Das zeigt eine am Donnerstag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Im Jahr 2006 sank die Quote zwar wieder um einen Prozentpunkt auf fünf Prozent. Durch die Folgen der Finanzkrise sei dieser Rückgang aber wieder gefährdet, befürchten die Nürnberger Arbeitsmarktforscher.
„Diese Menschen müssen Sozialleistungen von der ARGE beanspruchen um über die Runden zu kommen“ so Hermund, „ein Skandal das Unternehmen sich die Löhne so über Steuergelder finanzieren lassen.“
Die IAB-Studie steht im Internet unter http://doku.iab.de/kurzber/2009/kb0109.pdf

 
 
 
 


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