Montag 29.12.08, 15:00 Uhr

Linksfraktion: Konzerthaus wird teurer – und nun?

Die Linksfraktion schreibt: »Wolfgang Cordes, Fraktionschef der Bochumer Grünen, hat verlauten lassen, dass der beschlossene Baupreis für das Konzerthaus von 29,3 Mio € nicht zu halten sei. Die bisher vorgelegten Angebote lägen deutlich darüber, selbst mit Nachverhandlungen kämen 5 bis 10 Mio € zusätzliche Kosten auf die Stadt zu. Die Linke hat die geplanten Kosten von 29,3 Mio € schon immer in Frage gestellt und sieht sich in ihrer Skepsis bestätigt. „Doch wozu wird das führen?“ fragt Uwe Vorberg von der Linksfraktion. „Das wird dazu führen, dass die Stadt dann eben noch mehr zahlt. Wir halten das für fatal. Im Übrigen hätten wir es begrüßt, wenn wir von diesem neuen Sachverhalt nicht durch die Presse, sondern wie die Grünen und vermutlich auch die SPD durch Verwaltung unterrichtet worden wären.“ In der Frage der Konzerthausfinanzierung ist insbesondere die SPD überhaupt nicht mehr glaubwürdig. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Fleskes hatte mehrfach betont, dass der städtische Anteil nicht über 15 Mio € liegen werde und eine finanzielle Beteiligung der städtischen Töchter nicht in Frage käme. Was geschah? Im Oktober wurde beschlossen, dass sich Stadtwerke und Sparkasse zusätzlich mit 2 Mio € beteiligen. „Wer die Entwicklung der Baukosten der Hamburger Elb-Philharmonie beobachtet, dem kann nur Angst und Bange werden,“ warnt Vorberg. “Auch in Hamburg kamen die Mehrkosten scheibchenweise. Der ursprüngliche städtische Anteil ist von 114,3 Mio € auf mittlerweile 323,3 Mio € um 209 Mio € gestiegen.“ Doch Bochum scheint aus solchen Beispielen keine Lehren zu ziehen. Eine Anfrage Der Linken, wie solche Kostenexplosionen ähnlich denen in Hamburg vermieden werden sollen, blieb bislang unbeantwortet. Und nun? Die Grünen haben angekündigt, dass sie weitere öffentliche Gelder nicht zur Verfügung stellen wollen und gegebenenfalls die Koalition an dieser Frage platzen lassen. „Ob die Grünen diesen Weg im Fall des Falles tatsächlich gehen, ist aus meiner Warte noch ungewiss,“ ist Uwe Vorberg skeptisch. „Ich fürchte aber, egal was passiert, egal ob die Grünen die Koalition aufkündigen, das Konzerthaus wird gebaut. Zur Not wird die SPD auf die Stimmen der CDU zurückgreifen.“ Von vorneherein wurde die Debatte um das Konzerthaus nicht sachlich geführt. Erst konnte man die angekündigten Spenden von den Herren Faber und Uhle nicht ausschlagen, dann gab es eine groß angelegte Spendenkampagne mit Werbebannern, Sonderkonzerten, Hauswurfsendung, Anzeigen etc. Mittlerweile haben viele Bochumer Bürgerinnen und Bürger gespendet. „Wer sollte ihnen schon erklären wollen, dass das Konzerthaus doch nicht gebaut werden kann, dass man sich verkalkuliert hat. Das werden weder die Oberbürgermeisterin noch Herr Fleskes sein, beide haben sich zu weit zum Fenster herausgelehnt,“ ist sich Uwe Vorberg sicher. „Es ist für mich nicht vorstellbar, dass die SPD im Superwahljahr 2009 das Projekt „Konzerthaus“ aufgibt. Auch wenn das sinnvoll wäre.«

 
 
 
 


Terminmitteilungen bitte an
redaktion@bo-alternativ.de