Donnerstag 31.07.08, 20:00 Uhr

DGB: In Bochum arbeiten 2.851 Ältere trotz Rente weiter

Der DGB Ruhr-Mark schreibt: »Für viele Rentner in Bochum sieht es finanziell schlecht aus. „Um nicht zu verarmen, jobben immer mehr Rentner“, so der DGB-Vorsitzende der Region Ruhr-Mark Michael Hermund. Die jüngsten Daten des DGB zeigen: 2.851 Ältere über 65 Jahre hatten 2007 in Bochum einen Minijob. Gegenüber 2003 hat sich ihre Zahl um 865 Personen bzw. 43 % erhöht. Diese Fakten hat der DGB durch eine Sonderauswertung der amtlichen Statistik ermittelt. Viele Rentner seien bei niedriger Rente auf einen Minijob angewiesen, um finanziell über die Runden zu kommen; denn die Renten sind in den letzten Jahren preisbereinigt deutlich gesunken. Auch für langjährig Versicherte lag die Altersrente in 2007 im Durchschnitt im Westen bei 1.443,21 Euro pro Monat und 933,74 Euro im Osten. Langjährig Beschäftigte, die zuletzt auf Hartz IV angewiesen waren, erhalten im Schnitt eine um 20 – 30 % niedrigere Rente. 2007 mussten sie sich im Westen mit 809,29 Euro zufrieden geben. Wir werden dieses Thema in den nächsten Tagen in der Öffentlichkeit aufgreifen, beispielsweise am 1. August in Bochum auf dem Husemannplatz“, so Hermund. Für langjährig Erwerbstätige sind die Renten in den letzten Jahren im Schnitt spürbar gesunken und zwar um 50 Euro pro Monat oder 4 % im Westen. Hinzu kommt die Preissteigerungsrate, die die Kaufkraft zusätzlich vermindert. „Mit der Ausweitung von Niedriglohn und prekärer Beschäftigung droht sich der Anteil der Rentner weiter zu erhöhen, die jobben müssen, um möglichst nicht zu verarmen“, so Hermund. „Zugleich steigt die Zahl jener, die noch vor Erreichen des Ruhestandes in eine prekäre Lebenssituation geraten. Im Juli 2008 waren fast 5.000 Menschen im Alter von 50 – 65 Jahren arbeitslos. Über 80 % davon erhalten Hartz IV. Anfang 2007 wurden die Rentenversicherungsbeiträge für sie halbiert. Für ein volles Jahr des Hartz IV-Bezugs steigen die monatlichen Rentenanwartschaften nur noch um 2,19 Euro. Für viele von ihnen droht sich die Armut ins Rentenalter fortzuschreiben. Die meisten Minijobs gibt es im Dienstleistungssektor. Im Reinigungs- und Gastgewerbe kommen auf 10 sozialversicherte Beschäftigte bereits 4 Nebenjobber.«

 
 
 
 


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