Donnerstag 25.09.08, 07:00 Uhr
Diskussionsveranstaltung mit dem Botschafter Boliviens Walter Magne

Bolivien zwischen Staatsstreich und Bürgerkrieg?

Am Donnerstag, dem 2. Oktober, findet um 19:30 Uhr im Bahnhof Langendreer eine Diskussionsveranstaltung der Medizinischen Flüchtlingshilfe mit dem Botschafter Boliviens Walter Magne statt. In der Einladung heißt es: »Fast täglich erscheinen neue Meldungen zur aktuellen politischen Lage in Bolivien in den Medien und der Ausgang der momentanen Konflikte zwischen Regierung und Opposition ist trotz der Wiederaufnahme von Verhandlungen nicht vorhersehbar. Anlässlich der aktuellen Situation wird der bolivianische Botschafter auf Einladung der Medizinischen Flüchtlingshilfe bei einem Vortrag in Bochum mit aktuellen Informationen über die Entwicklung in Bolivien referieren. Seit einigen Monaten sieht sich die bolivianische Regierung schwersten Destabilisierungsversuchen ausgesetzt. Die Gouverneure der reichsten Provinzen – Pando, Santa Cruz, Beni, Tarija und Chuquisaca – erklärten ihre Abspaltung von der Regierung in La Paz. Weiße rechtsradikale Todesschwadronen jagten und ermordeten die AnhängerInnen des indigenen Präsidenten Evo Morales in den Straßen. Bolivien steht vor einer Zerreißprobe, die unmittelbar in einen Bürgerkrieg oder einen Staatsstreich münden kann. Die Sezessionisten betreiben ihre Destabilisierungspolitik mit aktiver Unterstützung durch die USA. Mitte September hat Bolivien daher den US-Botschafter des Landes verwiesen. Landesweit ist die Unterstützung für Präsident Morales jedoch weiter gewachsen. Bei einem Referendum vor einem Monat erhielt seine Politik die Unterstützung von mehr als 67 Prozent der Bevölkerung. Werden die derzeitigen politischen Maßnahmen der amtierenden bolivianischen Regierung unter Präsident Evo Morales ausreichen um die Krisensituation zu meistern? Kann die soziale Reformpolitik zugunsten der ärmsten Bevölkerungsgruppen fortgesetzt werden? Wird die Opposition auch weiterhin zu Verhandlungen bereit sein oder könnte die derzeitige Situation Auslöser für einen Bürgerkrieg werden und eine Rückkehr in die Zeit der Militärdiktaturen bedeuten? Diese und weitere Fragen können bei der Veranstaltung mit dem bolivianischen Botschafter diskutiert werden. Nicht zuletzt wird es auch darum gehen, wie Menschen in Deutschland dazu beitragen können die sozialen Bewegungen in Bolivien angemessen zu unterstützen und ihre bisherigen Errungenschaften zu verteidigen. Die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum ist eine Menschenrechtsorganisation, die im Rahmen ihrer Kampagne „Gerechtigkeit heilt“ ein weltweites Netzwerk von Menschenrechtsorganisationen koordiniert und sich dafür einsetzt, dass Menschenrechtsverletzungen, wie sie derzeit in Bolivien passieren, nicht ungestraft bleiben und Demokratisierungsprozesse vorangetrieben werden. Seit vielen Jahren betreut die Medizinische Flüchtlingshilfe auch Flüchtlinge, die aus Krisengebieten dieser Welt stammen und Opfer von Verfolgung und Folter wurden.«

 
 
 
 


Terminmitteilungen bitte an
redaktion@bo-alternativ.de