Dienstag 07.10.08, 17:00 Uhr

DGB mahnt: Land muss mehr in Bildung investieren

Der DGB Ruhr Mark schreibt: »32,88 Prozent der Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse waren 2006 in Bochum auf dem Gymnasium. Das waren 1,8 Prozent mehr als 2004. „Das ist gut, reicht aber nicht aus. Wenn wir bei der Ausbildung unserer Kinder national und international mithalten wollen, müssen wir mehr tun“, sagte der Vorsitzende der DGB-Region Ruhr Mark Michael Hermund.  Bildung sei die beste Absicherung gegen Arbeitslosigkeit. Staat und Gesellschaft müssten deshalb dafür sorgen, dass alle Jugendlichen die Chance haben, eine gute Schulausbildung zu absolvieren – unabhängig vom Geldbeutel der Eltern. Doch internationale Studien, wie zuletzt der OECD, bescheinigten Deutschland schon länger ein unterdurchschnittliches Bildungssystem, so Hermund. Die soziale Herkunft, insbesondere der Bildungsgrad der Eltern, entscheidet noch immer über den Bildungsweg. Im Jahr 2005 schafften 83 von 100 Akademiker-Kindern den Sprung an die Hochschule, aber nur 23 von 100 Kindern aus Familien ohne akademische Tradition. Beim Blick auf die erfolgreichen PISA-Länder fällt auf, dass gerade die Schulsysteme die besten sind, in denen Schülerinnen und Schüler möglichst lange gemeinsam unterrichtet werden. „Wenn es nach dem Wunsch der Eltern und Kinder geht, brauchen wir in Bochum eine zusätzliche Gesamtschule als eine Schule für alle,“ so der DGB Vorsitzende.
Anstatt in die Zukunftsfähigkeit des Landes zu investieren, geben Bund und Land nach wie vor zu wenig für Bildung aus. In Deutschland liegt der Anteil für Bildung an den öffentlichen Ausgaben mit 9,7 Prozent deutlich unter dem OECD-Mittel von 13,2 Prozent.
Durch die Föderalismusreform sei die Bildungspolitik nun Ländersache. Dieser großen Verantwortung müssten die Länder jetzt auch wirksame Taten folgen lassen: „Schluss mit den Kürzungen an Schulen. Sowohl in Hauptschulen, Realschulen und auch Gymnasien muss investiert werden, sonst ist es bald Essig mit dem Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Deutschland“, so Hermund weiter.
In ganz Deutschland besuchten im Jahr 2006 ca. 34,4 Prozent der Siebtklässler ein Gymnasium. Die meisten gab es mit 41,8 Prozent in Berlin, die wenigsten mit 29,9 Prozent in Schleswig-Holstein. Generell ist der Anteil der Siebtklässler in Gymnasien im Osten höher als im Westen. Bochum liegt zwar leicht über dem NRW Schnitt von 32,7 %, fällt aber hinter dem Bundesschnitt zurück.«

 
 
 
 


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